![]() Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Der Krieg der Schwestern. Das Spiel der Götter 06. gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.
Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern. |
Produktinformation
|
Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden(Was ist das?)Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
|
Für manche ist der Zyklus durch die (wirklich) epische Brandbreite einfach zu komplex, andere verzweifeln an den verschiedenen Protagonisten und Handlungssträngen. Auf der anderen Seite geniessen die Leser diese neue Serie, die nicht ausgelutschte Pfande, sondern mutig neue Wege geht. Das Risiko hat sich meines Erachtens gelohnt: eine hervorragende Story, durchaus glaubhafte Charaktere und ein in der Fantasyliteratur unübliches "graues" Muster. Soll heissen: kein stereotypen Charaktere, bei denen der Gute fast schon widerlich strahlend und der Böse nur ein dummer Widersacher ist.
In diesem neuen Roman sorgt Erikson zudem dafür, dass es eine engere Rahmenhandlung gibt. Folgt der Roman am Anfang noch einem Charakter (einem bereits bekannten Toblakai..), wird nach etwa 80 Seiten die gewohnte Handlung wiederaufgenommen, ohne diesmal eine zu breite Handlung abzuspielen.
Kern der Geschichte ist die Beschreibung der malazanischen Strafexpedition, die in das Reich der Sieben Städte geschickt wurde. Die Handlung wird also in etwa dort wiederaufgenommen, wo man sie am Ende vom englischen zweiten Band "Deadhouse Gates" verlassen hat. Die Malazaner (unter ihnen Fiddler), brennen darauf, Rache für Coltaine zu nehmen, der inzwischen selbst unter den Einheimischen einen seltsamen, fast Heiligenstatus gewonnen hat. Doch ist dies nicht einfach ein Krieg von Rebellen gegen einen Besatzer. Es ist ein Krieg zwischen den beiden weiblichen Parans. Tavore führt die Malazaner gegen ihre eigene Schwester Felisin an, die nun die Anführerin der Apokalypse geworden ist.
In diesem Buch wird vor allem auch ein tiefer Einblick in die Anfänge des malazanischen Imperiums gegeben. Doch der interessanteste Teil ist wirklich der sehr persönlichen Kampf zwischen den Geschwistern, sowie die fast Guerilla-ähnlichen Kämpfe zwischen Malazanern und Rebellen. In diesem Band wird weit weniger Magie und komplexe Handlungen geboten als gewohnt, die Handlung ist "straight-on", dafür aber trotzdem spannend erzählt. Der eine wird es mögen, der andere nicht. Aber so ist es ja fast immer mit Erikson. Ich kann nur sagen: das Lesen lohnt sich auf jeden Fall.
Davon mal abgesehen, bekommt man mit "House of Chains" wiedermal hervorragende Fantasykost geboten. Ich bin schon gespannt, wie Erikson die weiteren Bände steigern will, da er dies bis jetzt immer getan hat. Hat man schon bei "Die eisige Zeit" und "Der Tag des Sehers" gedacht, den Höhepunkt der Serie erreicht zu haben, so muss man dies revidieren. Das Feuerwerk, was Erikson hier abbrennt, ist phänomenal. Die Charaktäre gewinnen immer mehr an Tiefe, es werden viele Facetten bzgl. der Historie der Erikson-Welt vermittelt und die Götter und Aufgestiegenen werden in nie dagewesener Art und Weise als handelnde "Personen" geschildert. Kurz: Die Luft brennt.
Daneben habe ich noch keinen Zyclus gelesen, bei dem man tatsächlich auf beiden Seiten einer geschilderten Konfrontation mitfiebern kann. Ist zwar nur möglich, sofern man alle vorgelagerten Bände gelesen hat, aber mal ehrlich: wer soll einen Erikson als Quereinsteiger verstehen. Für alle, die in der Fantasy nicht so bewandert sind, sollte eh vorher aus Überforderung schon die Kapitulation vor diesen Zyclus erfolgt sein. Für alle anderen ist dieser Zyclus eine Offenbarung. Erikson geht konsequent neue Wege. Elfen, Zwerge und schicksalsträchtige Küchenjungen sucht man hier vergebens. Dafür jede Menge neuer Ideen gepaart mit einer äußerst durchdachten und intelligent geschilderten Story. Jede Seite bietet Neuland.
Der Nachteil dieses Zyclusses liegt jedoch in der Tatsache, dass er noch nicht abgeschlossen ist. Wer wie ich im Sommer 2000 mit dem "Spiel der Götter" begonnen hat, ist auf Grund der komplexen Story gezwungen in den vorausgegangenen Bänden Passagen nachzulesen, um das Storygewebe in Gänze nachvollziehen zu können. Wie gesagt, nichts für Einsteiger.
Was mir in dem vorliegenden Band besonders gefallen hat, ist die lakonische Handlungsweise einiger Protagonisten (man denke nur an den Toblakai oder einen bestimmten T'lann Imass).
Aus einigen Rezensionen der Vorgängerbände habe ich eine Ablehnung des hier geschilderten Ausmaßes an Gewalt und Magie entnommen. Mal ehrlich, wer glaubt in der Fantasy denn an einen "sauberen" Krieg. Wenn er wie hier schonungslos dargestellt wird, kommt es der Glaubwürdigkeit zu Gute. Das Magiesystem sucht seines Gleichen. Ich habe mich in anderen Fantasyzyclen oftmals gefragt, wenn ein Magier so viel Macht besitzt, warum setzt er sie denn nicht gekonnt ein. Erikson konfrontiert uns mit einer nie dagewesenen "magischen" Macht, vergisst dabei aber nicht die Auswirkungen auf die betroffenen Personen darzustellen. Alles in Allem, sehr stimmig.
Fazit: Ein neuer Schuss der Droge "Erikson".
|
Das Forum zu diesem Produkt
Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
|
Ähnliche Foren
|
|
|
|