Was passiert, wenn ein Mann, der sein Leben lang keine Liebe, Freundschaft oder überhaupt positive zwischenmenschliche Bande erfahren hat, die Gelegenheit zum Herrschen bekommt? Der grausam missgebildete Mann, dem nie jemand einen echten Namen gegeben hat (er wird nur der "Leguan Oberlus" genannt) verbringt sein Leben als Spießrutenlauf als Harpunier auf einem Walfänger. Seine Mutter hat ihn alleine gelassen als er noch klein war und kein menschliches Wesen will etwas mit ihm zu tun haben. Seine furchtbare Häßlichkeit und die Reaktionen der Menschen darauf haben ihn auch innerlich verkommen lassen. Kaltblütig, unfähig zu Mitleid oder wahrer Freude, beschließt er als der Walkutter auf der Insel "Hood" der Galapagosinseln Pause macht, dort von Bord zu gehen und alle Menschen hinter sich zu lassen. Er will alleine leben und über die Insel regieren, Menschen will und braucht er nicht um sich. Dort, auf der einsamen Insel, gibt er auch den letzten Funken Hoffnung auf, dass er irgendwann doch ein "menschlicheres" Gesicht bekommen könnte, dass die Götter ihm helfen könnten. Als eine Schiffsmannschaft wieder halt auf der Insel macht und ihn findet, zerstören die Männer (vom Grauen gepackt im Anbetracht des "Monsters") seine ganzen Felder, Höhlen und Unterschlüpfe. Ihn peitschen sie aus. Das bringt das Fass des körperlich und seelisch schwer verletzten Leguan Oberlus zum überlaufen. Er schwört sich bittere Rache. Er schwört, sich nie wieder "unter" die ach so schönen und normalen Menschen stellen zu lassen. Er will alleiniger und angesehner Herrscher über diese Insel werden. Und Untertanen und Sklaven lassen nicht lange auf sich warten... Nach und nach erbäutet und erkämpft er sich einige Untergebene (er plündert anlegende Schiffe und bringt ganze Mannschaften um) die er mit grausamen und sadistischen Methoden gehorsam und willenlos macht. Nun ist ER der Herr über alle anderen und muss sich nicht mehr fürchten. Als er auch noch Nina Carmen in seine Gewalt bringt, die ihm als Sexsklavin und "Frau" zu dienen hat, scheint sein Leben perfekt zu sein. Doch der Wind dreht sich... Und Oberlus sieht ein, dass er nicht für immer auf seiner kleinen Insel den Alleinherrscher spielen kann... Das Buch habe ich verschlungen! Es ist zwar oft grausam und brutal. Unmenschlich und pervers. Oberlus ist ein Sadist gegenüber allem was lebt - ob Mensch oder Tier. Und doch zeigt es einfach nur die naheliegende Vermutung auf, wie sich ein Mensch wie Oberlus in der Situation des Alleinherrschers verhalten würde. Wie viele Diktatoren haben es ähnlich gemacht? Gibt es diese Vorkommnisse in abgewandelter Form nicht auch hier, in unserer modernen Welt? Das Buch ist genial!!