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Der Leichenverbrenner (Special Edition) (OmU)
 
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Der Leichenverbrenner (Special Edition) (OmU)

Rudolf Hrusínský sen. , Vlasta Chramostová , Juraj Herz    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 18,99 Kostenlose Lieferung ab EUR 20 (Bücher und Blu-ray-Filme immer versandkostenfrei), auch bei allen Verkäufern, die "Versand durch Amazon" nutzen. Details
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Produktinformation

  • Darsteller: Rudolf Hrusínský sen., Vlasta Chramostová, Ilja Prachar
  • Regisseur(e): Juraj Herz
  • Komponist: Zdenek Liska
  • Format: PAL, Special Edition, Widescreen
  • Sprache: Tschechisch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.66:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Alive - Vertrieb und Marketing/DVD
  • Erscheinungstermin: 18. November 2011
  • Produktionsjahr: 1967
  • Spieldauer: 96 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B005O3XWLC
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 22.265 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

s/w
Prag, Ende der 1930er: Karl Kopferkingl führt ein perfektes Leben: Alles darin ist sauber und hat seinen Platz. Er liebt die Arbeit so innig wie seine Familie, kümmert sich um seine Frau und die beiden Kinder genauso rührend wie um die Toten, die er täglich einäschert. Dank seiner buddhistischen Überzeugung, dass die Verbrennung das irdische Leid verkürzt, geht er seiner Arbeit denn auch mit Begeisterung nach. Die Rechnung dabei ist simpel: während ein Leichnam im Sarg jahrelang verrottet, dauert eine Einäscherung nur 90 Minuten - sozusagen das Expressticket ins Himmelreich. Bislang leistete er zufrieden im kleinen Rahmen seinen Beitrag. Doch als ihm ein alter Freund von einer Partei erzählt, die gerade in Deutschland große Erfolge feiert, stellt sich für ihn plötzlich die Frage, ob er wirklich schon genug Erlösungsarbeit leistet...

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Der Leichenverbrenner (Special Edition)

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein wahres Meisterwerk 15. November 2011
Von Marc Jozefiak TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Das Indi-Label Bildstörung hat es sich ja von Beginn an zur Aufgabe gemacht, dem Zuschauer ganz erlesene-und sehr aussergewöhnliche Filmperlen zugänglich zu machen. Das es sich dabei zudem zumeist um Werke handelt die jenseits jeglichen Mainstreams angesiedelt sind, dürfte schon längst kein Geheimnis mehr darstellen. Auch die neue Veröffentlichung "Der Leichenverbrenner" fällt ganz eindeutig in diese Kategorie von Film, präsentiert sich dem Betrachter doch eine Geschichte, die nicht gerade leichte Filmkost anbietet. Dies äussert sich allein schon in der Einführungsphase des Filmes, in der man zuerst gar nicht so recht weiss, was da überhaupt auf einen zukommt. Die Zusammenhänge ergeben sich erst im Laufe der Zeit, bieten dann allerdings eine Gesamtkomposition, die sich unauslöschlich in das Gedächtnis einbrennen. Dabei strahlt das Szenario ohne jegliche explizite Gewaltdarstellungen eine so ungeheure Härte aus, das man als Zuschauer ein extremes Maß an Beklemmung verspürt, die sich erst lange nach dem Ende der Geschichte langsam wieder löst.

Dreh-und Angelpunkt sämtlicher Ereignisse ist Karl Kopferkingl (Rudolf Hrusinsky), der seine ganz eigene Philosophie zum Leben wie auch zum Tod hat. Er trinkt-und raucht nicht, tut alles für seine Familie und ist trotz diverser Besuche bei Prostituierten ein wahrlicher Saubermann, wie er im Buche steht. Auf der anderen Seite steht aber sein Beruf als Leichenverbrenner in einem kleinen Krematorium, der für ihn vielmehr eine Art Berufung als ein normaler Job ist. Insbesondere dieser Aspekt wird während der gesamten Laufzeit hervorragend herausgearbeitet, wobei es vor allem den fantastischen Dialogen zu verdanken ist, das die regelrechte Obsession des Mannes immer mehr in den Vordergrund rückt und praktisch sein gesamtes Leben bestimmt. Kopferkingl, der übrigens von Hrusinsky eindrucksvoll und brillant dargestellt wird, sieht sich als eine Art Erlöser für die Toten, da er ihnen seiner Meinung nach den Weg in eine bessere Welt ebnet. Seine eigenen Weisheiten bezieht er dabei aus einem Buch über Tibet und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, das er sich selbst als eine Art Dalai Lama sieht. Während der weiteren Geschehniss nimmt insbesondere dieser Aspekt auch noch eine starke visuelle Rolle ein, die dem Film eine höchst künstlerische Note verleiht.

