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Der Lilith-Komplex: Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit
 
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Der Lilith-Komplex: Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit [Taschenbuch]

Hans-Joachim Maaz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, Februar 2003 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 201 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 5 (Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406493351
  • ISBN-13: 978-3406493355
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (17 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 78.909 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans-Joachim Maaz
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Achtung Ratgeber rox.

Eine dicke gelbe Bauchbinde zieht sich über das Buch, darauf aufgedruckt: «Maaz befreit Frauen vom Rollenklischee der allgütigen Mutter. Endlich sind Mütter Menschen, die sich zu ihrer Schattenseite bekennen dürfen. Pflichtlektüre für alle . . .! Julia Onken». Mit spitzen Fingern, Selbstaufklärung kommt hier als Pflichtlektüre einher, greifen wir zum Band. Die Absicht verstehen wir wohl. Der Hallenser Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz hat über die Ursachen und Zusammenhänge sozialer Konflikte und gesellschaftlicher Pathologien nachgedacht und ist zum Schluss gekommen, dass es «die Störungen der Mütterlichkeit in unserer Kultur» sind, in der die Wurzeln für individuelle, familiäre und gesellschaftliche Konflikte zu sehen sind. Unter dem griffigen Titel eines «Lilith-Komplexes» verortet Maaz das tabuisierte Weibliche. Lilith ist die dämonisierte Schwester der vom Patriarchat favorisierten Eva, dem bekannten schwachen Wesen, das sich Mann und Haushalt unterworfen hat sowie mit sexueller Passivität und aufopferungsvoller Mutterschaft glänzt. Lilith dagegen steht für sexuelle Aktivität und symbolisiert die Ablehnung der Mutterschaft. Nun plädiert Maaz nicht für die Ablehnung der Mutterschaft, aber – das alles wird geleistet auf knappen 190 Seiten – für eine Versöhnung von Lilith und Eva. An der «richtigen» Mutter einmal mehr wird die Welt genesen. Nicht zu viel Eva und nicht zu wenig Lilith. Oder umgekehrt.

Kurzbeschreibung

Viele von uns fühlen sich von der Wirklichkeit überfordert, haben Probleme mit ihren Partnerinnen oder Partnern. Frauen erleben sich in ihrer Rolle als Mutter um wesentliche Aspekte ihrer Weiblichkeit reduziert, Eltern eigentümlich hilflos gegenüber den Wünschen und Verhaltensweisen ihrer Kinder. Kein Zweifel: Unser Selbstwertgefühl schwindet, immer mehr Menschen benötigen professionelle Hilfe. Doch woraus resultieren diese zunehmende psychische Labilität und ihre gesellschaftlichen Folgen? Hans-Joachim Maaz zeigt, wie sich in vielen IchStörungen des Erwachsenen eine grundsätzliche Störung des Mutter-Kind-Verhältnisses widerspiegelt. Hierfür steht die mythische Gestalt der Lilith, Adams erster Frau. Sie steht für Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung der Frau, für Sexualität, Lust und Selbstbestimmung, für den Verzicht auf eigene Kinder. Lilith ist die dunkle, die verleugnete Schwester Evas. Die psychische Tabuisierung und Verdrängung der Lilith - der Lilith-Komplex - ist für Frauen und Männer Quelle endlosen Leids, eines erbitterten Geschlechterkampfes und jener massiven Störung des Mutter-Kind-Verhältnisses. Die Diagnose, die Maaz uns stellt, ist in mancher Hinsicht schmerzhaft. Aber sie zeigt auch den Weg, wie Eva und Lilith in uns - in Frauen und Männern - miteinander zu versöhnen sind.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
49 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zusammenhänge erkennen 16. September 2003
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Maaz überträgt in seinem Buch Probleme aus der Individualpsychologie in einen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhang, der nach gründlichem Nachdenken logisch erscheint und nach einer näheren Betrachtung verlangt. Leider hat er diese Zusammenhänge an manchen Stellen zu kurz ausgeführt, so dass der Leser viel Eigenarbeit leisten muss, um den Gesamtzusammenhang zu erkennen. Beim einmaligen Lesen entsteht leicht der Eindruck amerikanischer Flachschwimmer-Psychoberatungs-Bücher, frei nach dem Motto: "Hier ist mein Rezept, wende es an und du wirst glücklich." Ganz so einfach ist es aber nicht, und ganz so einfach macht es Maaz sich selbst und seinen Lesern nicht.

