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Der Liebhaber. SZ-Bibliothek Band 49
 
 
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Der Liebhaber. SZ-Bibliothek Band 49 [Gebundene Ausgabe]

Marguerite Duras , Ilma Rakusa
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 193 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (19. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793488
  • ISBN-13: 978-3937793481
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (38 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 283.693 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Marguerite Duras
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Liebhaber
OT L‘amant OA 1984 DE 1985 Form Roman Epoche Moderne
Marguerite Duras gelingt es in dem eng mit ihrer Lebensgeschichte verknüpften Roman Der Liebhaber die bedingungslose sexuelle Begierde und Lusterfüllung einer jungen Französin mit einem Chinesen zu schildern, die aber nicht in Liebe aufgehen darf, da sie den gesellschaftlichen Normen widerspricht.
Inhalt: Bei der Betrachtung ihres gealterten und durch den Alkohol zerstörten Gesichts kehrt eine französische Schriftstellerin in Gedanken an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück: Mit 151/2 Jahren lernt sie in Indochina während einer Flussüberfahrt – Symbol des Übergangs in die Erwachsenenwelt – einen reichen, zwölf Jahre älteren Chinesen kennen, den sie sofort in ihren Bann zieht. Von nun an holt er sie täglich mit seiner Limousine vom Mädchengymnasium in Saigon ab. Auf ihr Verlangen hin weiht er sie in die sexuelle Lust ein, die sie mit ihm bis zur Ekstase heimlich auskostet. Obwohl er ihr seine Liebe gesteht, möchte sie, dass er sie wie eine Prostituierte behandelt und aushält. Sie erzählt ihm von ihrer verarmten Familie, dem problematischen Verhältnis zu ihrer verwitweten Mutter und ihrem älteren, gewalttätigen Bruder, den ihre Mutter dem schwächeren jüngeren Sohn und der Tochter vorzieht. Ihre Familie lässt sich vom Chinesen bereitwillig in teure Restaurants einladen, demütigt ihn aber, indem sie ihn ignoriert und nicht mit ihm spricht, ist doch der Umgang mit einem Chinesen in der weißen Kolonie gleichbedeutend mit einem sozialen Abstieg. Die Mutter akzeptiert das Verhältnis nur, solange sie davon finanziell profitieren kann und ihre Tochter sich nicht in den Chinesen verliebt. Dieser zahlt die Spielschulden des älteren Bruders und schließlich auch die Schiffsreise, damit die Familie nach Frankreich zurückkehren kann. Trotz seiner leidenschaftlichen Liebe zu der jungen Französin beugt auch er sich den familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen und heiratet eine Frau aus der chinesischen Oberschicht, die sein Vater für ihn erwählt hat.
Auf der Rückreise nach Frankreich wird der inzwischen 18-Jährigen schmerzvoll bewusst, dass sie den Chinesen geliebt hat. Gleichzeitig erkennt sie, dass sie sich nach der Trennung dem Schreiben widmen kann und versucht ihn zu vergessen. Nach Jahrzehnten ruft er sie in Paris an, um ihr seine noch immer währende Liebe zu gestehen, die sie sprachlos lässt.
Aufbau: In bildhaften und knappen, fast bruchstückhaften Textsequenzen fängt Duras die Unbedingtheit der Liebesbeziehung zwischen der jungen Französin und dem reichen Chinesen ein. Verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen sind geschickt ineinander verwoben. Die Erzählerin bleibt namenlos; in ihrer Selbstdarstellung wechselt sie zwischen der ersten und dritten Person, vor allem in den erotischen Szenen, und versucht damit ihrer Betroffenheit durch Distanz Einhalt zu gebieten.
Wirkung: Für ihren autobiografischen Roman erhielt Duras 1984 den Prix Goncourt. Der internationale Bestseller, 1992 von Jean-Jacques Annaud (* 1943) verfilmt, erreichte eine Auflage von fast drei Millionen Exemplaren und wurde in 42 Sprachen übersetzt. C. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Eine heikle, zwischen Liebe und Prostitution schwankende Geschichte ohne Scham, ohne Stolz und ohne eine Spur von Koketterie... Mag jeder dieses Buch auf seine Weise verstehen. Mir scheint, daß Marguerite Duras sagen wollte: Die Liebe, sie ist doch kein leerer Wahn." (Marcel Reich-Ranicki)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Literatur und Stimmung 17. Juli 2006
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Das schöne an Literatur ist, dass sie oft nicht eindeutig ist, dass sie mehr als eine Perspektive auf ein Ereignis wirft, und dass sie manchmal in einer einzigen Geschichte viele andere Geschichten versteckt.

