Produktinformation
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Eine kleine Gruppe Mutiger zieht vom abgeschnittenen Menzoberranzan aus zu einer ihrer Satelittenstädte und zugleich ihrem wichtigsten Handelsposten - Ched Nasad. Von der Stadt der schimmernden Netze sind seit vielen Zehntagen keine Karawanen mehr angekommen. Die Expedition hat zwar eine gefahrvolle Reise hinter sich, aber es ist klar, dass es nicht die Gefahren des Weges sind, die den Verkehrsfluss unter dem Angesichts Faeruns zum Erliegen gebracht haben.
Auch Ched Nassad ist von den selben Ereignissen betroffen wie Menzoberranzan, und Chaos breitet sich zunehmend aus. Aber während dort ein Sklavenaufstand erfolgreich niedergeschlagen wurde, verkehren hier auch andere höhere Rassen, wie Duergars (Grauzwerge) oder Illithiden (Gedankenschinder). Die unteren Ebenen der Stadt sind voll von Pöbel, der die Vorherrschaft der Dunkelelfen, welche sich schon lange nicht mehr ohne Sicherheitsmaßnahmen unten bewegen können, beenden will.
Aber auch in ihren Reihen befinden sich Häuser, die ihre Chance zum Aufstieg gekommen sehen und mit dem gefährlichen Feuer zu spielen bereit sind. In dieser explosiven Mischung soll nun die Party einerseits Informationen sammeln, andererseits Ched Nasads Elite dringend benötigte magische Gegenstände unter der Nase weg klauen! Ob die Machtgier des Einzelnen ein ganzes Volk in den Abgrund stürzt, DAS müßt ihr schon selbst lesen...
Zwar führt der Autor gut den Stil seines Kollegen R.L. Byers fort, an einigen Stellen sind mir jedoch leichte Unstimmigkeiten aufgefallen. Die meisten Charaktere des ersten Teils - nun als Party vereint - finden sich hier wieder, einige neue werden aufgebaut. Gelungen ist auch die Beschreibung der Stadt, die sich doch elementar von Menzoberranzan unterscheidet und so die Serie bisher auch als Quellenbücher für eine wie auch immer geartete Unterreiche-Kampagne interessant macht.
Das Cover ist einen Ticken zu Dunkel geworden (, oder bin ich der einzige Leser OHNE Infravision ;-)), rund 50 Seiten sind es weniger und keine Karte Ched Nasads ist dabei. Insgesamt einen Tuck schlechter als sein Vorgänger, trotzdem volle Wertung! Und Hochspannung bis in den März, wenn es endlich mit Teil III weitergeht!
Die Idee, verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Stilen und Vorzügen an einen Romanzyklus arbeiten zu lassen, erweist sich von Salvatore als Glücksgriff. Reid beschreibt sowohl Magie als auch Kampf und Intrige hervorragend - die (hoffentlich vorhandene) Fantasie des Lesers erledigt den Rest. Zeitweise kann man das Buch wirklich nicht zur Seite legen und verschlingt die Seiten regelrecht, da sich die Handlung enorm dynamisch und spannend weiterentwickelt. Natürlich sind es Drow und andere "bösen Monster", aber genau das macht heutzutage die Faszination aus. Wer will denn schon immer wieder die kitschig-schönen Romane vom strahlenden Ritter, polterndem Zwerg, edlem Elf und stolzem Magier? Verschlagung, Niedertracht, Intrigen, Mord, List und Gier treiben die Drow an - genauso wie diesen Roman!
An den Schirmherren R. A. Salvatore knüpfen auch die vielen sehr genauen Kampfbeschreibungen an. Vielfach bemerkt man die Auswirkungen von D&D-Regeln in den Kämpfen, was etwas unwirkliche Wiedererkennungsmomente hat - aber Leser, die das System nicht kennen, werden diese Hinweise nicht als unklar bemerken, sondern einfach als Spielart der hiesigen Magie. Die Kämpfe sind sehr gelungen, dieser Band erreicht einen Actiongrad, wie bei Salvatore gewohnt.
Spannende gut geschriebene Fantasy, sehr abenteuerlich, typisch Rollenspiel - ein Gedicht für D&D- und Faerûn-Fans, solide Unterhaltung für alle anderen. Wirklich auch gut ohne Vorkenntnisse lesbar.
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