Inhalt:
Diese zweite Box enthält die zwischen dem 09. Oktober 1970 ("Der Mord an Frau Klett") und dem 12. Mai 1972 ("Toter gesucht") vom ZDF ausgestrahlten Folgen der beliebten "Kommissar"-Krimireihe mit Erik Ode.
Das sind weitere 24 Folgen, die von verschiedenen namhaften Regisseuren, nach den Büchern von Herbert Reinecker, spannend inszeniert wurden sind.
Zur von der schauspielerischen Seite her bestechenden Qualität jeder einzelnen Folge, haben auch hier wieder aussergewöhnlich gute Darsteller beigetragen.
So ist in Folge 28: "Drei Tote reisen nach Wien" vom 18. Dezember 1970 u.a. der unvergessene Fritz Eckhardt zu sehen, der in seiner Paraderolle als Wiener Oberinspektor Marek dabei ist. In dieser Rolle kannte man ihn in Österreich allerdings auch schon vorher, in einer gleichnamigen TV-Serie. Später wurde Fritz Eckhardt mit dieser Rolle auch als "Tatort"-Kommissar des ORF bekannt.
In Folge 40: "Der Tod des Herrn Kurusch" vom 12. November 1971 sind u.a. Cornelia Froboess, Wolfgang Büttner, Christiane Krüger oder Heinz Baumann zu sehen.
In Folge 34: "Der Tote von Zimmer 17" vom 07. Mai 1971 wirken u.a. Peter Pasetti, Hannelore Elsner, Günther Mack und auch der "Unverbesserliche" Joseph Offenbach mit. Für den am 28. Dezember 1904 in Offenbach als Joseph Ziegler geborenen Schauspieler, war es übrigens eine seiner letzten TV-Rollen. Zum letzten Mal trat er zwei Tage nach Ausstrahlung dieser "Kommissar"-Folge, als Vater Kurt Scholz neben Inge Meysel als Käthe Scholz in den "Unverbesserlichen" im Fernsehen auf. Das war am 09. Mai 1971.
Am 15. Oktober 1971 ist Joseph Offenbach in Darmstadt verstorben. Knapp zwei Wochen nach seinem Tod erlebte der Kinofilm "Der Kapitän" am 28. Oktober 1971 seine Uraufführung. In diesem Film war Joseph Offenbach in seiner wirklich allerletzten Rolle neben Hauptdarsteller Heinz Rühmann zu sehen.
Ein absolutes Highlight ist sicherlich Folge 43: "Der Traum eines Wahnsinnigen" vom 28. Januar 1972.
Hier ist Horst Frank als Charakterdarsteller in gleich sechs verschiedenen Rollen, neben Curd Jürgens, Christine Kaufmann und Günther Stoll zu erleben.
Neben Vadim Clowna in Folge 25 oder Bernhard Wicki in Folge 48 könnte man noch viele weitere namhafte Darsteller aufzählen.
Aber damit möchte ich es an dieser Stelle bewenden lassen.
Jeder der sich bereits die erste Box der "Kommissar"-Kult-Kollektion zugelegt hat, konnte sich ohnehin selbst von der hohen schauspielerischen Qualität dieser Reihe überzeugen.
Nachtrag vom 10. August 2010:
Leider wird die einzige von Regisseur Helmut Käutner innerhalb dieser 97-teiligen Kultkrimireihe inszenierte Folge, nicht den Weg in diese DVD-Kollektion und damit auf die DVDs dieser zweiten Box finden.
Der Erbe des Regisseurs verweigerte mit der Begründung: "Kein Interesse!", kurz und bündig seine Zustimmung zur DVD-Veröffentlichung dieser einen Folge.
Die TV-Ausstrahlungsrechte der Folge mit der laufenden Nummer 27 und dem Titel "Anonymer Anruf", sind von dieser Entscheidung allerdings in keinster Weise berührt. Diese Folge kann also auch weiterhin bei Wiederholungen der Serie im ZDF oder einem anderen Sender gezeigt werden.
Ein wesentlicher Grund sind die sehr komplizierten Vertrags- und Rechteverhältnisse jeder einzelnen Folge dieser Serie.
Als "Der Kommissar" zwischen 1969 und 1976 mit seinen 97 Folgen als Erstausstrahlung über die Bildschirme flimmerte, dachte Vertragsrechtlich schließlich niemand daran, dass es die Bild- und Tonwiedergabe über ein hochwertiges Speichermedium für jedermann, wie es die DVD heute geworden ist, einmal geben würde.
Geschweige denn dass diese sich innerhalb kürzester Zeit dazu entwickelt, mit Möglichkeiten die damals nicht einmal der Film, das Tonband oder die Schallplatte bieten konnte.
Für eine DVD-Veröffentlichung müssen ganz wesentliche rechtliche Bestimmungen erfüllt sein.
Wenn wie im vorliegenden Fall, die vorhandenen und gültigen Verträge diesen Bestimmungen nicht entsprechen, muß zwingend nachverhandelt werden.
