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Andreas Herberg-Rothe, der sich unter anderem mit seiner Studie über Das Rätsel Clausewitz. Politische Theorie des Krieges im Widerstreit als intimer Kenner der Kriegsthematik ausgewiesen hat, zeichnet in dieser überaus empfehlenswerten Einführung eine klare begriffliche und historische Entwicklungsgeschichte des Krieges. Dabei macht der Autor Brüche, aber auch die Kontinuitäten im Verlauf der Geschichte in einem wohl geordneten Überblick einsichtig.
Ein Fazit des Bändchens ist unter anderem, dass die "Neuen Kriege", von denen derzeit so häufig die Rede ist, für sich genommen und in historischer Betrachtung nicht ganz so neu sind, wie es zunächst den Anschein hat. So kann man etwa in der Tendenz zur Entstaatlichung des Krieges in mancherlei Hinsicht die strukturelle Wiederkehr des "Uralten" erkennen, das vor der Epoche der europäischen Staatenkriege die Regel gewesen ist. Auch andere Veränderungen, die in den zurückliegenden Jahrzehnten zu beobachten waren, sind zwar in ihrer Qualität, nicht aber strukturell von dem verschieden, was für die Wandlungsprozesse des Krieges über die Jahrtausende kennzeichnend war.
Die besondere Brisanz der Veränderungsprozesse heute -- dies macht das Buch gerade aufgrund seines relativ geringen Umfangs besonders deutlich -- liegt in der Gleichzeitigkeit der verschiedenen Wandlungs- und Entwicklungsprozesse. Diese betreffen den Krieg in all seinen Erscheinungsformen und sowohl in technischer, strategischer, taktischer, politischer als auch in rechtlicher Hinsicht. Wer wissen will, wie diese Veränderungen ineinander greifen, findet in diesem Band eine kundige Orientierung. --Andreas Vierecke
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Herberg-Rothe geht im Anschluss an Clausewitz, dessen erschreckende Aktualität angesichts der Begriffe von Krieg und Terrorismus erschreckend deutlich wird (der Autor nimmt hier auch Bezug auf seine frühere Studie: "Das Rätsel Clausewitz) von einem einheitlichen Kriegsbegriff aus, der aus Gewalt, Kampf und die zugehörigkeit der Kämpfenden zu einer umfassenderen Gemeinschaft definiert sei.
Der Autor erläutert auch die Begriffe Gewalt, welche im Krieg kein Selbstzweck, sonern Mittel sei. Außerdem beschreibt er das Merkmal der "neuen Kriege" und des modernen internationalen Terrorismus, die sogenannte Asymetrik des Krieges. Terrorismus sei keine moderne Erscheinung (S. 80,), terroristische Anschläge seien als asymetrische Kriegsführung zu bezeichnen, die darauf ziele, dem Gegner maximalen Schaden zuzufügen (S. 81). Wie auch Herfried Münkler in seinem Werk: "Die neuen Kriege" geht Herberg-Rothe von einer Vielfalt der Kriegsursachen aus, so dass von einer Monokausalität von Kriegsursachen nicht gesprochen werden kann.
Das Buch behandelt auf 142 Seiten wesentliche Aspekte der Kriegsforschung und ist übersichtlicher strukturiert und als Einführung daher besser geeignet als Herfried Münklers: "Die neuen Kriege".
Was mir zu kurz kommt ist die Erörterung von Strategien zur Kriegsvermeidung oder sogenannte Friedensstrategien. So ist es meines Erachtens bezeichnend, dass in der - sonst hervorragenden - Literaturliste das grundlegende Werk von Czempiel: "Friedensstrategien" nicht erwähnt wird.
Auch eine genaue Ursachenforschung des modernen Terrorismus, die Ursachen des "Fundamentalismus des Terrors" wie sie - hervorragend - John Gray, früherer Berater der britischen Premierministerin Thatcher, in seinem Buch: "Die Geburt al-Qaidas aus dem Geist der Moderne" (Kunstmann-Verlag, 2004, die beste Analyse des derzeitigen internationalen Terrorismus, die ich kenne), der den modernen Terrorismus als Abwehrreaktion gegen den Geist der Moderne beschreibt, findet nicht statt. Dies ist aber hier eher zu entschuldigen, da dieses Thema für eine Einführung in die Thematik wohl zu kompex ist.
Insgesamt wird der Forschungsstand zu dem Thema hervorragend dokuemtiert, die diesbezüglichen Arbeiten, etwa von Peter Waldmann (dessen neues Werk: "Terrorismus und Bürgerkrieg" noch nicht in der Literaturliste aufgeführt ist, wohl aber frühere Arbeiten des Autors), Herfried Münkler, Wolfgang Sofsky, Trutz von Trotha, Martin van Creveld und vielen anderen Forschern zu der Thematik Krieg und Gewalt sind aufgeführt und zeigen, wie umfangreich zwischenzeitlich der Forschungsstand zu dem Thema angewachsen ist.
Gute Einführung zum Thema.
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