Nach Rolle mit Hip-Hop, Made in Germany und dem Album Hammer wurde es verdächtig still um Stuttgarts Vorzeigerapper Afrob. Zugegeben, vermisst hab ich ihn schon irgendwie, weil ich ihn schon seit der ersten CD begleite. Zwar hat sich Hip-Hop Deutschland in den letzten Jahren massv verändert, größtenteils zum Nachteil des Genres, da erscheint die Ankündigung unter der Flagge "Der Letzte Seiner Art" wie ein Befreiungsschlag.
Und so ist es auch.
Das Album knüpft da an, wo Hammer seinerheit aufhörte. Beat-technisch für einige sicher gewöhnungsbedürftig, aber ich find das neue Album genial, auch wenn einige Möchtegern-Musik-Journalisten im Internet das Werk nicht gerade mit Lobeshymnen überschüttet haben, was ich für mich persönlich auf die Festgefahrenheit und Betriebsblindheit schiebe. Das Wort Kritik hat ja sowieso einen negativen Einschlag.
Aber zurück zum Album.
Ich empfinde das Album als sehr erwachsen, geradezu geleutert und reumütig erlebt man die Geschichten eines Afrob, der die letzten Jahre persönlich durch die Hölle gegangen sein muss, so zumindest interpretiere ich es. Geht doch Afrob sowohl mit Hip-Hop Deutschland (Mein Kampf) als auch mit seiner persönlichen Vergangenheit (Allein) sehr kritisch und direkt um, ohne dabei in das Schema des übermässigen fäkal-verbalen Slangs zu verfallen, so wie es so manch andere Rapper gern von sich geben, wenns an Inhalten mangelt.
Wer immer noch Zweifel hat, der soll sich "ASD Comeback" reinziehen. SAmy und Robbe harmonieren wie eh und je.
Bin wirklich froh, dass sich Afrob wieder gefangen hat, denn solche Rapper brauch das Land.