Erik Ode ist vielen nur als "Der Kommissar" der gleichnamigen Fernsehserie (1968-1975) bekannt. Allerdings ist diese Rolle, die ihm bewusst von Herbert Reinecker auf den Leib geschrieben wurde, nur ein winziger Bruchteil seines Schaffens und eher als Abschluss einer grandiosen Karriere zu sehen. Dem Titel seiner Autobiografie "Der Kommissar und ich" könnte man entnehmen, dass es in diesem Buch vorwiegend um sein Wirken als "Der Kommissar" und um diese Fernsehjahre geht. Dies ist nicht der Fall, denn von den insgesamt 440 Seiten dieses Buches handeln gerade mal die ersten 28 und die letzten 30 Seiten von diesem Lebensabschnitt.
Erik Ode wurde vor genau 100 Jahren am 6. November 1910 in Berlin geboren. Er entstammt einer Schauspielerdynastie, denn bereits sein Großvater Fritz Odemar (1858-1926) war Hofschauspieler und sein Vater Fritz Odemar (1890-1955) und war ein berühmter Theater- und Filmschauspieler. Seinen Geburtsnamen Fritz Erik Signy Odemar formte er zu seinem Künstlernamen Erik Ode, auch um sich von seinem Vater abzugrenzen.
Dieses Buch gibt einen umfassenden Einblick in seine faszinierende Lebensgeschichte, über seinen beruflichen Werdegang, sein künstlerisches Schaffen und auch zum Zeitgeschehen (Wirtschaftskrise in den 20er Jahren, Weimarer Republik, Drittes Reich, Untergang, Gefangenschaft, Nachkriegsdeutschland, Wiederaufbau).
Die erfrischende Art, in der er sein Leben schildert, hat mich von den ersten Seiten an gefangen genommen und ich habe dieses Buch geradezu verschlungen.
Leider gibt es dieses Buch momentan nur antiquarisch. Vielleicht nimmt irgendein Verlag seinen 100. Geburtstag ja zum Anlass, diese tolle Autobiografie endlich wieder neu aufzulegen.
DH