Es wäre falsch zu behaupten, er gäbe den Frauen/Müttern die Schuld an dem aufgezeigten Mangel, der dem Leben eines Menschen den Fluch eines "Sei nicht, lebe nicht, sei so, wie die anderen dich brauchen!" aufbürden kann. Dieser Einfluss auf das Kind geschieht zwar direkt und zuerst einmal durch die wichtigste Bezugsperson, ist aber nicht hauptsächlich von ihr verschuldet, sondern von gesellschaftlichen Strukturen, die leider schon sehr lange bestehen.

Ich sehe es als Luxus der heutigen Zeit, dass es solche Bücher gibt, dass es Menschen gibt, die endlich weiter sehen als es die aufgesplitteten Wissenschaften (Psychologie, Psychoanalyse, Soziologie) im Einzelnen vermögen.

Ein mutiges Buch, das mir Zusammenhänge eröffnet hat, die ich schon sehr lange erahnt habe, aber nie in Worte fassen konnte.

Es kann nicht als Ohrfeige gegen Frauen zu verstehen sein, da er in der Ursachenbehandlung von den Männern ebenso schonungslos spricht wie von den Frauen (auch wenn das Wort "Mütter" sehr viel öfter genannt wird, dies aber um den Einfluss auf das Kind zu erläutern).

Er fordert dazu auf, sich mutig und ganz individuell seinem eigenen Schmerz zu stellen und ihn damit in sein Leben zu integrieren. Sonst besteht leicht die Gefahr, dass man seine eigenen Kinder wiederum dazu zwingt, ihren Schmerz nicht zuzulassen. Der Zwang, negative Gefühle nicht zu äußern, führt zur Abspaltung der eigenen Gefühle. Abgespaltene Gefühle führen dazu, dass man Feindbilder benötigt, auf die man seine negativen, unerwünschten Gefühle projizieren kann.

Maaz leistet meiner Ansicht nach einen wichtigen Beitrag zu einer Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, indem er Mütter auffordert, den Schmerz ihrer Kinder zu akzeptieren und offen damit umzugehen, statt ihn selbst zu verdrängen und damit auch ihre Kinder zu zwingen, ihn nicht zu äußern (genauere Erläuterungen dazu sind reichlich vorhanden). Das bedeutet in keinster Weise Mehrarbeit für die bereits überbeanspruchten Mütter, sondern eher eine riesige Erleichterung im Umgang mit den eigenen Kindern.

Die seelisch gesünderen Kinder, die aus einem Umgang mit ihnen in Maaz' Sinne hervorgehen werden, können unsere Welt verändern. Beginnen müssen aber die Mütter damit, und das ist heute unser Beitrag für die kommenden Generationen. Wir sollten ihn annehmen und uns selbst verändern. Die Hände in den Schoß zu legen, obwohl wir die Möglichkeit dazu haben, etwas zu verändern, wäre ein Verbrechen an unseren Kindern. Wer die von Maaz aufgeführte Möglichkeit nicht nutzt oder es wenigstens versucht, der macht sich in meinen Augen wirklich schuldig und wird damit zum tötenden Bestandteil unserer Gesellschaft, von denen es leider viel zu viele gibt.

