Im zweiten Teil ihrer Autobiagraphie nähert sich "die" französische Philosophin, "den" bestimmenden Elementen ihres Lebens als Intellektuelle und als Frau. Ihre sich festigende Beziehung zu Jean Paul Sartre wird durleuchtet, die intellektuellen aber auch teilweise privaten Aspekte ihres Lebens dokumentiert und analysiert.
DeBeauvoir schildert unterhaltsam, oft selbstkritisch, manchmal etwas selbstverliebt, aber immer sympathisch, ihre Reisen, sich selbst als politisch motivierte Person, ihre Liebesaffären und die Siege und Niederlagen ihres Lebens.
Besonders interessant zu lesen sind ihre Ausführungen zum Paris der Nachkriegszeit, Portraits befreundeter, zeitgenössischer Künstler und die Schilderung ihrer menschlichen und philosophischen Distanzierung von Albert Camus.
DeBeauvoir gelang mit diesem Werk eine absolut empfehlenswerte Lektüre, die manchmal wie ein Abenteuerroman anmutet, wenn von gar außergewöhnlichen Reisen nach Afrika oder Kuba die Rede ist, die oft wie ein philosophisches Traktat erscheint, und phasenweise auch "nur" wie das Tagebuch einer sympatischen, selbstironischen ganz "normalen" Frau.
DeBeauvoir zeichnet ein genaues Abbild ihrer Zeit und ihrer Gesellschaft und vergißt dabei nie auf ihren außergewöhnlichen Humor.