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Der Leichenkönig
 
 

Der Leichenkönig [Kindle Edition]

Tim Curran , Mark Freier
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Auf den Feldern der Toten wird die Ernte eingeholt. Bestellt von Erweckungsfarmern mit schmutzigen Fingern, kalten Herzen und gierigen Gedanken, werden die Felder mit Schaufel und Spaten und Schweiß bearbeitet. Unter einem Leichentuch dünnen Mondlichts werden die Früchte aus der feuchten, schwarzen Erde gepflückt, aus wurmstichigen Särgen und verschimmelten Totenhemden gerissen, wie faulendes Korn aus zerfallenden Hülsen. Die Leichenernte wird auf schlammigen Karren aufgebahrt und zu Markte getragen, um an den Meistbietenden verkauft zu werden, zur Versorgung von Autopsiesälen und Anatomielaboren. Nacht für Nacht graben die Farmer auf ihren Gebeinfeldern und denken, sie seien allein bei ihrer finsteren Ernte. Aber es gibt noch einen anderen, der in Gräbern und Leichenhallen erntet. Einen anderen Schnitter, der seit Jahrtausenden sein Feld bestellt. Das Gesicht bleich wie der Mond und Finger wie Knochen, ist er der Große Herr der Leichenernte und Meister der Friedhofsegge. In der Welt des 19. Jahrhunderts gehen Samuel Clow und Mickey Kierney ihrem Lebensunterhalt im Erweckungsgewerbe nach - nicht ahnend, dass sie bald dem Leichenkönig begegnen werden ...

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tim Curran - Der Leichenkönig 10. Dezember 2011
Format:Broschiert
"Der Leichenkönig" erzählt die Geschichte von Sam Cowl und seinem Freund Mickey Kierney. Zwei Leichendieben im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts. Damit gehen die beiden einer Profession nach, die damals weit verbreitet war. Hierzu empfehle ich Currans kurzes Vorwort zu diesem Band. Der Autor hat sich eingehend mit diesem Thema befasst. Nicht nur die wahren "Erwecker" waren hier Teil der Recherche sondern auch die Elendsviertel Schottlands in den 1820ern. So nimmt es nicht Wunder, dass genau dieses Bild zu den größten Stärken der ursprünglich als Kurzgeschichte angedachten Erzählung ist. Das vor Unrat stinkende Edinburgh, die bedrückende Stimmung der Menschen in den Elendsvierteln, die Behandlung der Grabräuber untereinander, das Bedrohliche Verhalten der Menge während einer Hinrichtung und das zur Schau getragene und fast vollkommen unreflektierte Selbstbild der beiden Hauptdarsteller spiegeln diesen Mikrokosmos fast schon greifbar wider.

Dadurch wird das übernatürliche Element, der titelgebende Leichenkönig, zu einer Versinnbildlichung dieser Zeit und dieses Lebens. Das lässt sich sehr leicht an der Beschreibung des Leichenkönigs feststellen, die ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen will. Gleichzeitig stellt dieses Bild die zu erwartenden Folgen einer Existenz in einer solchen Umgebung dar - Wahnsinn und Tod mit wenig Hoffnung auf ein Happy End. Ob Sammy und Mickey ein solches beschieden ist, mag der interessierte Leser für sich selbst herausfinden.

Störend wirkt sich hier nur aus, dass es sich bei Der Leichenkönig" in der Tat um eine zu lang geratene Kurzgeschichte handelt. All die angesprochenen Stärken kämen in der kurzen Form viel besser zur Geltung. So gibt es die eine oder andere Länge im Buch. Immer wieder begleiten wir Cowl und Kierney auf den Friedhof. Immer wieder wird die Konfrontation mit dem Leichenkönig aufgeschoben. Das ist redundant und wird leider nicht durch die Handlungsträger der Geschichte ausgeglichen, die letztlich Schablonen bleiben.

Abgerundet wird das ganze durch ein kurzes aber lesenswertes Interview, das Christian Endres mit dem Autor führte. Hier erfährt man ein kleine Details über Tim Curran und den Entstehungsprozess von "Der Leichenkönig".

