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Der Kondor. Das Heidedorf
 
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Der Kondor. Das Heidedorf [Taschenbuch]

Adalbert Stifter
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150089905
  • ISBN-13: 978-3150089903
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 8,8 x 0,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 196.218 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Adalbert Stifter
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Produktbeschreibungen

Klappentext

Die beiden frühen, 1840 veröffentlichten Erzählungen Stifters setzen sich bereits mit Themen auseinander, die für sein Werk bestimmend bleiben: die innere Einsamkeit des Künstlers, die zerbrochene Jugendliebe und die Verlorenheit des Menschen vor der Allgewalt der Natur.

Über den Autor

Adalbert Stifter, geb. 1805 in Oberplan/Böhmerwald), war der Sohn eines Leinewebers und Flachshändlers. Nach der Gymnasiumszeit im Benediktinerstift Kremsmünster studierte er ab 1826 die Rechte in Wien, ohne aber eine Schlußprüfung zu absolvieren. In den 1830er Jahren bewarb er sich mehrmals erfolglos um Anstellungen als Lehrer und verdiente dann seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer. Nachdem ihm 1840 die Veröffentlichung der Erzählungen 'Der Condor' und 'Feldblumen' erste Erfolge gebracht hatte, lebte er bis 1850 als freier Schriftsteller. Nach den Märzunruhen von 1848 in Wien zog sich Stifter nach Linz zurück, wurde zum Schulrat ernannt, 1853 von der "Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst und historischen Denkmale" zum Konservator für Oberösterreich bestellt.
1865 trat Stifter, wohl seit 1863 unheilbar erkrankt, durch lästige Verwaltungsarbeit und finanzielle Bedrängnis verbittert, in den Ruhestand. Nach einem Selbstmordversuch starb er 1868 in Linz.

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Von Dr. M.
Format:Gebundene Ausgabe
Adalbert Stifter gehört zu den bedeutendsten Dichtern des Biedermeier. Dieser ansprechend aufgemachte Band enthält zwei Prosa-Studien Stifters (diese bescheidene Formulierung wählte der Autor selbst) aus dem Jahre 1840. Vor allem "Das Heidedorf" zeichnet sich aus durch die meisterhafte Evokation eines ländlichen Idylls, einer heilen Welt, in der auch bittere Schicksalsschläge wie eine wochenlange Dürre oder die Verweigerung einer Eheschließung durch den Vater der Braut aufgefangen werden durch Gottes fürsorgliches Walten. Erzählt wird die Geschichte des Hirtenjungen Felix, der in einem Heidedorf aufwächst und die biblischen Geschichten der Großmutter so verinnerlicht, dass er als Jüngling hinauszieht in die weite Welt und sogar das Heilige Land bereist. Doch es zieht ihn schließlich zurück in die Heimat, wo er fortan pflichtschuldig das bescheidene Landleben seiner Vorfahren fortsetzen will. Sein Warten auf die Zustimmung des Vaters seiner Auserwählten, von der der Leser weiter nichts erfährt, fällt zusammen mit einer Dürreperiode, die das Heidedorf plagt. Ein reinigendes Pfingstgewitter erlöst die Heide von der Trockenheit und Felix von der Ungewissheit: Ein Brief trifft ein, der ihm eröffnet, dass die rustikale Existenz, für die er sich entschieden hat, sich nicht mit den Interessen des Brautvaters vereinbaren lässt.

Auch in der Geschichte "Der Kondor", die bereits deutliche Züge des bürgerlichen Realismus aufweist und an Theodor Storms Novelle Immensee erinnert, bleibt die Liebe unerfüllt. Im Zentrum steht die Ballonfahrt von Cornelia ("Die Harte"), einer selbstbewussten 22-Jährigen, die freilich ihre Kräfte überschätzt und an Bord des hoch gestiegenen "Kondors" ohnmächtig wird: "Ich habe es dir gesagt, Richard, das Weib erträgt den Himmel nicht..." Der erste Teil der kurzen Erzählung, das "Nachtstück" widmet sich jedoch nicht der jungen Frau, sondern dem gleichaltrigen, in sie verliebten Maler Gustav, der dem fliegenden Ballon vom Fenster seiner Dachstube aus besorgt zusieht. Cornelias kühnes Männer-Abenteuer sorgt für eine vorübergehende Entfremdung zwischen den Verliebten. Doch ein Besuch des Malers einige Zeit nach dem Ballonflug mündet in einen leidenschaftlichen Kuss und "beider glühendster, einzigster Entschluss ist es, das Äußerste zu wagen, um nur einander wert zu sein, um nur sich zu besitzen, immerfort in Ewigkeit und Ewigkeit." Doch mit den Worten: "Ach, ihr Armen, kennt ihr denn die Herrlichkeit, und kennt ihr denn die Tücke des menschlichen Herzens?", den Schlussworten des dritten Kapitels, leitet der Erzähler zum letzten Kapitel über, in dem er von einer zufälligen Begegnung mit Cornelia viele Jahre später in Paris berichtet. Nach der Betrachtung einiger ausgestellter Gemälde Gustavs sei sie in Tränen ausgebrochen.

