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Mit 900 Wachtürmen, mehr als 60 Kastellen und einer Gesamtlänge von über 500 Kilometern ist der obergermanisch-raetische Limes das mit Abstand größte erhaltene Bodendenkmal Europas. Momentan laufen die Vorarbeiten für die Aufnahme der Gesamtanlage in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO, ein Status, den der kleinere Bruder des Limes, der Hadrianswall in Nordengland, schon seit 1987 besitzt. Nahezu alle Orte und Gemeinden entlang dieses Abschnittes der römischen Reichsgrenze haben sich vor Kurzem im Verein Deutsche Limes-Straße zusammengeschlossen, um vor allem Touristen, aber auch die Bevölkerung in den unmittelbar angrenzenden Regionen, noch stärker für dieses Denkmal zu interessieren. Gewissermaßen als Begleitbuch ist die hier besprochene Publikation gedacht, deren drei Autoren sich durch einschlägige Forschungsarbeiten an verschiedenen Stellen der Grenze einen Namen gemacht haben. Das Buch gliedert sich in eine knapp gehaltene Einführung zu Aufgabe, Geschichte, Bauten und Truppen des Limes, gefolgt von einer in zehn Abschnitte unterteilten Fahrt entlang der Limes-Straße von Norden (=Rheinbrohl) nach Süden (=Regensburg). Zur Orientierung des Autofahrers (und nur für diesen) gibt es Karten der einzelnen Sektoren; zur Auffindung einzelner Sehenswürdigkeiten ist man auf den Text angewiesen. Dieser ist bei allen Autoren gleichermaßen flüssig und gut verständlich geschrieben. Hervorzuheben ist die hochwertige und sehr reichhaltige Bebilderung (Fotos von Limesanlagen und Fundstücken; Grundriss- und Rekonstruktionszeichnungen). Das Layout wirkt stellenweise leicht verwirrend und durch die Hinzunahme von Angaben zu Spezialliteratur und zumeist für die Römerzeit irrelevanten Tourismus-Tipps etwas überfrachtet. Das Buch ist keine lückenlose Beschreibung des Limes, sondern konzentriert sich auf die bedeutenderen, gut sicht- und erreichbaren Überreste; somit kann es die in den 80er Jahren im selben Verlag erschienenen Werke zu einzelnen Grenzabschnitten mit ihrem hervorragenden Kartenmaterial nicht ersetzen. Diese und weitere werden im Literaturverzeichnis aufgeführt (der in Verbindung mit dem Verein Deutsche Limes-Straße herausgegebene zweibändige Führer von Walter E. Keller fehlt); auf sie sollte der Besucher vor Ort bevorzugt zurückgreifen, während das vorliegende großformatige Werk eher einen allgemein verständlichen, gut zu lesenden und ausgezeichnet bebilderten Überblick für zu Hause darstellt. Rezensent: Martin Wieland