Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Der Laden
OA 1983 (Teil 1), 1987 (Teil 2), 1992 (Teil 3)Form Roman Epoche Moderne
In seiner autobiografisch gefärbten Romantrilogie verfolgt Erwin Strittmatter die Geschicke der Familie Matt und des Dorfes Bossdom vom Beginn der Weimarer Republik bis zur Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der DDR und den Anfangsjahren des neuen Staates.
Inhalt: Die Familie Matt eröffnet 1919 im fiktiven Dorf Bossdom in der Niederlausitz einen Bäcker- und Kolonialwarenladen. Aus Sicht des Sohnes Esau Matt, dargestellt in einer mit mundartlichen Wendungen durchsetzten Sprache, erfährt der Leser alles über das Familienleben, über die Geschehnisse in Bossdom sowie über die Weltereignisse, deren Kunde und Auswirkungen bis in die Niederlausitz dringen.
Der erste Band berichtet von der Ankunft in Bossdom, der allmählichen Etablierung des Ladens und Esaus Kindheit. Im zweiten Band zieht der Junge in die Stadt Grodk, wo er, da ihn der Dorfschullehrer ans Gymnasium empfohlen hat, die höhere Jungenschule besucht. Am Ende geht er nach einer Auseinandersetzung mit einem Lehrer vorzeitig ab. Der dritte Band spielt in den Anfangsjahren der DDR. Esau, inzwischen selbst Vater, kehrt nach Bossdom zurück, da dort Land verteilt wird. Neben dem Aufbau des Sozialismus auf dem Land ist Esau damit beschäftigt, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Wichtig geworden ist aber auch das persönliche Glück jedes Einzelnen, wie es zum Beispiel in den Ehen Esaus und seiner Geschwister zu erkennen ist. Der Laden dient noch eine Zeitlang als Konsum, wird dann durch einen Neubau ersetzt und beherbergt schließlich nur noch die Poststelle.
Wirkung: Schon vor der Veröffentlichung des ersten Bandes las Strittmatter regelmäßig aus seinem Laden-Manuskript, wobei seine lebensnahe, die Schwierigkeiten nicht verschweigende Schilderung viel zum Erfolg beitrug. Die Fernsehverfilmung von Jo Baier 1998 machte den Roman schließlich auch im Westen Deutschlands populär. B. G.
Der Laden
OA 1983 (Teil 1), 1987 (Teil 2), 1992 (Teil 3)Form Roman Epoche Moderne
In seiner autobiografisch gefärbten Romantrilogie verfolgt Erwin Strittmatter die Geschicke der Familie Matt und des Dorfes Bossdom vom Beginn der Weimarer Republik bis zur Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der DDR und den Anfangsjahren des neuen Staates.
Inhalt: Die Familie Matt eröffnet 1919 im fiktiven Dorf Bossdom in der Niederlausitz einen Bäcker- und Kolonialwarenladen. Aus Sicht des Sohnes Esau Matt, dargestellt in einer mit mundartlichen Wendungen durchsetzten Sprache, erfährt der Leser alles über das Familienleben, über die Geschehnisse in Bossdom sowie über die Weltereignisse, deren Kunde und Auswirkungen bis in die Niederlausitz dringen.
Der erste Band berichtet von der Ankunft in Bossdom, der allmählichen Etablierung des Ladens und Esaus Kindheit. Im zweiten Band zieht der Junge in die Stadt Grodk, wo er, da ihn der Dorfschullehrer ans Gymnasium empfohlen hat, die höhere Jungenschule besucht. Am Ende geht er nach einer Auseinandersetzung mit einem Lehrer vorzeitig ab. Der dritte Band spielt in den Anfangsjahren der DDR. Esau, inzwischen selbst Vater, kehrt nach Bossdom zurück, da dort Land verteilt wird. Neben dem Aufbau des Sozialismus auf dem Land ist Esau damit beschäftigt, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Wichtig geworden ist aber auch das persönliche Glück jedes Einzelnen, wie es zum Beispiel in den Ehen Esaus und seiner Geschwister zu erkennen ist. Der Laden dient noch eine Zeitlang als Konsum, wird dann durch einen Neubau ersetzt und beherbergt schließlich nur noch die Poststelle.
Wirkung: Schon vor der Veröffentlichung des ersten Bandes las Strittmatter regelmäßig aus seinem Laden-Manuskript, wobei seine lebensnahe, die Schwierigkeiten nicht verschweigende Schilderung viel zum Erfolg beitrug. Die Fernsehverfilmung von Jo Baier 1998 machte den Roman schließlich auch im Westen Deutschlands populär. B. G.
