Ja, der Roman lässt sich etwas Zeit, aber das tun die meisten von Patricia Highsmith ebenfalls. Wer sich für Amerikanische postwar fiction interessiert, ist hier genau richtig. Es geht um einen traumatisierten Kriegsheimkehrer, der mit weiteren Traumata konfrontiert wird und sein Gedächtnis verliert. Gemeinsam mit einer Geliebten und Ärzten versucht er, sich zu erinnern. Macdonald erzählt die Geschichte aus (mind.) 4 unterschiedlichen Perspektiven, der der weiblichen und der männlichen Hauptfigur, eines Arztes und einer weiteren Figur. Abgesehen von ein paar Details hat die Story bis heute nichts verloren und man bekommt einen guten Einblick in die Psyche der Charaktere. Es ist ein spannender Krimi, den man auch aus feministischer Sicht lesen könnte, geht es doch um eine starke, unabhängige Frau und Rollenbilder der damaligen Zeit (Erscheinungsjahr 1948). Die Art und Weise, wie über Realität und Psyche gesprochen wird, hat mich u.a. an Philip K. Dick erinnert. Auf Englisch heißt der Roman "The three roads" und ist sehr gut lesbar.