Auch wenn dieses Buch eigentlich die Dissertation Croitorus darstellt, liest es sich sehr gut, was der langen journalistischen Erfahrung des Autors zu verdanken ist.
Die Darstellung der "historischen Wurzeln des Selbstmordattentats", die der Autor bis auf japanische Einflüsse zurückführt, ist meines Wissens völlig neu, wird allerdings durch zahlreiche Belege untermauert.
Positiv fällt zudem - gerade im Bereich Terrorismus bzw. Naher Osten - auf, dass der Autor die relevanten Sprachen, nämlich arabisch und hebräisch, auch tatsächlich sehr gut beherrscht. Das führt dazu, dass er immens viel Literatur aus Zeitungen oder Veröffentlichungen in diesen Sprachen eingearbeitet hat und dadurch dem deutschen Leser zugänglich macht. Außerdem bewahrt er immer eine neutrale Sichtweise und wird nie moralisierend oder wirbt um Verständnis für die eine oder andere Seite.
Es ist auch offensichtlich, dass Croitoru sich seit vielen Jahren mit der Thematik beschäftigt (er ist, glaube ich, selbst Israeli) und davon profitiert seine Darstellung enorm.
Das Buch ist also durch und durch wissenschaftlich und wer es liest, sollte schon ein Grundverständnis des Nahen Ostens und des dortigen Konflikts mitbringen. Wer sich aber ernsthaft mit der Thematik beschäftigen möchte, findet kaum etwas besseres zu diesem Thema.