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37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein wichtiges Buch 8. September 2003
Von Huck Finn
Format:Taschenbuch
Das Buch „Der Lilith-Komplex" zählt zu den besten Veröffentlichungen im Bereich Psychologie, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Es geht um die Auswirkungen missglückter Mutterschaft auf das Leben, die Beziehungen im Einzelfall und in der Gesellschaft. Dabei werden biblische Konstellationen herangezogen. Der Eva, aus Adams Rippe geschnitzt und ihm untertan, Symbol aufopferungsvoller Mutterschaft, wird Lilith, Adams erste Frau, als Symbol der fraulichen Ansprüche auf Selbstverwirklichung, sexuelle Lust und Freiheit gegenübergestellt. Dabei ist in erster Linie die aus dieser Konstellation fließende Ambivalenz gegenüber dem eigenen Kind Gegenstand des Buches. Es ist dabei ziemlich radikal, bietet aber denjenigen, die sich darauf einlassen, ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten. Der archaische Bezug macht durchaus Sinn, denn um die Gegenwart zu begreifen, die sich vor dem Hintergrund unserer Kultur präsentiert, kann es hilfreich sein, sich der gleichnishaften Bilder der Bibel und ähnlicher Texte zu bedienen in denen grundlegende Konflikte unserer Zivilisation Ausdruck gefunden haben.

Das Buch ist kein „Kochbuch" im Sinne von „Kinderpflege leichtgemacht". Dem Autor geht es gerade auch darum, aufzuzeigen, dass man mit Anleitungsbüchern nichts erreicht, dass das entscheidende die Reife eines Menschen ist, die man nicht mit dem Lesen von Anleitungsbüchern herstellen kann. Auf der anderen Seite bietet er aber eine Art Maxime an, nämlich dass für das Verhältnis von Mutter und Kind entscheidend ist, wieweit die Mutter bereit ist, ehrlich zu sich selbst zu sein, ihre eigenen Defizite zu akzeptieren, aus den Reaktionen des Kindes zu lernen anstatt sie zu unterdrücken und entsprechend auch die Wut des Kindes zu akzeptieren, wenn sie ihm aufgrund ihrer eigenen Probleme und gesellschaftlichen Zwängen nicht so zur Verfügung stehen kann, wie es das Kind mit Recht erwartet. Das Lesen des Buches hilft dabei dem aufgeschlossenen Menschen, indem es ihn anregt, über eigene schmerzliche Erfahrungen zu trauern und damit auch seine sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Wer dazu nicht bereit ist, wird sich allerdings gegen die Inhalte des Buches wehren wollen und allerlei Rationalisierungen dafür finden.
Es geht aber nicht um Schuldzuweisung sondern um Kausalität, um Verstehen. Der Autor leugnet nicht, dass sich Frauen oft in schwierigen Situationen befinden können. Auch leugnet er nicht die Wichtigkeit einer angemessenen väterlichen Fürsorge. Wenn er aber auch hier die frühe Mutter-Kind-Beziehung fokussiert, will er damit keineswegs verantwortungslose Väter entschuldigen. Stattdessen geht es ihm offensichtlich darum, über das Verstehen der Zusammenhänge Auswege aus einem Teufelskreis aufzuzeigen. Dieser besteht darin, dass wir anderen, gerade unseren Nächsten, oft genau das antun, worunter wir selbst am meisten leiden. Besonders verheerend sind die Auswirkungen in der frühen Mutter-Kind-Beziehung. Selbst und gerade das bewusste Bemühen, alles richtig zu machen, ändert daran nichts. Denn das Bemühen, einem Ideal zu entsprechen, hindert die Beziehungsaufnahme zum Kind. Die entscheidenden Informationen kann nur die Beziehung selbst demjenigen bieten, der die erforderliche Offenheit besitzt. Oft ist diese Offenheit allerdings nur über eine Integration der eigenen schmerzlichen Erfahrung, die mitunter nicht so leicht zugänglich ist, zu erlangen.

Meiner Meinung nach handelt es sich beim neuen Buch von Herrn Maaz um eine äußerst wichtige Veröffentlichung. Es wird den Menschen, die sich darauf einlassen, ein neues Selbstverständnis geben.

