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Der Märtyrer als Waffe: Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats
 
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Der Märtyrer als Waffe: Die historischen Wurzeln des Selbstmordattentats [Taschenbuch]

Joseph Croitoru
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Juli 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423343265
  • ISBN-13: 978-3423343268
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 262.376 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Joseph Croitoru
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Zu den im wahrsten Sinne des Wortes abartigsten Erscheinungen der Gegenwart gehört sicherlich das Selbstmordattentat. Zumindest aus okzidentaler Sicht, denn psychologisch betrachtet hat der Terror damit seine höchste Vollendung gefunden. Entfaltet doch der Selbstmordanschlag seine Horrordynamik gerade dadurch, dass er all unseren Gewissheiten über die natürlichen, religiösen und sittlichen Gesetze zur Selbsterhaltung in so eklatanter Weise Hohn spricht. In dem äußerst empfehlenswerten Buch Der Märtyrer als Waffe spürt FAZ-Journalist Joseph Croitoru dem Phänomen erstmals genealogisch und unter psycho-sozialen Gesichtspunkten nach.

Seine Spurensuche beginnt bei den Kamikaze-Fliegern in Japan, führt über den halben Erdball und endet bei den Tamilen auf Sri Lanka. Die meiste Aufmerksamkeit schenkt der aus Israel stammende Autor jedoch der arabisch-persischen Welt, wo das bewusst betriebene Martyrium -- bis dato ja eher mit dem Erleiden von Qual und Tod assoziiert -- inzwischen zum nationalintegrativen Kult entartet ist. Im nüchtern-analytischen Stil geht Croitoru den genaueren Umständen der spektakulärsten Selbstmordattentate in dieser Region nach, ab ihrer Geburtstunde am 30. Mai 1972, als ein in Nordkorea ausgebildetes Himmelfahrtskommando der "Japanischen Roten Armee" auf dem Flughafen von Tel Aviv ein Blutbad anrichtete. Dieser unangeforderte todesmutige Aufopferungsakt aus Solidarität mit der palästinensischen Sache war für die beschämten Araber das Fanal für eigene Taten.

Zur Eskalation trug bei, dass die Terrororganisationen ihre Führungsansprüche untereinander im Wettstreit um den raffiniertesten Selbstmordanschlag ausfochten. Croitoru zeigt, wie die ungeheure mediale Wirksamkeit ein Übriges tat, dass der Selbstmordangriff bald überall zum Mittel der Wahl wurde, wo Fanatiker die Weltöffentlichkeit zum Aufhorchen bringen wollten. Zumal wo es sich um Angehörige tribalistisch geprägter patriarchaler Gesellschaften mit ausgeprägten Ehrenkodizes handelt, denen Blutrache als legitimes Vergeltungsmittel gilt.

Der Autor räumt zwar mit dem Vorurteil auf, dass das Selbstmordattentat eine Erfindung religiöser Extremisten ist. Er macht aber zugleich deutlich, dass es im Dschihad für die islamische Weltrevolution völlig neue Qualitäten, Dimensionen und vor allem Risiken zeitigt. Sollte es nämlich die Absicht der Terroristen des 11. September 2001 gewesen sein, die moralische Unterlegenheit des in den materiellen Freuden des Diesseits verhafteten Westens dadurch zu offenbaren, dass er sich in Todesangst zu panischen Kurzschlusshandlungen hinreißen lässt, so waren die Anschläge ein voller Erfolg. Die Mobilisierung einer gigantischen Militärmaschinerie hat tatsächlich alle Merkmale von neurotischem Übersprungverhalten. Und sie erinnert fatal an die Reaktion auf die Kamikaze im Zweiten Weltkrieg. Zutiefst verunsichert, schreckten die Amerikaner damals vor einer Invasion Japans zurück und zwangen den unberechenbaren Feind lieber aus sicherer Höhe mit Atombomben in die Knie. --Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Der Autor präsentiert dabei in spannender, doch niemals reißerischer Form Erklärungsmodelle und (religiöse) Hintergründe verschiedener politischer und gesellschaftlicher Gruppierungen. Insgesamt ist hier eine höchst interessante Abhandlung über ein Thema geglückt, das in unseren Breiten als abstraktes Phänomen gesehen wird, dem wir hilflos gegenüberstehen.«
DAVID Österreich April 2007

»Mit einem stupenden Wissen spürt Joseph Croitoru diesem Phänomen nach … Seine Bilanz fällt ebenso knapp wie präzise aus: Das soziale Phänomen des Selbstmordattentats gedeiht vornehmlich in patriarchalischen Gesellschaften, und es ist von Islamisten in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter zu einer systematisch eingesetzten Waffe entwickelt worden.«
Die Zeit

»Detailreich und spannend.«
Der Spiegel

»Gemessen an der Dramatik seines Gegenstandes kommt das Buch angenehm unaufgeregt daher.«
Süddeutsche Zeitung

»Ein großes, großartig recherchiertes und gerechtes Buch.«
Badische Zeitung

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein hervorragendes Buch! 19. November 2008
Von ?
Format:Taschenbuch
Auch wenn dieses Buch eigentlich die Dissertation Croitorus darstellt, liest es sich sehr gut, was der langen journalistischen Erfahrung des Autors zu verdanken ist.
Die Darstellung der "historischen Wurzeln des Selbstmordattentats", die der Autor bis auf japanische Einflüsse zurückführt, ist meines Wissens völlig neu, wird allerdings durch zahlreiche Belege untermauert.

Positiv fällt zudem - gerade im Bereich Terrorismus bzw. Naher Osten - auf, dass der Autor die relevanten Sprachen, nämlich arabisch und hebräisch, auch tatsächlich sehr gut beherrscht. Das führt dazu, dass er immens viel Literatur aus Zeitungen oder Veröffentlichungen in diesen Sprachen eingearbeitet hat und dadurch dem deutschen Leser zugänglich macht. Außerdem bewahrt er immer eine neutrale Sichtweise und wird nie moralisierend oder wirbt um Verständnis für die eine oder andere Seite.
Es ist auch offensichtlich, dass Croitoru sich seit vielen Jahren mit der Thematik beschäftigt (er ist, glaube ich, selbst Israeli) und davon profitiert seine Darstellung enorm.

Das Buch ist also durch und durch wissenschaftlich und wer es liest, sollte schon ein Grundverständnis des Nahen Ostens und des dortigen Konflikts mitbringen. Wer sich aber ernsthaft mit der Thematik beschäftigen möchte, findet kaum etwas besseres zu diesem Thema.
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