Mein Mann empfahl mir dieses Buch mit den Worten "Es fängt ganz harmlos an...".
Auf den ersten Seiten liest sich dieses Buch eher wie ein betulicher Liebesroman aus alten Zeiten. Da ist zum einen Magaret eine junge, kluge, aber auch etwas naive Schönheit mit künstlerischen Ambitionen, da ist zum anderen ihr Verlobter Arthur, Arzt, ein rationaler Mensch, emotional gehemmt, kurz gesagt: ein Langweiler.
Magaret, die Arthur viel zu verdanken hat, läßt in ihrem Herzen mehr die Vernunft als die romantische Liebe walten und verlobt sich mit ihm, immer in der stillen Hoffung, die fehlenden leidenschaftlichen Gefühle mögen sich schon noch einstellen.
Dann kommt Oliver Haddo, der Magier, ins Spiel und die Geschichte nimmt ihren tragischen Verlauf. Magaret ist gleichermaßen abgestoßen und fasziniert von diesem häßlichen, eitlen und großspurigen Unsymphat, bringt er doch in ihr all die Seiten zum Klingen, die sie mühsam zu unterdrücken sucht: Obssesion und Leidenschaft.
Sie kommt von diesem einst schönen Mann, der im Laufe der Erzählung immer unansehlicher und böser wird nicht mehr los, sie gibt sich letztendlich selbst auf und ihr Tod ist eigentlich nur logischer Schlußpunkt dieser selbstzerstörerischen Beziehung.
Meisterlich schafft es Maugham den Leser mit in den Bann dieser Beziehungsgeschichte zu nehmen, man kann das Buch dann einfach nicht mehr aus der Hand legen. Das ganze parapsychologische und okkulte "Brimborium" drumherum war für mich eigentlich nur Aufhänger einer grandiosen tiefenpsychologischen Studie über die Abgründe der Leidenschaft.