Gerade in der zweiten Filmhälfte verfällt der Hauptcharakter immer mehr der Ideologie der Nazis und als diese ihm auch noch einen leitenden Posten als Leichenverbrenner anbieten, ist es vollends um ihn geschehen. Was sich danach abspielt kann man nur schwerlich in Worte fassen, denn die offensichtliche Besessenheit des Mannes nimmt beängstigende Züge an und gipfelt darin, das er für den neuen Job sogar nach und nach die eigene Familie auslöscht, da jüdisches Blut in deren Adern fließt. Auch Freunde und Kollegen werden unbarmherzig an die Nazis verraten, ohne das Kopferkingl auch nur den Anflug eines schlechten gewissens erkennen lässt. Es ist in erster Linie die herausragende Mimik eines Rudolf Hrusinskys, die dem Zuschauer kalte Schauer über den Rücken jagt. In seinen Augen kann man den Fanatismus, aber auch die grenzenlose Überzeugung seiner Sache erkennen, für die er bereitwillig alles opfert was ihm lieb und teuer ist. Nur selten bekommt man eine so dermaßen überzeugende Darstellung eines Charakters geboten, wie es in vorliegendem Film der Fall ist. Zwar agieren auch die restlichen Darsteller allesamt sehr gut, verblassen allerdings durch die allgegenwärtige Präsenz des Hauptdarstellers viel eher zu Statisten, die man eher weniger beachtet.

Trotz aller durch die Thematik vorhandene Härte hat Regisseur Juraj Herz seinem Werk auch einige humorige Passagen beigefügt, die zumeist von sehr skurriler Natur sind. So bekommt man beispielsweise ein immer wieder erscheinendes Liebespaar eingeblendet, das scheinbar die Welt um sich herum zu vergessen hat, oder wird immer wieder mit einem zornigen Ehemann konfrontiert, der den gesamten Film über seine hysterische Ehefrau beruhigen will. Angesichts der sehr ernsten thematik der Geschichte sind diese Passagen eine willkommene Ergänzung und lockern manchmal die extrem beklemmende grundstimmung etwas auf. Insgesamt gesehen ist "Der Leichenverbrenner" ein Film, der einem ganz unwillkürlich unter die Haut geht und einen sehr nachhaltigen Beigeschmack hinterlässt. Es fällt nicht gerade leicht, das Gesehene schnell sacken zu lassen, denn selten bekommt man ein solch eindringliches Szenario über die Obsession eines Menschen geliefert, das einerseits verstörend-und grausam erscheint, andererseits aber einen solch authentischen-und glaubwürdigen Eindruck hinterlässt. Meiner Meinung nach ist Juraj Herz hier ein echtes Meisterwerk gelungen, das sich kein Liebhaber aussergewöhnlicher Filme entgehen lassen sollte.

Fazit:

Mit "Der Leichenverbrenner" liegt geradezu ein Paradebeispiel dafür vor, das man nicht zwangsläufig durch den Einsatz von expliziter Härte einen verstörenden Eindruck beim Betrachter hinterlassen kann. Eine interessante Thematik, ein herausragend agierender Hauptdarsteller und eine künstlerische Umsetzung der Ereignisse reichen vollkommen aus, um einen in einen wahren Strudel von Grausamkeit hineinzuziehen, aus dem es anscheinend kein Entrinnen gibt. Auch wenn dieser Film nach seinem Erscheinen gerade im Westen europas nicht die ganz große Beachtung fand, handelt es sich um eine echte Filmperle, die dank dem label Bildstörung nun auch bei uns eine würdige Veröffentlichung gefunden hat. Wie immer mit umfangreichem Bonusmaterial ausgestattet handelt es sich um ein Werk, für das man eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen kann.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Reigen der Toten 3. Januar 2012
Die Filme der Tschechoslowakischen Neuen Welle (Nová Vlna) sind in Deutschland bisher nicht auf DVD erschienen, dabei sind eine Vielzahl dieser Filme sogar deutsch synchronisiert worden. Zum Glück läuft der ein oder andere von ihnen hin und wieder im Fernsehen. Wer diese Filme gezielt sehen will, ist bisher auf englische DVD-Ausgaben angewiesen. Der US-amerikanische Criterion- und der britische Second Run-Verlag haben eine Vielzahl dieser Filmperlen in sehr guten Editionen in der Originalversion mit englischen Untertiteln veröffentlicht. Juraj Herz' großartigen Film "Spalovaè mrtvol" (Der Leichenverbrenner/The Cremator) war bisher ebenfalls nur in einer englischen DVD-Ausgabe von Second Run erhältlich. Der Kölner Verlag Bildstörung, der auf "abseitige" Sex&Crime-Filme spezialisiert ist, hat nun "Den Leichenverbrenner" für Deutschland in der tschechischen Originalversion mit Deutschen Untertiteln veröffentlicht.

