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4.0 von 5 Sternen
Tim Curran - Der Leichenkönig, 10. Dezember 2011
"Der Leichenkönig" erzählt die Geschichte von Sam Cowl und seinem Freund Mickey Kierney. Zwei Leichendieben im Edinburgh des frühen 19. Jahrhunderts. Damit gehen die beiden einer Profession nach, die damals weit verbreitet war. Hierzu empfehle ich Currans kurzes Vorwort zu diesem Band. Der Autor hat sich eingehend mit diesem Thema befasst. Nicht nur die wahren "Erwecker" waren hier Teil der Recherche sondern auch die Elendsviertel Schottlands in den 1820ern. So nimmt es nicht Wunder, dass genau dieses Bild zu den größten Stärken der ursprünglich als Kurzgeschichte angedachten Erzählung ist. Das vor Unrat stinkende Edinburgh, die bedrückende Stimmung der Menschen in den Elendsvierteln, die Behandlung der Grabräuber untereinander, das Bedrohliche Verhalten der Menge während einer Hinrichtung und das zur Schau getragene und fast vollkommen unreflektierte Selbstbild der beiden Hauptdarsteller spiegeln diesen Mikrokosmos fast schon greifbar wider.
Dadurch wird das übernatürliche Element, der titelgebende Leichenkönig, zu einer Versinnbildlichung dieser Zeit und dieses Lebens. Das lässt sich sehr leicht an der Beschreibung des Leichenkönigs feststellen, die ich an dieser Stelle nicht vorwegnehmen will. Gleichzeitig stellt dieses Bild die zu erwartenden Folgen einer Existenz in einer solchen Umgebung dar - Wahnsinn und Tod mit wenig Hoffnung auf ein Happy End. Ob Sammy und Mickey ein solches beschieden ist, mag der interessierte Leser für sich selbst herausfinden.
Störend wirkt sich hier nur aus, dass es sich bei Der Leichenkönig" in der Tat um eine zu lang geratene Kurzgeschichte handelt. All die angesprochenen Stärken kämen in der kurzen Form viel besser zur Geltung. So gibt es die eine oder andere Länge im Buch. Immer wieder begleiten wir Cowl und Kierney auf den Friedhof. Immer wieder wird die Konfrontation mit dem Leichenkönig aufgeschoben. Das ist redundant und wird leider nicht durch die Handlungsträger der Geschichte ausgeglichen, die letztlich Schablonen bleiben.
Abgerundet wird das ganze durch ein kurzes aber lesenswertes Interview, das Christian Endres mit dem Autor führte. Hier erfährt man ein kleine Details über Tim Curran und den Entstehungsprozess von "Der Leichenkönig".
In conclusio ergibt das ein zwar nicht perfektes aber doch mehr als gelungenes Lesevergnügen und einen Autoren, der sich als interessante (in Deutschland relativ neue) Stimme der unheimlichen Literatur erweist.
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4 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Zeitverschwendung, 21. November 2011
In einem Interview am Ende des "Buches" erklärt Tim Curren, daß er in einer Fabrik arbeitet und nur nebenbei schreibt. Ganz ehrlich - er sollte das Schreiben aufgeben und sich auf seine Fabrikarbeit konzentrieren. Selten so ein mieses Buch gelesen. Null Spannung, null Action, null Anspruch. Das Beste am Buch ist das Cover. Auf 140 Seiten ( länger ist das Buch zum Glück nicht ) werden ständig nur 2 Dinge beschrieben : Leichendiebstahl und die hygienischen Zustände im Schottland des 18. Jahrhunderts. Sonst passiert wirklich nichts, ausser man regt sich noch über die dämlichsten Dialoge auf, die je zu Papier gebracht wurden. Für mich 140 Seiten Zeitverschwendung.
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