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Der Liebhaber Taschenbuch – 3. April 1989

52 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 194 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 1. (3. April 1989)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518381296
  • ISBN-13: 978-3518381298
  • Größe und/oder Gewicht: 12,1 x 1,4 x 18,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (52 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 121.504 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"...eine unendlich schöne und gleichvoll unendlich traurige Geschichte". "Diese bezaubernde Liebesgeschichte. Eine souverän geschriebene Love-Story. So können das nur Schriftsteller von Rang". "Von dem Band geht ein unbeschreiblicher Zauberaus... Ein Leben in ein Jahr der Leidenschaft, der Liebe und des Leids gepreßt...wir sollten es annehmen, das Geschenk dieses Buches..." -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Der Liebhaber
OT L‘amant OA 1984 DE 1985 Form Roman Epoche Moderne
Marguerite Duras gelingt es in dem eng mit ihrer Lebensgeschichte verknüpften Roman Der Liebhaber die bedingungslose sexuelle Begierde und Lusterfüllung einer jungen Französin mit einem Chinesen zu schildern, die aber nicht in Liebe aufgehen darf, da sie den gesellschaftlichen Normen widerspricht.
Inhalt: Bei der Betrachtung ihres gealterten und durch den Alkohol zerstörten Gesichts kehrt eine französische Schriftstellerin in Gedanken an den Ort ihrer Kindheit und Jugend zurück: Mit 151/2 Jahren lernt sie in Indochina während einer Flussüberfahrt – Symbol des Übergangs in die Erwachsenenwelt – einen reichen, zwölf Jahre älteren Chinesen kennen, den sie sofort in ihren Bann zieht. Von nun an holt er sie täglich mit seiner Limousine vom Mädchengymnasium in Saigon ab. Auf ihr Verlangen hin weiht er sie in die sexuelle Lust ein, die sie mit ihm bis zur Ekstase heimlich auskostet. Obwohl er ihr seine Liebe gesteht, möchte sie, dass er sie wie eine Prostituierte behandelt und aushält. Sie erzählt ihm von ihrer verarmten Familie, dem problematischen Verhältnis zu ihrer verwitweten Mutter und ihrem älteren, gewalttätigen Bruder, den ihre Mutter dem schwächeren jüngeren Sohn und der Tochter vorzieht. Ihre Familie lässt sich vom Chinesen bereitwillig in teure Restaurants einladen, demütigt ihn aber, indem sie ihn ignoriert und nicht mit ihm spricht, ist doch der Umgang mit einem Chinesen in der weißen Kolonie gleichbedeutend mit einem sozialen Abstieg. Die Mutter akzeptiert das Verhältnis nur, solange sie davon finanziell profitieren kann und ihre Tochter sich nicht in den Chinesen verliebt. Dieser zahlt die Spielschulden des älteren Bruders und schließlich auch die Schiffsreise, damit die Familie nach Frankreich zurückkehren kann. Trotz seiner leidenschaftlichen Liebe zu der jungen Französin beugt auch er sich den familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen und heiratet eine Frau aus der chinesischen Oberschicht, die sein Vater für ihn erwählt hat.
Auf der Rückreise nach Frankreich wird der inzwischen 18-Jährigen schmerzvoll bewusst, dass sie den Chinesen geliebt hat. Gleichzeitig erkennt sie, dass sie sich nach der Trennung dem Schreiben widmen kann und versucht ihn zu vergessen. Nach Jahrzehnten ruft er sie in Paris an, um ihr seine noch immer währende Liebe zu gestehen, die sie sprachlos lässt.
Aufbau: In bildhaften und knappen, fast bruchstückhaften Textsequenzen fängt Duras die Unbedingtheit der Liebesbeziehung zwischen der jungen Französin und dem reichen Chinesen ein. Verschiedene Erzählperspektiven und Zeitebenen sind geschickt ineinander verwoben. Die Erzählerin bleibt namenlos; in ihrer Selbstdarstellung wechselt sie zwischen der ersten und dritten Person, vor allem in den erotischen Szenen, und versucht damit ihrer Betroffenheit durch Distanz Einhalt zu gebieten.
Wirkung: Für ihren autobiografischen Roman erhielt Duras 1984 den Prix Goncourt. Der internationale Bestseller, 1992 von Jean-Jacques Annaud (* 1943) verfilmt, erreichte eine Auflage von fast drei Millionen Exemplaren und wurde in 42 Sprachen übersetzt. C. H. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Alexander Gottwald am 4. Oktober 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Marguerite Duras schreibt hier nicht einfach einen Roman ... und sie schreibt auch nicht einfach ein Stück Autobiografie ... nein, mit "Der Liebhaber" hat sie ein literarisches Manifest der tragischen (weil "gestohlenen") und zugleich tief erfüllten (weil gegen jede Konvention einfach ausgelebten) leidenschaftlichen Liebe geschaffen, das durch die autobiografisch suggerierte Echtheit der beschriebenen Empfindungen und die zahlreichen Perspektivwechsel sowohl emotional als auch literarisch überzeugen und bewegen kann.