Noch ein Wort zu den Kindergärten in der DDR: Ich weiß aus eigener Erfahrung, in welchem Maße dort Demütigungen an der Tagesordnung waren. Auch jetzt sind zum Teil noch solche Erzieherinnen im Einsatz. Jedenfalls halte ich zumindest im ersten Jahr nach der Geburt eine Betreuung durch die Mutter für unersetzbar, da der Mensch entwicklungsbedingt nun mal eine Frühgeburt ist.

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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Hervorragendes Buch, das Frauen und Männer wirklich die Chance zur Befreiung bietet. Vor allem der Zusammenhang, der zwischen Individualpsychologie und sozialer Mentalität hergestellt, ist das spannendste, das ich aus dem wissenschaftlichen Bereich seit langem gehört habe.
Das Buch diskriminiert weder Ostdeutsche noch Frauen, wie mitunter behauptet wird, da es ja gerade aufzeigt, wie durch die patriachale Gesellschaft, sprich: durch die christliche Kultur das Mutterbild pervertiert worden ist. Dieser religionskritische Aspekt dürfte es übrigens auch sein, weshalb viele Menschen mit Maaz' Thesen nichts anfangen wollen.
Die ostdeutsche Thematik ist ebenfalls höchstens schonungslos, nicht beleidigend dargestellt. ich bin selbst Ostdeutscher und erkenne vieles in dem Buch wieder, was ich durch eigene Erfahrung kenne.
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Die neuesten Kundenrezensionen
Informativ aber weitgehend nutzlos
Dieses Buch ist, wie viele Bücher aus diesem Bereich, einerseits informativ, andererseits furchtbar nutzlos. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Gobo veröffentlicht
alles super-danke
das thema find ich superspannend aber es ist nicht unbedingt hintereinanderweg zu lesen, wenn man was davon verstehen will. aber das ist ja eher ein gutes zeichen
Vor 17 Monaten von Uta Karcher veröffentlicht
"'Muttervergiftung' ist die Seuche unserer Zeit" (69).
Zuerst einmal: Wer war eigentlich Lilith? Gemäß dem Mythos schuf Gott Lilith als erste Frau. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Michael Dienstbier veröffentlicht
Der Lilith - Komplex
auch in diesem buch versteht er es ausgezeichnet, fundiertes fachwissen allgemeinverständlich zu erklären und auf die zusammenhänge zwischen den frühesten... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Juli 2009 von lilisco
Ja zum ICH-Sein
Selten habe ich ein Buch so mißverstanden erlebt wie dieses. Um so mehr freut es mich, daß hier die 5 Sterne überwiegen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. Januar 2009 von KATHARINA KLAGES
Ein Anfang
Ich habe den "Lilith-Komplex" während meiner eigenen Therapie gelesen und in sehr anschaulicher, sachlicher Art Zusammenhänge beschrieben gefunden, die sich im im... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 6. Januar 2008 von MiraInes
Absolute Polemik
Mich erstaunen die guten Rezessionen schon sehr. Zugegeben anfangs ist das Buch sehr klar und gewinnt mit der Lilith Geschichte. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. August 2007 von I. Helfrich
Ursachen und wirkungen ausserhalb unseres Bewusstseins
Der Deutsche Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz, beginnt bei Lilith. Durch die Geschichtsschreibung der Männer wurde Lilith, die die erste Frau neben Adam war, verheimlicht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. April 2007 von Günther
Zu viel versprochen
Das Buch fängt so gut an. Wer weiß denn schon, dass Adam vor Eva noch eine andere Frau hatte. Nur in der jüdischen Religion taucht der Name der Lilith auf. Lesen Sie weiter...
Am 31. August 2004 veröffentlicht
Starker Tobak
Ich bin in der Tat hin und her gerissen von dem was ich da gelesen habe, kann es nicht so schnell verdauen. Ist das wirklich unsere Zeit?

Eine ganze Nation ist krank. Lesen Sie weiter...

Am 7. Dezember 2003 veröffentlicht
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