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Der Maler des Verborgenen: Roman über Leonardo da Vinci
 
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Der Maler des Verborgenen: Roman über Leonardo da Vinci [Gebundene Ausgabe]

John Vermeulen
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 580 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (22. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257067801
  • ISBN-13: 978-3257067804
  • Originaltitel: De Schaduw van een Glimlach
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 72.128 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein fesselnder historischer Roman, der das Leben und die Zeit des genialen Künstlers Leonardo da Vinci lebendig macht. Er umfasst seine Kindheit, die Lehrjahre in Florenz, seine Arbeiten für die größten Fürsten seiner Zeit wie die Medici und Borgia und seinen Lebensabend bei Amboise an der Loire, beschirmt von Franz I. von Frankreich.

Über den Autor

John Vermeulen, geb. 1941 in Antwerpen, veröffentlichte seinen ersten Roman schon im Alter von vierzehn Jahren. Als passionierter Segler, der in einer Hafenstadt groß wurde, machte er eine journalistische Ausbildung und war lange Jahre als Wassersportjournalist tätig, ehe er sich ab 1980 ganz auf seine Arbeit als Schriftsteller konzentrierte. Zu seinen Werken gehören Thriller, Science-Fiction-Romane, Kinderbücher, Erotika (u.a. für das belgische Playboy-Magazin) und historische Romane, die ins Deutsche und Japanische übersetzt wurden. Zudem verfasst er Drehbücher für Film und Fernsehen, Theaterstücke und Kurzgeschichten. John Vermeulen starb Ende August 2009.Hanni Ehlers, geb. 1954 in Ostholstein, studierte Niederländisch, Englisch und Spanisch am Institut für Übersetzen und Dolmetschen der Universität Heidelberg und arbeitet als Übersetzerin.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Endlich ist es da. John Vermeulens Wälzer über den Maler Leonardo da Vinci zählt zwar 577 Seiten, aber die sind mühelos in zwei halben Nächten zu schaffen. Das spricht für den verstorbenen Autor aus Antwerpen, aber auch für den vielseitigen Maler.

Der Autor hat alle historisch belegbaren Fakten und ein wenig schriftstellerische Freiheit zu einem atemberaubenden Lebensbild zusammengefügt. Besonders gut gelungen ist dies in meinen Augen, weil Vermeulen eben nicht nur all die Dinge aufzählt die sowieso gleich jedem beim nennen des Namens einfallen, sondern weil er sich die Mühe gemacht hat und den Menschen Leonardo da Vinci besonders gut herausgearbeitet hat.

Der Junge Leonardo hat beispielsweise nie ein Elternhaus erlebt. Er ist das uneheliche Kind einer Frau die ihn im Kindesalter weiterreicht an den eigentlichen Vater, den Notar Ser Piero da Vinci. So lebt der Junge für ein paar Jahre bei seinem Vater, der fast nie für ihn Zeit hatte, und der Frau des Vaters.

Sehr schön beschreibt Vermeulen wie Leonardo schon sehr früh einen Blick für technische Dinge hatte. Wurden im Herbst die Oliven geerntet und in die Ölmühle gebracht, setzte sich Leonardo in eine stille Ecke und malte fasziniert detaillierte Zeichnungen über die Technik der Ölmühle.

Mit der Schule hatte der Knabe nicht viel im Sinn. Latein lehnte er grundweg ab und in Mathematik hatte er schnell seinen Lehrer überflügelt und stellte ihm oftmals Fragen die dieser nicht mehr beantworten konnte.

Als sehr glücklich sollte sich für die künstlerische Laufbahn Leonardos dann der Umzug des Vaters nach Florenz herausstellen. Der Knabe, damals 14 Jahre alt, der bis dahin immer nur herumgereicht wurde, der nie wirklich gewollt war, kam in Florenz in die Werkstatt eines Meisters der es gut mit ihm meinte und der ihm Jahre später empfahl eine eigene Werkstatt zu eröffnen.

Auch wer meint, er wisse schon so einiges über Leonardo da Vinci, der wird hier in diesem Buch noch viel mehr über den Linkshänder erfahren. Da sind seine Konflikte mit seinem wichtigen Auftraggeber der römisch - katholischen Kiche, da ist sogar der Lira spielende und komponierende Leonardo und auch der erste Flugapparate bauende Künstler im Blick von Vermeulen. Dem Autor ist ein sehr lebendiges und farbiges Lebenswerk gelungen, beim Lesen sieht man beinah einzelne Szenen.

Leonardo da Vinci hat viele gewaltige Altäre geschaffen, aber mit dem Papst war er oftmals nicht einer Meinung, heute würde man ihn wohl als Gesellschaftskritiker bezeichnen oder als Erfinder?