Wer - wie ich - durch Jean-Jacques Annauds gleichnamigen - und auf seine Weise durchaus gelungenen - Film auf Duras' literarische Vorlage aufmerksam geworden ist, findet hier eine neue Dimension dieser Amour Fou zwischen einer 15-jährigen Weißen aus verarmten Familienverhältnissen und einem 27-jährigen chinesischen Millionärserben. Wichtig zum Verständnis des Buches ist aus meiner Sicht hierbei zu sehen, dass "Der Liebhaber" ein Spätwerk der 1914 im heutigen Vietnam (damals "französisch Indochina") geborenen Marguerite Duras war, das 1984 veröffentlicht wurde, zu einem Zeitpunkt also, als die Autorin 70 Jahre alt und die beschriebenen Abläufe mehr als ein halbes Jahrhundert nicht nur in der Vergangenheit sondern - von ihrem Pariser Schreibtisch aus - auch auf einem fernen Kontinent lagen.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT am 17. Januar 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Durch die Verfilmung wurde das Buch weltberühmt. Während der - sehr gut gemachte - Film sich auf die Erotik fokussiert, ist das Buch tiefgründiger.
Saigon 1947-49. Duras, die selbst in Indochina aufgewachsen ist, erzählt von der Sex-Beziehung zwischen der 15-jährigen Tochter eines französischen Kolonialbeamten und einem jungen Chinesen aus reichem Hause. Es ist ein Skandal. Über zwei Jahre lang wird sie täglich von einer Limosine abgeholt und in ein Apartment gefahren - gesprochen wird kaum. Die verschuldete Familie des Mädchens sieht die Affaire als kindliche Prostitution, braucht aber das Geld. Doch aus der Beziehung wird mehr. Duras geht intensiv auf das Gefühlsleben des Mädchens ein und vermittelt, wie der Tabubruch auch eine Flucht aus schwierigen Familienverhältnissen ist. Dem jungen Chinesen ergeht es ähnlich. Die Stunden im Apartment werden zu einer Oase des Glücks.
Die Stimmung ist durchweg melancholisch. Ein Happy End bleibt dem Leser verwehrt, doch gerade dadurch bleibt das Buch seinem realistischen Stil bis zuletzt treu.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Antigone am 27. September 2009
Format: Taschenbuch
Duras gelingt in ihrem Roman der Liebhaber die Darstellung einer aussergewoehnlichen Liebe. Die Prtagonistin geht eine geheime Beziehung zu einem wesentlich aelteren, reichen Chinesen ein und begeht damit gleich zwei Tabubrueche. Es ist nicht Liebe, die sie in die Arme dieses Mannes treibt, sondern die Moeglichkeit eines Ausbruches, ein Protest gegen ihre eigenen Existenz. Beide wissen, dass in der Beziehung keine Zukunft liegt, dass sie sich selbst ein Stueck weit umbringen, je mehr sie sich einander naehern. Der staendige Kampf im Inneren der Protagonistin zwischen dem Willen zum Untergang und dem Kampf ums Ueberleben beeinflusst auch die Gefuehle fuer den Chinesen. Oft bezeichnet sie seinen Koerper als schwaechlich, ueberhaupt weint er viel, zeigt wesentlich mehr Emotionen als sie selbst und trotzdem liebt sie ihn auf ihre Weise. Spaet wird es ihr klar. Es ist die Geschichte einer grossen Liebe und grosse Liebe bedeutet nicht, dass die beiden sich tatsaechlich bekommen, sondern lediglich, dass sie nie gaenzlich von einander loskommen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Code am 17. Dezember 2007
Format: Taschenbuch
Das eigene Leben zum Gegenstand der Literatur zu machen, birgt die Gefahr zu großer Nähe. Marguerite Duras entgeht ihr, indem sie für ihre Geschichte die Sprache leidenschaftlicher Distanz erschafft. Das mag sich wie ein Widerspruch anhören, doch wer weiß, wie oft man sich in Situationen wieder findet, die zeitlich begrenzt sind, einen der Verzweiflung überantworten, wenn man sich vollkommen darauf einläßt, oder einen vor der aufkeimenden Nähe fliehen läßt, wird für sich hoffen, daß er stets Distanz wahrt, um sich nicht aufzugeben. Die Geschichte dieser nicht sittsamen Liebe, allein wegen des Altersunterschieds, allein wegen der kulturellen Unterschiede zwischen Europa und Indochina, allein wegen oben und unten der Klassen, ist die fein ziselierte Geschichte einer ersten Liebe, bei der der erfahrenere, älterere Liebhaber nur scheinbar der Überlegene ist.

Er hat am Ende mehr als ein paar erotisch aufgeheizte Nächte verloren. Er muß gehorchen, und das Mädchen bricht in ein eigenes Leben auf, das sich für sie abseits der Familie auftut, abseits dessen, was allgemein als Schande betrachtet wird. Wie Marguerite Duras dies alles auf wenigen Seiten erzählt, die ungeschrieben vielen Seiten dahinter uns überläßt, ist meisterhaft verfaßt. Eine große Stilistin, die die Poesie zu einem Strich verkürzte, und hier genau wußte, wovon sie schrieb: Von der Liebe.
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