"Wo anfangen?", so habe ich mich gefragt, als ich beschlossen hatte, eine Rezension zu diesem Buch zu schreiben, auf dessen 336 Seiten sich dichtgedrängt Information an Information reiht. Vielleicht ... anfangen mit dem Anfang, den Erni Kutter selbst beschreibt: Eine Postkarte aus Südtirol, die das Fresko von drei Frauen mit den seltsamen Namen Ampet, Gewer und Bruen in der Kirche von Klerant zeigt. Anfangs konnte die Authorin damit gar nichts anfangen, nahm es allerdings als Herausfordung, nach Erklärungen zu suchen.
Das Ergebnis ihrer jahrelangen Recherchen ist dieses Buch: Sie erkannte in dem Bild - und nicht nur dort sondern an vielen anderen Fundstellen auch - die uralte, dreigestaltige, zyklische Natur-Göttin des Werdens, Seins und Vergehens, hier personifiziert als die drei Bethen. Also das Göttlich-Weibliche schlechthin, das seinen Ursprung schon in prähistorischen Zeiten hatte und über die Jahrtausende in abgewandelter Form bis in die Gegenwart überdauert hat.
Erni Kutter begibt sich auf Spurensuche, zeigt auf, mit welchen Mechanismen weibliche Gottheiten und damit verbunden auch real existierende Frauen im deutschen Sprachraum gewaltsam oder subtil unterdrückt, ausgegrenzt oder vereinnahmt wurden. Taten hinterlassen Spuren, wie jeder kriminalistische Profiler weiß. Auch nach Hunderten von Jahren ist so noch vieles zu erkennen, wenn man genau hinschaut: Auf die Orts- und Flurnamen, die Sagen und Mythen, das profane und klerikale Brauchtum, die christliche Kunst.
Mehr werde ich an dieser Stelle nicht schreiben, denn es ist schier unmöglich, einen treffenden Überblick bei einer derartigen Informationsfülle zu geben, noch ein bestimmtes Thema herauszugreifen, ohne die jeweils anderen zwangsläufig zu vernachlässigen. Erste Einblicke ins Buch erhalten interessierte Leserinnen, wenn sie links oben auf dieser Seite oberhalb des Buchcovers auf den Schriftzug "Blick ins Buch" klicken.
Wer sich für das Göttlich-Weibliche und damit auch die eigene Identität als Frau interessiert, wer wissen will, statt irgendwelchen vermeintlichen Authoritäten zu glauben, das gelernte Schulwissen hinterfragen möchte, einer Jahrtausende währenden Vertuschungsaktion auf die Spur kommen und sich nicht länger ein X für ein U vormachen lassen will, der greife selbst zum Buch und fange an zu lesen!!!