John Vermeulen idealisiert jedoch da Vinci auch nicht. Er zeigt Widersprüche auf und schafft damit einen grandiosen historischen Roman über ein Genie.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Giuseppe Gerhards TOP 500 REZENSENT
Na sowas! Der Autor John Vermeulen, dessen Buch 'Der Maler des Verborgenen' gerade bei Diogenes erschienen ist, war laut Wikipedia belgischer Journalist und ' zugleich - niederländischer Schriftsteller. Ob es sich dabei um eine pragmatische Express-Einbürgerungen wie bei ehedem ausländischen Leistungssportlern oder um einen typischen Wikipedia-Fauxpas handelt, kann nicht hinreichend geklärt werden. Fest steht aber: Vermeulen war ein vielschichtiger, multinationaler und eben ganz spezieller Künstler, der im August 2009 starb und eine ganze Reihe interessanter Veröffentlichungen und Manuskripte hinterlassen hat. Der Maler des Verborgenen wurde in seinem Todesjahr erstveröffentlicht, zwei Jahre später ist die deutsche Übersetzung nun im Handel erhältlich.
Ein noch größeres und vielschichtigeres Genie als Vermeulen war der italienische Tausendsassa Leonardo da Vinci. Genau jener steht im Mittelpunkt dieses historischen Romans und ist der im Titel zitierte Maler, der weniger im Verborgenen arbeitete als das Verborgene und Unerkannte durch den Glanz seiner Werke aufleuchten ließ. Hieronymus Bosch war der erste Pinselartist, dem Vermeulen ein historisches Romanwerk geschenkt hat; und nun also Leonardo, der so viel mehr war als Maler: der Architekt, Wissenschaftler, Biologe, Schriftsteller, Architekt, Anatom und, ja, auch homosexuell war. All diese Aspekte werden in eine große Lebensgeschichte verwoben, die das Historische in den Vordergrund stellt, aber auch Fiktives subtil in die Kapitel mit einbaut; was ja auch mehr als sinnvoll ist, denn selbst die besten Archivare und Geschichtswissenschaftler können nicht mit Sicherheit behaupten, welches Essen bei da Vinci im Jahre 1489 an einem Juliabend auf dem Tisch stand.
Leonardos Kindheit, die von Entbehrungen einerseits und Entdeckungen anderseits geprägt war, eröffnet ordentlich chronologisch den Reigen der prosaischen Revue. Seine Übersiedlung nach Florenz, die Mailänder Jahre, die Entstehung der Mona Lisa, die Arbeiten für den Vatikan, da Vincis Alterssitz in Frankreich und vieles mehr: jede Facette dieses begnadeten Künstlers wird spielerisch in den Roman eingebaut; immer wieder steht die aufgeweckte, tief schürfende, fast schon magische und spirituelle Natur des italienischen Genies im Vordergrund. Vermeulen, der auch Thriller, Kinderbücher und erotische Prosa veröffentlichte, liebt eben die unabdingbare Essenz als Quell des Lebens.
Die Schreibe dieses fast sechshundert Seiten dicken Schmökers ist unaufgeregt, manchmal ein wenig bieder; nämlich beschreibend, erklärend und die annähernde Wahrheit gemütlich nachzeichnend. Wäre der spektakuläre Inhalt nicht durch da Vinci bis zur Glückseligkeit gefüllt, verfiele der Text doch in einen belanglos plaudernden und arg nüchternen Stil. Nichts Dramatisches, nur eine kleine stilistische Geschmacksverstärkung hätte dem Roman gut getan. Darüber hinaus fragt sich der studierte Historiker immer wieder, warum Romane, die vor 500 Jahren spielen, Sozialkonstrukte, Mentalitäten und Vorstellungen der Moderne widerspiegeln. Eine typisch ahistorische Rekonstruktion aus der Jetztzeit heraus. Auch nicht dramatisch, und vielleicht auch verständlich, aber jedenfalls nicht durch und durch historisch.
Wer nun glaubt aufgrund der oben genannten Kritikpunkte sei dieses Buch nicht zu empfehlen, der täuscht sich gewaltig. Da Vinci ist in seiner Genialität, in seiner Weitsicht, in seinen Erfindungen und in seiner widersprüchlichen Charakteristik (die Vermeulen ganz wunderbar extrapoliert) viel zu interessant, als das man diesen Roman hier links liegen lassen sollte. Ganz im Gegenteil: Die Kombination aus (wenn auch nicht immer plausibler) Geschichte und spannender Biographie sind vielen der historischen Romane, die momentan den Markt überschwemmen, überlegen. Es bleibt ein Lächeln auf den Lippen. Ein großes, undurchdringbares, geheimnisvolles Lächeln.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tasso
