Ich bin nachhaltig irritiert, weniger von dem Album, denn von der Produktkurzbeschreibung. Hier muss ich lesen "mehr Uptempo und weniger Balladen, mit mehr Musik und weniger Strategie".
Zum zweiten Punkt mit der Strategie:
Das ist ja nunmal ein immer wieder gerne von der Musikpresse aufgegriffenes abhangenes Sterotyp, dass Laith nur für eine Zielgruppe schreibt, Frauen irgendwo zwischen 20 und 40, die immer noch auf der Suche nach der grossen Liebe sind. Was soll ich sagen, weder Frau, noch zwischen 20 und 40, und trotzdem Laith Al Deen schon vor vielen Jahren in das eher Indiemusikherz geschlossen - irgendwann bei einem seiner Live Konzerte in der Kurpfalz Region. Weil die Musik schön ist, die Texte und Stimme ein Traum und der ganze Kerl irgendwie absolut bodenständig und authentisch klingt. Jetzt also zu sagen, das aktuelle Album hätte "weniger Strategie" ist so ein bischen ein Hohn, ich denke da war nie Strategie drin. Ich glaube da an das gute im Musikermenschen ;-)
Zum ersten Punkt - "mehr Uptempo, weniger Balladen"
Keine Ahnung welches Album da gehört wurde, auf jeden Fall nicht "Der letzte seiner Art". Uptempo kann ich nach den ersten Durchgängen eher weniger ausmachen, bspw. im traumhaften TRAUM, Laith setzt vielmehr auf die vertraute Mischung, mit gefühlvollen Balladen, mit einer Mischung aus Softrock, Pop und Elektronik, gekrönt mit seiner immer souliger werdenden Stimme. Was auffällt im Vergleich zu den Vorgängeralben, ist das die musikalische Umsetzung in manchen Liedern sehr reduziert wird, Texte und Stimme mehr Luft bekommen. Schönstes Beispiel sind STERNE oder das fast pur akustische SIE TRÄUMT.
Weiter Anspieltipps für Unentschlossene: Die Single SICHER SEIN natürlich, das fast philosophische, alterweise WIEDER TUN, ein schöner Mid (! :-) Temposong, WIR WERDEN SEIN mit seinem tollen sich hochschraubenden Refrain.