Was ist das überhaupt – ein Wunderkind? Das Buch „Der Lehrer, das Wunderkind und getreidefeldmitrabenschwarz“ versucht dies zu beantworten: Ein Wunderkind ist ein Kind, das Engel sieht und schwarze Raben in den Augen trägt. Es ist ein Kind, das dissonante, mehrschichtige Lichtakkorde zu einem blauen Herrn der unendlichen Kornfelder verwandelt, jener das geschnitzte Sehnen hervorruft - voll überirdischer Schönheit und unsagbar endend im Zergehen kurz-schaukelnder Dämmerung. Es ist ein Kind, das wie die Hauptfigur Max Welt in der Ambivalenz des Denkens nach Geborgenheit sucht - im tätigen Ruhen der Phantasie, die sich schweigend im Kadenzfall auflöst. Es ist Kind, das wie vom Himmel gefallen zu sein scheint und zu früh seine Erfüllung im Tasthorchen mit geschlossenem Sehen nach Draußen findet, in Lichtgesprächen, im Gefühlshorchen. Es ist ein Kind, das nicht sprechen will, weil Worte den Tag stören und nur die Sterne wissen, wie das ist, im Ballettunterricht mal Reh, mal Rabe und Blütenschaum zugleich sein zu können. Es ist auch die Geschichte von einem Mann, unserem Mann, der das Glück suchte und der an der Sinnlosigkeit zerbricht. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Kind und einem älterem Mann - einer Freundschaft, die in der heutigen Welt nicht sein darf.
Die Erzählung umfasst knapp 191 Seiten und ist in Bremen angesiedelt. Sie beschreibt Menschen, die „anders“ sind.
So sind, was derzeit unten den phänomenalen Begriffen „Synästhesie“ und „Hochbegabung“ erforscht wird.