Über Leonardo da Vinci ließe sich sicherlich sehr viel sagen. Zumindest über seine Geisteswelt, denn als Künstler und Intellektueller, der sich wie kaum ein anderer vor und nach ihm entgrenzte, mag er kaum seines Gleichen wo finden. Das machte es leicht ein Sachbuch zu seinem Werk zu schreiben. Wer jedoch einen Roman über sein Leben zu verfassen trachtet, der wagt sich an ein störrisches Thema heran, weil, Leonardo hat kein besonders aufregendes Leben geführt. Dessen sollte sich auch der Leser bewusst sein, noch bevor er nach dem Buch Vermeulens greift.
Leonardo lebte zwar in spannenden Zeiten, doch hielt er sich der großen Schlachtengetümmel und mörderischer Intrigen fern. Auch war er weder Messerstecher noch Soldat, wie es etwa ein Benvenuto Cellini gewesen ist. Er wurde bekannt und gerühmt als ausnehmender Künstler, war jedoch in erster Linie ein Intellektueller, ein Mann der Forschung und der Wissenschaft. Wer sich nun auf die Suche nach seinem Privatleben begibt, findet wenig vor. Für Leonardo galt der Grundsatz, dass er sich seines Lebens vermittels seines Denkens vergewisserte. Die Geselligkeit von allzu gewöhnlichen Menschen mied der Misanthrop. Sie nervten ihn ob ihres banalen Geredes. Was er suchte waren wahrlich gelehrte Gespräche. Auch war ihm eine gewisse Lust an Wortgefechten nicht fremd. Dem weiblichen Geschlecht jedoch, dessen Liebreiz er als Künstler allfällig zu schätzen wusste, war Leonardo als Mann abhold.
Wann immer berühmte Männer in der Distanz zu Frauen lebten und leben, kamen mehr oder weniger indiskrete Spekulationen über ihr Geschlechtsleben auf. Der eigentliche Grund hierfür wird selten hinterfragt. Wer es mit Frauen nicht hat, muss schwul sein, lautet ein ebenso beliebtes wie grobklotziges und deswegen nur allzu oft falsches Deutungsmuster. Und so wurde über fast jeden prominenten Mann, der es mit Frauen nicht so sehr hatte, schon eine Schwulenbiographie geschrieben: Alexander der Große, Friedrich Nietzsche, kürzlich sogar Adolf Hitler, um zwecks Demonstration ein paar Beispiele anzuführen, wurden post mortem als Homosexuelle ausgedeutet.
In dem letzten Roman seines Lebens widersteht Vermeulen der Versuchung zu jedem Klischee. Während der Lektüre wurde ich den Eindruck nicht los, dass er mit seinem Leonardo ein sehr persönliches Buch schreibt, eines, das deswegen mehr unter die bloß biographisch vermittelte Oberfläche seines Gegenstands dringt als zu dessen Dramatisierung nötig gewesen wäre. Es ist nicht zuletzt auch ein stellenweise bitter schmeckendes Buch des Abschieds, eines das über das Elend zunehmender Gebrechlichkeit und Hässlichkeit im Alter berichtet und über das leider allgegenwärtige Ärgernis der üblichen Wahrnehmungsmoden wegen verkannt, kategorisiert und folglich verrufen zu werden. Sein Leonardo ist letztlich vielschichtiger und widerspenstiger als man es von einem Bestsellerautor gemeinhin erwarten würde. Jeder These drängt sich eine Antithese auf. Die Synthese im dialektischen Dreiklang obliegt dem Leser. Was bedeutet A-Sexualität im Zusammenhang mit einem Menschen, der auch sonst außerhalb gewohnter Normen steht, dessen verfeinertes ästhetisches Empfinden ihm eine Tendenz zu eigentümlichen Verhaltensanomalien aufdrängt, den Konventionen, als Kostüme sozialen Zwangs, eigentlich nur einengen und nerven? Vermeulens Leonardo ist nonkonformistisch ohne dass die üblichen Charaktermerkmale des Nonkonformistischen auf ihn zutreffen würden. Einfaches Verstehen, rasches Begreifen, schnelles Konsumieren? Hier nicht!
Leonardos Leben ist weder heldisch, noch ungestüm, sinnenfreudig oder verbrecherisch. Mehr eine Vita contemplativa denn activa. Und doch bleibt der Leser von Vermeulens Künstlerroman letztlich aufgewühlt und ein wenig ratlos zurück. Was war das jetzt? Der nächste Akt nimmt seinen Lauf.
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