In beiden Erzählungen waltet also ein auktorialer Erzähler seines Amtes, der den Leser durch die Geschichten führt und sich gelegentlich mit Kommentaren zu Wort meldet. Diese heute fast ausgestorbene altväterliche Erzählhaltung trägt mit zum Charme der beiden Texte bei, auch wenn ausufernde Detail- und Naturbeschreibungen in einer nicht gerade schnörkellosen Sprache die Geduld manches Lesers ziemlich strapazieren werden. Doch es offenbart sich bereits in diesen beiden frühen Erzählungen Stifters humanistisches und von großer Lebensweisheit geprägtes Weltbild, das auch in unserer hektischen Ära der Globalisierung vielen noch etwas zu sagen hat.
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Von Dr. M.
Format:Taschenbuch
Mit diesem Zitat aus dem "Heidedorf" lassen sich viele Werke des Linzer Schulrats Adalbert Stifter umreißen, der der Epoche des Biedermeier zugerechnet wird. Dieses günstige Reclam-Bändchen enthält zwei Prosa-Studien Stifters (diese bescheidene Formulierung wählte der Autor selbst) aus dem Jahre 1840. Vor allem "Das Heidedorf" zeichnet sich aus durch die meisterhafte Evokation eines ländlichen Idylls, einer heilen Welt, in der auch bittere Schicksalsschläge wie eine wochenlange Dürre oder die Verweigerung einer Eheschließung durch den Vater der Braut aufgefangen werden durch Gottes fürsorgliches Walten. Erzählt wird die Geschichte des Hirtenjungen Felix, der in einem Heidedorf aufwächst und die biblischen Geschichten der Großmutter so verinnerlicht, dass er als Jüngling hinauszieht in die weite Welt und sogar das Heilige Land bereist. Doch es zieht ihn schließlich zurück in die Heimat, wo er fortan pflichtschuldig das bescheidene Landleben seiner Vorfahren fortsetzen will. Sein Warten auf die Zustimmung des Vaters seiner Auserwählten, von der der Leser weiter nichts erfährt, fällt zusammen mit einer Dürreperiode, die das Heidedorf plagt. Ein reinigendes Pfingstgewitter erlöst die Heide von der Trockenheit und Felix von der Ungewissheit: Ein Brief trifft ein, der ihm eröffnet, dass die rustikale Existenz, für die er sich entschieden hat, sich nicht mit den Interessen des Brautvaters vereinbaren lässt.

Auch in der Geschichte "Der Kondor", die bereits deutliche Züge des bürgerlichen Realismus aufweist und an Theodor Storms Novelle Immensee erinnert, bleibt die Liebe unerfüllt. Im Zentrum steht die Ballonfahrt von Cornelia ("Die Harte"), einer selbstbewussten 22-Jährigen, die freilich ihre Kräfte überschätzt und an Bord des hoch gestiegenen "Kondors" ohnmächtig wird: "Ich habe es dir gesagt, Richard, das Weib erträgt den Himmel nicht..." Der erste Teil der kurzen Erzählung, das "Nachtstück" widmet sich jedoch nicht der jungen Frau, sondern dem gleichaltrigen, in sie verliebten Maler Gustav, der dem fliegenden Ballon vom Fenster seiner Dachstube aus besorgt zusieht. Cornelias kühnes Männer-Abenteuer sorgt für eine vorübergehende Entfremdung zwischen den Verliebten. Doch ein Besuch des Malers einige Zeit nach dem Ballonflug mündet in einen leidenschaftlichen Kuss und "beider glühendster, einzigster Entschluss ist es, das Äußerste zu wagen, um nur einander wert zu sein, um nur sich zu besitzen, immerfort in Ewigkeit und Ewigkeit." Doch mit den Worten: "Ach, ihr Armen, kennt ihr denn die Herrlichkeit, und kennt ihr denn die Tücke des menschlichen Herzens?", den Schlussworten des dritten Kapitels, leitet der Erzähler zum letzten Kapitel über, in dem er von einer zufälligen Begegnung mit Cornelia viele Jahre später in Paris berichtet. Nach der Betrachtung einiger ausgestellter Gemälde Gustavs sei sie in Tränen ausgebrochen.

In beiden Erzählungen waltet also ein auktorialer Erzähler seines Amtes, der den Leser durch die Geschichten führt und sich gelegentlich mit Kommentaren zu Wort meldet. Diese heute fast ausgestorbene altväterliche Erzählhaltung trägt mit zum Charme der beiden Texte bei, auch wenn ausufernde Detail- und Naturbeschreibungen in einer nicht gerade schnörkellosen Sprache die Geduld manches Lesers ziemlich strapazieren werden. Doch es offenbart sich bereits in diesen beiden frühen Erzählungen Stifters humanistisches und von großer Lebensweisheit geprägtes Weltbild, das auch in unserer hektischen Ära der Globalisierung vielen noch etwas zu sagen hat.
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