Hier wird u.a. folgendes erzählt: Eine junge Frau beginnt ein Verhältnis mit einem älteren Mann. Für die junge Frau ist dies eine Art Ausbruch aus den schwierigen Famillienverhältnissen, denn das ganze spielt in Indochina, und man sieht den Verfall des französischen Kolonialreiches. Die junge Frau wird dabei langsam erwachsen, auch eine schwierige Geschichte. Der jungen Frau werden die Schranken zwischen den Rassen bewußt, denn sie ist weiss und der Liebhaber Chinese. Man lernt auch etwas über die Rolle, die Geld spielt, in Sachen der Liebe und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Und man lernt auch die Grenzen der Wirkung von Geld kennen.

Aber vielleicht die schönste Geschichte, die erzählt wird, ist die über das Erinnern. Denn es ist eine alte Frau, die am Ende als Erzählerin zurückblickt, und die sich an die verlorene Welt ihrer Jugend erinnert. Und diese ist - auch wenn es dazu eine Art Versuch gibt - leider nicht mehr zurückzugewinnen.

Und ja, der Film ist auch sehr schön.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Alexander Gottwald TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Marguerite Duras schreibt hier nicht einfach einen Roman ... und sie schreibt auch nicht einfach ein Stück Autobiografie ... nein, mit "Der Liebhaber" hat sie ein literarisches Manifest der tragischen (weil "gestohlenen") und zugleich tief erfüllten (weil gegen jede Konvention einfach ausgelebten) leidenschaftlichen Liebe geschaffen, das durch die autobiografisch suggerierte Echtheit der beschriebenen Empfindungen und die zahlreichen Perspektivwechsel sowohl emotional als auch literarisch überzeugen und bewegen kann.

Wer - wie ich - durch Jean-Jacques Annauds gleichnamigen - und auf seine Weise durchaus gelungenen - Film auf Duras' literarische Vorlage aufmerksam geworden ist, findet hier eine neue Dimension dieser Amour Fou zwischen einer 15-jährigen Weißen aus verarmten Familienverhältnissen und einem 27-jährigen chinesischen Millionärserben. Wichtig zum Verständnis des Buches ist aus meiner Sicht hierbei zu sehen, dass "Der Liebhaber" ein Spätwerk der 1914 im heutigen Vietnam (damals "französisch Indochina") geborenen Marguerite Duras war, das 1984 veröffentlicht wurde, zu einem Zeitpunkt also, als die Autorin 70 Jahre alt und die beschriebenen Abläufe mehr als ein halbes Jahrhundert nicht nur in der Vergangenheit sondern - von ihrem Pariser Schreibtisch aus - auch auf einem fernen Kontinent lagen.

Unter diesen Umständen und bei der Madame Duras eigenen philosophischen Tiefe konnte nur ein derart komplexes und widersprüchliches Werk wie das hier vorliegende entstehen: Dem Liebhaber sinnlicher Liebesgeschichten möglicherweise zu wenig sinnlich und durch die fragmentierte, fast schon sprunghafte Erzählweise zu oft den erotischen Faden verlierend, dem autobiografisch interessierten Leser zu subjektiv, introspektiv und immer wieder den Anschein des Abschweifens erweckend. Zugleich hat die Duras mit "Der Liebhaber" nicht nur mich verstanden so sehr zu fesseln, dass ich das immerhin fast 200 Seiten umfassende Buch innerhalb eines einzigen Tages verschlungen hatte, nein, sie erhielt auch den bedeutendsten französischen Literaturpreis, den Prix Goncourt für "L'amant", einen Preis, den vor ihr schon literarische Größen wie Marcel Proust und Simone de Beauvoir verliehen bekommen hatten.

Zum autobiografischen Teil ihres Werkes hat Marguerite Duras auf Seite 14 etwas aus meiner Sicht sehr bewegendes geschrieben: "Die Geschichte meines Lebens gibt es nicht. So etwas gibt es nicht. Es gibt nie einen Mittelpunkt. Keinen Weg, keine Linie. Es gibt weiträumige Orte, von denen man glauben macht, es habe hier jemanden gegeben, das stimmt nicht, es gab niemanden." Insofern ist es dann doch eine Liebesgeschichte, eine Liebesgeschichte, die an Universalität auch dadurch gewinnt, dass Duras in den erotischen Momenten in die dritte Person wechselt, die Szenerie also gleichsam wie einen alten Film von außen betrachtet (Seite 63):"Er hat ihr das Kleid vom Leib gerissen, er wirft es zu Boden, er reißt den kleinen weißen Baumwollslip weg und trägt sie nackt zum Bett. Und dann dreht er sich zur anderen Bettseite und weint. Und sie, langsam, geduldig, holt ihn zu sich zurück und beginnt ihn auszukleiden..."

