Als Fan dieser einzigartigen Metropole New York und unter dem Eindruck von Colson Whiteheads früheren Romanen, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Leider entpuppte es sich als eine Enttäuschung.
New York = Manhattan, Manhattan = New York. Auch Whitehead, in New York geborener und in Brooklyn lebender Autor, hält an diesem Klischee fest. Sieht man einmal vom Kapitel über Coney Island ab, reduzieren sich seine Betrachtungen auf Orte in Manhattan, verbunden mit Bemerkungen über Regen oder andere Szenarien (entsprechend den Kapitelüberschriften), die ebenso auf jede andere Metropole, ob in Amerika oder Europa, zutreffen würden. Die spezielle Gültigkeit für New York bleibt ein Geheimnis des Autors. Whitehead sinniert in 13 Kapiteln über seine Stadt. Er tut dies in einer äußerst knappen Sprache. Kurzen Sätzen folgen oft nur einzelne Wörter - hingeworfen, ausgespuckt. Mit viel gutem Willen kann der Leser hierin den Rhythmus der Großstadt erkennen. Nach spätestens 3 Kapiteln wird diese Masche jedoch zäh und ermüdend, zumal die Bemerkungen und Betrachtungen sich wiederholen und somit beliebig werden.
Hin und wieder zaubert Whitehead schöne Bilder, bemüht er sich hinter die Fassaden und Kulissen zu blicken. Doch größtenteils versackt die Sprache im Sumpf der Stereotypie. Liebhaber und Kenner von New York werden eine Vielzahl von Szenarien und Geschehnissen finden, die sie so oder ähnlich schon selbst erlebt haben. Leser, denen die Metropole fremd ist, wird sie durch dieses Buch sicherlich nicht näher gebracht.