Nachdem ich jetzt bei Grimberts 4. Band angekommen bin, frage ich mich, wieso alle so begeistert davon sind. Immerhin war meine Neugier so groß, daß ich 4 Bücher lesen mußte, um zu diesem Fazit zu kommen. Also war ich doch wenigstens gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Müßte ich eine Aufsatznote vergeben, würde ich dem Autor eine 3 geben.
Der Roman hat eigentlich alle nötigen Details um fesselnd zu sein: Die Welt muß gerettet werden, eine Gruppe von Helden macht sich auf, jeder mit seinen speziellen Qualitäten, um entsprechend nützlich zu sein, es mangelt nicht an Geheimnissen und übernatürlichen Phänomenen. Auch Liebesgeplänkel wird passender weise mit hinein gemischt um der Sache noch den zusätzlichen Schliff zu geben. Alles in allem eine gute Backmischung.
Am Ende hapert es aber an ein paar wichtigen Punkten. Götter und/oder Dämonen haben eine wichtige Schlüsselstellung in dieser Story und sind trotzdem nicht wirklich nachvollziehbar. Es gibt unbefriedigende Erklärungen und am Ende bleibt ein unbesiegter Dämon übrig, der noch zu allem in einer pubertären Phase feststeckt. Sein Mentor stirbt plötzlich und keiner weiß, was nun aus dem jungen Gott wird. Da er als äußerst blutrünstig und jähzornig beschrieben wird, vermutet der überraschte Leser, daß er nun vermutlich bis zur nächsten angekündigten Fortsetzung die noch lebenden Menschen dieser Welt verspeisen wird. Das nimmt schon ein bißchen die Freude am lesen.
Außerdem stören kleine, schlecht geschriebene Stellen, an denen ersichtlich wird, daß sich der Autor nicht die Mühe macht, eine Szene die er beschreibt, richtig vor sich zu sehen. Beispiel: Ein Mann zu Pferd nähert sich in bedrohlicher Absicht einem Fußgänger, der unauffällig getarnt bleiben möchte. Der Reiter ist bewaffnet, der andere darf keine Waffe zeigen. Nach kurzem Wortwechsel schießt der Fußgänger in Sekundenschnelle dem Reiter aus kurzem Abstand einen Bolzen aus einer Armbrust in den Kopf. -Das kann so nicht funktionieren. Der Fußgänger hatte nicht einmal einen Mantel an, unter der er eine Armbrust hätte verstecken können, außerdem sind solche Geräte ziemlich sperrig und müssen vor Gebrauch gespannt werden. Grimbert hat hier einfach eine Armbrust mit einem Revolver verwechselt. So etwas ähnliches kommt leider öfter vor, das finde ich etwas schlampig.
Schreibfehler und Übersetzungsfehler gibt es hier wie überall, aber die gehen nicht zu Lasten des Autors. Also durchschnittliche 3 Sterne für immerhin relativ spannende epische Fantasy.