In conclusio ergibt das ein zwar nicht perfektes aber doch mehr als gelungenes Lesevergnügen und einen Autoren, der sich als interessante (in Deutschland relativ neue) Stimme der unheimlichen Literatur erweist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SabrinaK1985 TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
"Vor dem Anatomy Act von 1832 waren die einzigen Leichen, die im Vereinigten Königreich für die Sektion zur Verfügung standen, die zum Tode verurteilter Krimineller. Und auch wenn das Verbrechen wucherte und Hinrichtungen gang und gäbe waren, gab es kaum genug Leichen für chirurgische Demonstrationen an den medizinischen Fakultäten. So entstand, praktisch über Nacht, ein illegaler - aber sehr lukrativer - Markt für Leichen."
(S. 5)

Die Armut greift in den Straßen des Arbeiterviertels im Edinburgh des 19. Jahrhunderts um sich. Viele der jungen Mädchen prostituieren sich, die jungen Männer geraten oftmals in kriminelle Machenschaften um ihr täglich Brot zu verdienen. So geht es auch Clow und seinem Freund Mickey Kierney. Die beiden sind als Leichenräuber dick im Geschäft. Keine ungefährliche Arbeit - vor allen Dingen da seit einiger Zeit unheimliche Geschichten über etwas auf den nördlichen Grabfeldern im Umlauf sind...

Tim Curran erzählt in seiner Novelle "Der Leichenkönig" eine atmosphärische und schaurige Geschichte.
Sein Schreibstil ist dicht und sehr detailliert. Mit Hilfe von Tim Currans Worten kann man sich diese unwirtliche und verkommene Gegend vor Augen führen. Dunkel, düster und bedrückend wirkt die Novelle auf mich - ebenso wie das Cover.

Unsere Hauptprotagonisten, Clow und Mickey, gehen weiter ihrer Arbeit nach. Immer auf der Hut vor den Wachen, die verstärkt auf den Friedhöfen und Grabfeldern eingesetzt werden. Einfach haben sie es wirklich nicht, müssen sie auch noch Clows ständig besoffene Mutter aushalten.
Als sich nun immer häufiger Geschichten über dieses grauenvolle Ding erzählt werden, das auf den nördlichen Grabfeldern haust, wollen sich die beiden das einmal genauer anschauen. Guter Dinge gehen sie los um sich bestätigen zu könne, dass es sich nur um Aberglaube und Hirngespinste handelt. Aber was sie dann sehen können sie nicht glauben: tiefe Tunnel, die sich durch die Friedhofserde ziehen, umgestürzte Grabsteine und angenagte Menschenknochen....

Mehr will ich nicht verraten - am besten holt ihr euch dieses Buch und lest es in einer dunklen, düsteren Nacht. Freunde von Poe werden bestimmt auch an dieser Geschichte ihre Freude haben.
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Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Da mir Currans brachial-blutiger Roman THE DEVIL NEXT DOOR (dt. Zerfleischt) doch insgesamt gut gefallen hat, habe mir die vom Atlantis Verlag veröffentlichte Novelle DER LEICHENKÖNIG heruntergeladen und bin nach dem Lesen der Geschichte begeistert. Tim Curran kann wirklich schreiben.

Zum Inhalt des Buches steht genug hier in der Kurzbeschreibung bei Amazon.

Curran beschreibt mit prägnanten Worten und ohne auszuufern, das Leben der untersten Gesellschaftsschichten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Edinburgh. Man geht mit seinen beiden Akteuren Clowe und Kierney durch die Gassen von Old Town, riecht und atmet die Atmosphäre jener Zeit ein. Die Schilderungen der nächtlichen Aktivitäten der Beiden, die Erläuterungen zu ihrem Handwerk wirken authentisch und vor allem die plastischen und detaillierten Beschreibungen des Aussehens der Edinburgher Friedhöfe bei Nacht sind gut umgesetzt.

Das Ende der Novelle und auch das richtige Erscheinen des Namensgebers dieser Novelle erscheint mir, nach den Ausführungen anderer Begebenheiten der Geschichte, leider etwas überhastet, aber das ist verschmerzbar. Neben einem sehr informativen Vorwort des Autors gibt es am Ende ein nicht minder interessantes Interview in dem Curran zur Entstehung dieser Novelle befragt wird. Die Preisgestaltung dieser Veröffentlichung (E-Books wie auch richtiges Buch) empfinde ich angesichts der geringen Seitenzahl etwas hoch angesetzt. Eventuell werden dadurch potentielle Käufer abgeschreckt?! Aber ich finde...es lohnt sich!!
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