Kurzbeschreibung
Erwin Strittmatters Romantrilogie "Der Laden" hat mittlerweile eine Gesamtauflage von 670000 Exemplaren erreicht. Das Meisterwerk des großen Epikers, das über drei Jahrzehnte deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte bündelt, wurde nun als Gemeinschaftsproduktion von ORB, WDR, MDR, SWF, BR und ARTE verfilmt. In den Vorweihnachtstagen im Ersten zur besten Sendezeit ausgestrahlt, wird die atmosphärisch dichte Verfilmung unter der Regie von Grimme - Preisträger Jo Baier, der zusammen mit Ulrich Plenzdorf das Drehbuch schrieb, hohe Einschaltquoten erzielen.Es spielen u.a. Martin Benrath, Jörg Schüttauf, Carmen Maja Antoni, Cosma Shiva Hagen.Esau Matt in den verschiedenen Lebensstufen wird von Ole Brandmeyer, Bastian Trost und Arnd Klawitter verkörpert. Den Erzähler spricht Otto Sander.
Über den Autor
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Strittmatter, Erwin dt. Schriftsteller *14.8.1912 Spremberg (Niederlausitz) 31.1.1994 Dollgow (Brandenburg) Der Laden, 1983, 1987, 1992 (3 Teile) Erwin Strittmatter zählte zu den bedeutendsten Autoren der DDR; fünfmal wurde er mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. Zentrales Thema seiner Werke sind die Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Veränderungen der Landbevölkerung und deren Umgang mit der Umwälzung der Produktionsbedingungen. Der Sohn eines Bäckers erlernte selbst das Bäckerhandwerk, arbeitete jedoch auch in anderen Berufen, u.a. als Pelztierzüchter. Im Zweiten Weltkrieg wurde Strittmatter als Soldat eingezogen und desertierte kurz vor Kriegsende. Nach dem Rückkehr erhielt er aus der Bodenreform Land, arbeitete als Bäcker und Kleinbauer und wurde, seit 1947 SED-Mitglied, Amtsvorsteher für sieben Gemeinden. Strittmatter begann zu schreiben, neben Zeitungsartikeln das Theaterstück Katzgraben (1953), durch das Bertolt R Brecht auf ihn aufmerksam wurde. Seit 1953 in dritter Ehe mit der Lyrikerin Eva Strittmatter verheiratet, lebte Strittmatter ab 1954 auf dem Schulzenhof in der Mark Brandenburg. Zu seinen wichtigsten Werken zählen neben dem Laden die Romane Ochsenkutscher (1951), die Trilogie Der Wundertäter (1957, 1973, 1980), mit der er den Typus des "sozialistischen Dorfromans" schuf, und Ole Bienkopp (1963), der in volkstümlicher und bildhafter Sprache Probleme der Kollektivierung der Landwirtschaft behandelt. Biografie: G. Drommer, Erwin Strittmatter. Des Lebens Spiel, 2000.
Strittmatter, Erwin dt. Schriftsteller *14.8.1912 Spremberg (Niederlausitz) 31.1.1994 Dollgow (Brandenburg) Der Laden, 1983, 1987, 1992 (3 Teile) Erwin Strittmatter zählte zu den bedeutendsten Autoren der DDR; fünfmal wurde er mit dem Nationalpreis ausgezeichnet. Zentrales Thema seiner Werke sind die Lebensbedingungen und gesellschaftlichen Veränderungen der Landbevölkerung und deren Umgang mit der Umwälzung der Produktionsbedingungen. Der Sohn eines Bäckers erlernte selbst das Bäckerhandwerk, arbeitete jedoch auch in anderen Berufen, u.a. als Pelztierzüchter. Im Zweiten Weltkrieg wurde Strittmatter als Soldat eingezogen und desertierte kurz vor Kriegsende. Nach dem Rückkehr erhielt er aus der Bodenreform Land, arbeitete als Bäcker und Kleinbauer und wurde, seit 1947 SED-Mitglied, Amtsvorsteher für sieben Gemeinden. Strittmatter begann zu schreiben, neben Zeitungsartikeln das Theaterstück Katzgraben (1953), durch das Bertolt R Brecht auf ihn aufmerksam wurde. Seit 1953 in dritter Ehe mit der Lyrikerin Eva Strittmatter verheiratet, lebte Strittmatter ab 1954 auf dem Schulzenhof in der Mark Brandenburg. Zu seinen wichtigsten Werken zählen neben dem Laden die Romane Ochsenkutscher (1951), die Trilogie Der Wundertäter (1957, 1973, 1980), mit der er den Typus des "sozialistischen Dorfromans" schuf, und Ole Bienkopp (1963), der in volkstümlicher und bildhafter Sprache Probleme der Kollektivierung der Landwirtschaft behandelt. Biografie: G. Drommer, Erwin Strittmatter. Des Lebens Spiel, 2000.