Herz, Jahrgang 1934, studierte nicht wie viele seiner Kollegen an der FAMU in Prag, sondern, wie Jan Svankmajer an der AMU, der Hochschule für darstellende Künste. Laut Herz sei das der Grund dafür gewesen, dass er von den Regisseuren der Neuen Welle nie als gleichwertig anerkannt wurde. Herz sieht seine Vorliebe für das Düstere und Makabere als Antrieb für seine Filme. Das Politische stand, so gesteht er, für ihn nie, wie für seine Kollegen, im Mittelpunkt. In Wahrheit gehört "Der Leichenverbrenner" zweifelsohne zu jener tschechoslowakischen Neuen Welle, ebenso wie er zweifellos ein politischer Film ist. Juraj Herz lebte und arbeitete (als Regisseur) zwölf Jahre in Deutschland. Zuletzt führt er 2009 bei der deutsch-tschechisch-österreichischen Co-Produktion "Habermann" Regie.

Kar(e)l Kopfrkingl (Rudolf Hrusínský) Tscheche mit deutschen Wurzeln, arbeitet in einem Krematorium. Er ist ein anerkannter Bürger und Familienvater, der sich als waschechter Tschechen fühlt. Als die Deutschen die Macht im Land an sich reißen, wird er ganz schnell zum Deutschen, denunziert seine Kollegen und bringt Frau und Kinder (wegen ihrer jüdischen Abstammung) um. Er wird zum Dirktor seines Krematoriums und entwickelt gedanklich voll Lust Massenvernichtungskrematorien.
Kopfrkingl ist der typische Mitläufer ohne eigene Meinung. Er wiederholt nur die Aussagen der Anderen und erzählt seinem Gegenüber, was dieser hören will. Herz zeigt mit seinem Film, wie der Nationalsozialismus auf der untersten "Befehlsebene" funktionieren konnte. Eiskalt und emotionslos agiert Kopfrkingl.
Der Leichenverbrenner ist ein sehr durchkomponierter, präziser und poetischer Film. Er besticht durch seine perfekte Kamera, ein präzises Spiel, verbunden mit einer atmosphärischen Musik. Der Film basiert auf einen Roman von Ladislav Fuks. Gemeinsam mit dem Autor arbeitete Herz zwei Jahre an dem Drehbuch. Im auf der DVD enthaltenem Extra, zeigt Herz dieses Originaldrehbuch, das fast 1:1 umgesetzt worden ist. Jede Einstellung (außer der Boxkampf) war bereits darin vermerkt. Das sei auch der Grund gewesen, warum Dreh und Schnitt, dann sehr schnell gingen, erzählt Herz. Allerdings gab es eine Zwangspause. Nach dem Einzug der sowjetischen Panzer im August 1968, stockten die Dreharbeiten. Einige Schauspieler tauchten unter oder emigrierten. Zum Glück konnten die Arbeiten am Film beendet werden. Eine Besonderheit des Filmes sind die fließenden Übergänge zwischen den einzelnen Szenen. Kopfrkingl redet zum Beispiel mit einer Prostituierten und hängt bei ihr ein Bild an die Wand, während die Kamera zurück fährt merkt man, dass er längst daheim ist und mit seiner Frau spricht. Herz verrät, dass eine Erzählung von Jean-Paul Satre ihn zu dieser Montage-Technik inspirierte.
"Der Leichenverbrenner" wird einmal als Horrorfilm, dann wieder als schwarze Komödie bezeichnet. In Wahrheit ist er, obwohl er sowohl Elemente des Einen, wie des Anderen besitzt, weder das Eine, noch das Andere. "Der Leichenverbrenner" ist aus heutiger Sicht am ehesten als ein sehr musikalischer Kunstfilm zu bezeichnen. Er ist ein komplexes, streng komponiertes Kunstwerk, der seinen Horror hauptsächlich durch die realen Ereignisse im Nationalsozialismus gewinnt. (Juraj Herz war übrigens als Kind, wegen seiner jüdischen Abstammung, selbst im Konzentrationslager.) Die durchgehende, klassisch anmutende Musik von Zdenìk Liska trägt die Atmosphäre und steigert die surreal hypnotische Sogwirkung des Filmes. Ein wahres filmisches Meisterwerk!

Die DVD hat zahlreiche Extras von denen der Audiokommentar von Juraj Herz (in deutscher Sprache) und das 40-seitiges Begleitheft mit einem Essay von Adam Schofield und einem Interview von Ivana Kosulièová mit Juraj Herz aus dem Jahr 2001, besonders erwähnenswert sind. Es gibt noch zwei kleine Bonus-Filme, die aber wenig Informationsgehalt haben. Das alternative Ende ist nicht enthalten, wenngleich das Extra "Das alternative Ende und der Weg danach" es vermuten lässt. Das alternative Ende, das Herz nach dem Einzug der russischen Panzer 1968 in Prag gedreht hat, und in dem Kopferkingl mit den Sowjets zurückkehrt, ist verschollen und wurde vermutlich vernichtet. Die DVD befindet sich im Schuber mit gewiefter FSK-freiem Covermöglichkeit.
Herz bezeichnet seinen Film, wenn er ihn heute, 42 Jahre danach sieht, im Audiokommentar als "Reigen der Toten". Fast alle am Film Beteiligten sind heute tot. Um wie wertvoller ist diese deutsche DVD-Veröffentlichung in dem der 77jährige Juraj Herz sein Werk selbst erklärt.
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