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Alles in allem ein glänzender Film, den man gesehen haben muß.
Kernstück des Films bilden die familieninternen Zwistigkeiten und Machtkämpfe, die nach dem unerwarteten Tod des Thronfolgers entstehen: In der Burg von Chinon wird zum Weihnachtsfeste 1183 um die Nachfolge im angevinisch-englischen Königreich gerungen. Zur Auswahl stehen drei Söhne, völlig unterschiedliche Charaktere, bereits zu Beginn des Films in kurzen Begebenheiten exemplarisch geschildert: da ist Prinz John, der vom Vater geliebte und favorisierte jüngste Sohn, linkisch, ungepflegt und doppelzüngig, da ist Prinz Geoffrey, verschlagen, von den Eltern ungeliebt und beiseite geschoben, der sich beiden Brüdern gleichzeitig als späterer Kanzler andient, und natürlich Prinz Richard, der spätere Löwenherz, der als der nunmehr älteste überlebende Sohn seinen Anspruch auf die Thronfolge anmeldet. Hopkins überzeugt in der Rolle dieses Königs, der wegen seines Mutes und seines ritterlichen Ungestüms auch heute noch populär ist, obwohl er ein lausiger König war.
Während eines Tages und einer Nacht eskalieren die Ereignisse. Dies umso mehr, als ausgerechnet noch der König von Frankreich, Philipp II. (August), zu Besuch ist und von Heinrich entweder die Heirat seiner Schwester Alais, die die Geliebte Heinrichs ist, mit Richard verlangt oder aber die Rückgabe des Vexin als vor Jahren überlassene Mitgift. Heinrich will weder seine Geliebte noch das Vexin aufgeben, Eleanor wiederum, in der kurzen Zeit, in der sie in Freiheit und bei ihrer Familie ist (Heinrich hat sie vor Jahren internieren lassen), kämpft und intrigiert mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um ihren eigenen Einfluss auf die Zukunft, in der sie Richard als König sehen will. Dabei wechseln die Bilder zwischen einstiger Zärtlichkeit und den Momenten von Bitterkeit und Hass, welche in ihr aber auch in Heinrich und seinen Söhnen lodern. Messerscharfe Dialoge, ob nun Lügen oder Schwüre, alles kommt in diesem Meisterwerk vor. Es wird mit der Vergangenheit abgerechnet, und schließlich scheint am Ende der Tod der Söhne durch das Schwert des Vaters zu stehen....
Ein großartiger Film, der einen auch nach dem x-ten Anschauen immer noch in seinen Bann zieht!
Der Film in seiner Umsetzung hat mittelalterliches Flair, die deutsche Synchronisation ist ebenfalls gelungen. Der Film wird in Cinemascope (2.35:1) gezeigt, was sehr erfreulich ist. Alles in allem ein Fest für jeden Fan von Historienfilmen. Schade nur, dass der Ton in Mono ist und der etikettierte Trailer nirgendwo zu finden ist; aber dafür gibt es den Audiokomentar des Regisseurs, leider ohne deutsche Untertitel.
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