Verweigert also der Regisseur oder eben auch sein Nachkomme als dessen gesetzlicher Erbe diese notwendige Zustimmung, dann ist eine DVD-Veröffentlichung generell unmöglich.
Das aus Interesse an der Sache erworbene Wissen, wollte ich an dieser Stelle ebenso sachlich versuchen wiederzugeben.
Diese Informationen tragen hoffentlich zum besseren Verständnis des Themas bei.
Nachtrag vom 27. August 2010:
Bildbewertung:
Die Hauptfilme wurden mit einer Gesamtlaufzeit von 1416 Minuten auf sechs DVDs aufgespielt. Wie schon zur Veröffentlichung von Box Nr. 1 standen Augenscheinlich auch hier wieder nur die Filmüberspielungen auf MAZ-Videomaterial zur Verfügung.
Die Bildqualität lässt sich dem zu Folge als gut bis zufriedenstellend bezeichnen.
Das Bonusmaterial beansprucht insgesamt 185 Minuten und wurde wie schon in der ersten Box auch hier wieder auf DVD Nr. 7 untergebracht.
Besonders zu empfehlen ist hierbei die ZDF-Sendung "Das kleine Fernsehspiel" vom 06. September 1973, das unter dem Titel "Fernsehverweigerung" auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin produziert wurde. Neben Margot Trooger als Mutter, Cornelia Froboess als Tochter und Thomas (Thommy) Pieper als Sohn, ist Erik Ode hier in der Rolle des Vaters zu sehen. Die vier Schauspieler mussten in verschiedenen Szenen das Verhalten einer Familie darstellen, die sich plötzlich mit der Tatsache konfrontiert sehen, dass das Fernsehen mit sofortiger Wirkung seinen Sendebetrieb einstellt.
Alle Szenen mussten Live vor Publikum Improvisiert werden, da jeweils immer nur eine, vom Publikum vorher ausgesuchte Situation, für die jeweiligen Szenen vorgegeben wurden.
Die Schauspieler wussten also bis bis zu ihrem Auftritt tatsächlich nie, mit welcher Situation sie es konkret zu tun bekamen.
Heute kaum noch vorstellbar wie aufwendig es Damals war, die Meinung der Fernsehzuschauer per "Lichttest", für den man ein Bügeleisen benötigte, abzufragen.
Nachdem die Zuschauer dreier bundesdeutscher Großstädte dazu aufgefordert wurden, sollten diese den Stecker ihres Bügeleisens in die Steckdose stecken. Dann wurde ca. zweieinhalb Minuten lang im Elektrizitätswerk die Erhöhung des Stromverbrauchs gemessen.
Die jeweilige Prozentzahl wurde dann als Ergebnis Live in die Sendung durchgegeben. Der "Lichttest" ist quasi so etwas ähnliches wie der "Urahn" des heutigen Ted-Abstimmungsprinzips.
Die Live-Sendung des ZDF vom 06.09.1973, die zwischen 22:45 und 0:15 Uhr aus den Hallen unter dem Berliner Funkturm übertragen wurde, ist in voller Länge von 90 Minuten enthalten.
Aus heutiger Sicht ist es schon mehr als Interessant zu sehen und zu hören, wie man damals über das Medium Fernsehen dachte, zu einer Zeit als Bundesweit, neben den regionalen dritten Programmen, überhaupt nur die zwei öffentlich-rechtlichen Programme von ARD und ZDF, empfangen und gesehen werden konnten.
Gratulation denen die diese Sendung aus dem Archiv herausgesucht und damit eine Veröffentlichung auf DVD möglich gemacht haben.
Das 28-seitige Booklet gibt ausführliche Hintergrundinfos und Episodenbeschreibungen.
Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht, dass nicht wenigstens ein paar Fotos und eine kurze Inhaltsangabe zu Folge 27 der Vollständigkeit wegen mit ins Booklet aufgenopmmen wurden. Die Folge hätte es verdient gehabt, wenigstens auf diese Art und Weise den Weg in diese Box zu finden.
Tonbewertung:
Der sauber und klar verständliche Ton wurde durchweg im Format Dolby Digital 2.0 Mono aufgespielt.
Wesentliche Mängel die zu einer besonderen Beeinträchtigung der Tonqualität beitragen könnten sind nicht festzustellen.
Gesamturteil:
Trotz der nicht zur DVD-Veröffentlichung freigegebenen Folge 27 konnte die Firma "Universum" auch mit der zweiten "Kommissar"-Box insoweit ein Qualitätsprodukt auf den Markt bringen, mit dem jeder Fan und Freund dieser legendären Kultkrimiserie Glücklich werden kann.
Fazit:
Greifen Sie zu wenn Sie ein Freund oder Fan dieser Serie sind.
Diese Box ist vor allem wegen des ausgezeichneten Bonusmaterials sehr zu empfehlen.