Diese Ausgabe ist eigentlich der unveränderte Nachdruck der Koranübertragung von Dr. L. Ullmann in der ursprünglichen Fassung von 1840. Der Übersetzer ist zugleich Autor der Anmerkungen, die z.T. auch in der modernen Orientalistik für überholt angesehen werden. Die Übertragung selbst wurde bereits früh als mangelhafte Arbeit bewertet und in den Folgejahren revidiert, allerdings der hier enthaltene Text nicht die revidierte Version, sondern die ursprüngliche. Ein Grund für die Revision war u.a. das Fehlen der Versangaben und schlichte Falschübertragung des arabischen Textes, was man durch die Revision korrigieren wollte.
Den schlechten Ruf der Übertragung wollte man anscheinend dadurch verschleiern, dass man einen amgeänderten Autorennamen angibt: Aus "Ullmann" wurde kurzerhand "ASSmann" gemacht. Allein dies ist bereits ein Grund der Ausgabe zu misstrauen.
Demnach gibt es zusammenfassend folgende Punkte die Beachtet werden müssen:
- Es ist eine sehr alte Übertragung aus dem Jahr 1840
- Sie beinhaltet schlichte Falschübertragungen des Textes
- In den Anmerkungen finden sich z.T. recht eigenwillige (z.T. sogar rassistische) Interpretationen des Autors
- Es fehlen die Versangaben, die eigentlich sehr wichtig wären
- Es wird ein falscher Autor genannt
Unglücklicherweise findet diese Ausgabe aufgrund des billigen Preises bei Laien mitnerweile wieder eine recht große Verbreitung. Bei wirklischem Interesse sollte auf andere Ausgaben zurückgegriffen werden. Wenn man sich für die muslimische Betrachtung interessiert, sollte man die Übertragungen von Abdullah Frank Bubenheim und Murad W. Hofmann verwenden, wobei in der deutschen Orientalistik eher die Ausgaben von Rudi Paret und Max Henning bevorzugt werden.