Das Buch habe ich zunächst bei einem Sternfreund einsehen können, der es mir als ein brauchbares Instrument für die Beobachtungsplanung empfahl. Ich habe es mir dann auch angeschafft.
Bisher nutze ich für die Vorplanung einer Beobachtung zuerst eine Sternkarte wie zum Beispiel die bewährte Drehbare Kosmos-Sternkarte. Um den entsprechenden Himmelsausschnitt und die Sternbilder zu finden, die im Laufe der geplanten Beobachtungszeit zu sehen sind, genügt mir mein Exemplar aus Mitte der neunziger Jahre. Heute gibt es eine Alternative mit mehr Details (Oculum-Verlag), die ich interessant finde, aber mein altes Exemplar funktioniert ja noch.
Was bisher immer fehlte, waren brauchbare Übersichtskarten in gedruckter Form, auf die ich bisher, auch wegen der früher heftigen Preise für brauchbare und detaillierte Himmelskarten, immer verzichtet hatte. Diese habe ich mit dem Kosmos Atlas nun zur Verfügung und die Planung macht mit seiner Hilfe noch viel mehr Vergnügen, als zuvor. Mit den Besprechungen zu den einzelnen Sternbildern im dritten Teil des Buches hat man eine Vorauswahl mit knapper Beschreibung, die Appetit machen auf das Heraussuchen weiterer Info zu einzelnen, interessant erscheinenden Objekten. Diese ausführlichen Hinweise zu den einzelnen Objekten finde ich anschließend im Deep Sky Reiseführer von R. Stoyan (Oculum Verlag).
Der Atlas für Himmelsbeobachter von Karkoschka (ebenfalls eine Ausgabe aus den Neunzigern, die ohne bunte Bilder auskommt), begleitet mich schließlich vor Ort. Mit dessen Hilfe suche ich die meisten Objekte auf.
Die Stellung von Planeten und des bisher immer nur als Störfaktor empfundenen Mondes sowie spezielle Himmelsausschnitte erhalte ich entweder aus einem Planetariumsprogramm, wovon ich das kostenlose 'Cartes Du Ciel' durchaus empfehlen kann. Da ich die Auswahl habe, nutze ich aber meist 'Guide 8'. Brauchbar sind aber auch ältere Versionen von Red Shift, die mir schon früher (Version 3) den gleichen Dienst geleistet haben, nämlich Aufsuchkarten für die Himmelsausschnitte zu erstellen, die im Karkoschka nicht zu finden sind, weil dort zum Beispiel gerade Uranus oder Neptun stehen.
Zum Punkt Mond habe ich mit dem Erwerb des Kosmos Atlas Sterne und Planeten meine Einstellung etwas verändert. Habe ich früher die entsprechenden Beobachtungsberichte und Fotos z.B. in der Zeitschrift Sterne und Weltraum nur überflogen, so kann ich dank der guten Einleitung und den Hinweisen zur Beobachtung des Erdtrabanten und des umfangreichen Kartenteils zum Thema Mond in dem Buch (immerhin ist das mit mehr als 40 von 224 Seiten ein guter Teil des Buches) die einzelnen Ausschnitte auf der Mondoberfläche finden und habe genug Informationen, zum Beispiel zu Landungen von verschieden Mondmissionen und zu den zu beobachtenden Einzelheiten, um den bisher als langweilig erscheinenden Mond nun interessant zu finden.
Im letzten Kapitel finden sich schließlich noch Beobachtungshinweise zur Beobachtung der Planeten und Positions- und Sichtbarkeitsangaben für die Jahre 2005 bis einschl. 2009. Gerade dieses, ebenfalls in gewohnt hoher Qualität ausgeführte Kapitel hätte ich mir aufgrund des Buchtitels etwas ausführlicher gewünscht. Doch auch hier gilt wie bei den knappen Besprechungen zu den Objekten in den einzelnen Sternbildern, dass man Lust bekommt, sich mit den einzelnen Objekten jetzt näher zu beschäftigen.
Das Buch macht also in jeder Hinsicht Appetit auf mehr und ist nicht nur eine wertvolle Informationsquelle für den Einsteiger, sondern liefert auch dem erfahrenen Beobachter neue Anregungen und steigert die Vorfreude auf die Beobachtung. Der Preis von 35 Euro ist allerdings hoch, es dürften auch gern 10 Euro weniger sein. In dieser Hinsicht kann ich jedoch ohnehin nicht meckern, denn ich habe selbst ein sehr gutes Exemplar mit leicht angestoßenen Ecken und mit entsprechendem Stempel am Schnitt für weniger als 6 Euro ergattern können, was es selbst damit dreimal wert ist.