Fazit: Keine leichte Kost, aber ein kraftvoller vitaler Einblick in die Jugend einer Frau, die ihren Vater verloren hat und die sich nun mit 15 einen Liebhaber sucht, mit dem Erfüllung und gemeinsames Leben unmöglich sind. Trotzdem - oder genau deswegen - eine Ermutigung, die Liebe immer dort - und so lange sie da ist - mit aller Entschlossenheit zu umarmen, wie Leonard Cohen in seinem wunderschönen Stück "Love Itself" singt: "I'll try to say a little more: Love went on and on, until it reached an open door, then love itself, love itself was gone."
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Durch die Verfilmung wurde das Buch weltberühmt. Während der - sehr gut gemachte - Film sich auf die Erotik fokussiert, ist das Buch tiefgründiger.

Saigon 1947-49. Duras, die selbst in Indochina aufgewachsen ist, erzählt von der Sex-Beziehung zwischen der 15-jährigen Tochter eines französischen Kolonialbeamten und einem jungen Chinesen aus reichem Hause. Es ist ein Skandal. Über zwei Jahre lang wird sie täglich von einer Limosine abgeholt und in ein Apartment gefahren - gesprochen wird kaum. Die verschuldete Familie des Mädchens sieht die Affaire als kindliche Prostitution, braucht aber das Geld. Doch aus der Beziehung wird mehr. Duras geht intensiv auf das Gefühlsleben des Mädchens ein und vermittelt, wie der Tabubruch auch eine Flucht aus schwierigen Familienverhältnissen ist. Dem jungen Chinesen ergeht es ähnlich. Die Stunden im Apartment werden zu einer Oase des Glücks.

Die Stimmung ist durchweg melancholisch. Ein Happy End bleibt dem Leser verwehrt, doch gerade dadurch bleibt das Buch seinem realistischen Stil bis zuletzt treu.

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Es geht um so viel mehr
Entgegen der Erwartungen, die der Titel weckt, handelt dieses Buch nicht nur von der Beziehung zu eben jenem Liebhaber. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Lynniana veröffentlicht
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Nachdem ich den Film "Der Liebhaber" auf DVD gesehen hatte, wollte ich das Buch unbedingt lesen. Es zeigte sich, was ich geahnt hatte - Buch & Film haben wenig gemeinsam, denn die... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Renate Schley veröffentlicht
Der Liebhaber
Nachdem ich den Film gesehen habe, interessierte mich das Buch. Hat mir sehr gut gefallen, habe es an einem Tag gelesen und mich auf "mehr" von Marguerite Duras
Büchern... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Edda Niemann-weinrebe veröffentlicht
Autobiografisch?
"Der Liebhaber" ist eines der wichtigsten Werke Marguerite Duras. Man mag darüber streiten, ob es sich um ein autobiografisches Werk handelt oder nicht - Fakt ist, dass es... Lesen Sie weiter...
Vor 23 Monaten von Pippilotta veröffentlicht
Grandiose Welten
Duras autobiografischer Roman "Der Liebhaber" entfuehrt uns in eine uns fremde Kultur, Zeit und Gefuehlswelt einer knapp 16-jaehrigen Frau. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2009 von faustino888
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Grüblerisch und intellektuell
Als ältere Frau schreibt Marguerite Duras dieses Buch über ihren ersten Liebhaber, einen chinesischen Millionärssohn, den sie im damaligen Indochina als knapp... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. August 2009 von Diethelm Thom
Schwach
Oje, obwohl ich ein Vietnam-Fan bin und auch keine Angst vor 'großer' Literatur habe, muß ich sagen, daß ich dieses Buch sehr schwach finde. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Oktober 2008 von Gargi
Kult
Geschichte: Familie ´flüchtet´ da verarmt nach Indochina. Dort versucht die Mutter ihre Familie zusammen zu halten. Dies gelingt mehr schlecht als recht. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. August 2008 von Buchmaid
Indochina
Das eigene Leben zum Gegenstand der Literatur zu machen, birgt die Gefahr zu großer Nähe. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Dezember 2007 von Polar
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