Mit dem Kuss der Russalka ist es Nina Blazon gelungen, einen historischen Hintergrund mit genau dem bisschen Phantasie und Erfindung so auszuarbeiten, daß eine runde, flüssige und vor allen Dingen spannende Geschichte entsteht.
Der Roman spielt Anfang des 18.Jhd in der Aufbauphase Sankt Petersburgs. Nachdem eine geheimnisvolle Tote aus den Fluten der Newa geborgen wird, gerät der junge Zimmermannslehrling Johannes in Verdacht und verstrickt sich daraufhin während seiner Nachforschungen in ein folgenreiches Intrigenspiel. Will jemand den Bau der Stadt verhindern? Ist gar der Zar Peter in Gefahr? Was weiß der verschlossene Jewgenij über die alten Legenden der Russalkas? Johannes macht sich auf, hinter diese Geheimnisse zu kommen und erlebt wahrlich Unglaubliches!
In diesem Buch ist so viel mitreißendes enthalten: zwischenmenschliche Beziehungen, Gefahr, Abenteuer, Freundschaft, Verschwörung, Täuschung, Märchen - und alles in einer so toll verflochtenen Handlung, die einem das Buch nicht aus der Hand nehmen läßt, bis man es ganz durchgelesen hat.
Frau Blazon schafft es, nicht nur den Hauptpersonen, sondern allen Akteuren in Ihrem Roman eine solche Tiefe und Persönlichkeit zu geben, daß man mit jedem Charakter einfach nur mitfühlen muss! Der Leser wird mitgenommen auf eine Berg- und Talfahrt der Ereignisse, mal mit einem lachenden und mal mit einem weinenden Auge. Die Erlebnisse von Johannes und so einfühlend und genau erzählt, daß man einfach nur mit ihm in die Welt des Sankt Petersburg eintauchen muß. Dieses Buch war eindeutig von der Kategorie: "in einem Schwung durchlesen, auch wenn's die ganze Nacht dauert".
Fazit: einfach wunderbar, unbedingt lesen, und auf alle Fälle: weiter empfehlen!