Nachdem die Welle der historischen Romane über uns geschwappt ist, konnte man sehr schnell feststellen, dass nicht viel gutes oder sogar außergewöhnliches dabei ist. Das Buch die Kreuzritter von Rivelle ist da eine Ausnahme. Aus der Sicht eines Kreuzfahrers wird die "Unternehmung" rettet das heilige Land aus der Perspektive eines teilnehmenden erzählt. Schnell verliert der Leser die Einstellung, dass das Kreuzfahrertum edel und heroisch war. Vielmehr wird dem Leser klar, dass neben religiösem Fanatismus, erheblichen organisatorischen Problemen in erster Linie Verrat an der Tagesordnung waren. Schon nach kurzer Zeit bleibt in dem Buch nichts mehr von dem strahlenden Expeditionskorps Richtung Jerusalem übrig. Bemerkenswert ist auch, wie der Autor es schafft, die Rolle des Protagonisten zu gestallten. Im Laufe der Geschichte wird aus dem gottesfürchtigen Mann mit hohen moralischen Ansprüchen ein Realist, der die Ziele des Kreuzzugs in Frage stellt.
Neben der Haupthandlung gelingt es Rivelle auch immer wieder ein sehr lebhaftes Bild des Lebens des Mittelalters zu zeichnen. Insgesamt ein empfehlenswerter Lesespass, der nur durch sein etwas abruptes Ende ein wenig enttäuscht.