Es gibt die drei Punkte dafür, dass die Autorin historisch offensichtlich bewandert ist und die politischen Zusammenhänge gut dargestellt hat. Doch wirklich spannend fand ich das alles nicht. Die interessanteren Episoden mit den Ehefrauen und familiären Auseinandersetzungen waren mir zu spärlich gesät, die Ausführungen welcher Bischof jetzt welchen Papst oder Kaiser oder Kaiserbruder gut findet, zu ausführlich. Außerdem vermisst habe ich ein Ziel der Hauptfigur, eine Fallhöhe, irgendein persönliches Problem (abseits der einen sexuell frustrierten Ehefrau), das ihn in Gefahr bringt. Aber nein. Constantin ist ein glatter Mann mit hehren Grundsätzen, der pflichtbewusst sein Soll erfüllt. Im Laufe des Buches wird er immer mehr nur Mittel zu dem Zweck, die Machenschaften von Rainald von Dassel zu beschreiben. Der war sicher eine schillernde Figur, aber dann wäre es mir lieber gewesen, die Autorin hätte ihn von Vornherein in den Mittelpunkt gestellt - und ein Buch über ihn geschrieben.
Was mich zudem ärgerte, dass auf dem Titel ein dunkelhaariger Mann abgebildet ist, wo doch der Münzmeister im Buch blond ist.
Habe noch einige Seiten und weiß noch nicht, ob ich es überhaupt zu Ende lese.