Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber der Brenner (Josef Hader) nichts mitgekommen, weil ihn hat nur das Auto von dem säumigen Besitzer interessiert, das er für die Leasingfirma hat einkassieren sollen. So ist er im Löschenkohl gelandet. Dem Ausflugslokal, das in ganz Österreich für seine knusprigen Backhendln berühmt ist. Da hat ihn der grobschlächtige Platzhirsch (Traumbesetzung: Josef Bierbichler) gleich herzlich begrüßt: Hier sei eine Wirt-Schaft und er kein Gast-Wirt. Jetzt hätte den Brenner beinahe der unterbutterte Löschenkohl junior (gruslig neben der Spur: Christoph Luser) engagiert, aber dann hat der den Papa lieber selber erpresst, weil der alte Löschenkohl einiges mit Nutten in der slowakischen Nachbarschaft am laufen. Doch der Brenner total blind wegen der feschen, vernachlässigten Sohngattin (herzerfrischend unsexy: Birgit Minichmayr), während immer mehr Menschen in der Knochenmühle für die Hendlknochen entsorgt worden sind.
Die nach "Komm, süßer Tod" und "Silentium!" dritte Verfilmung eines Wolf Haas-Krimis lebt ganz bestimmt nicht von der Dramaturgie. Schnell ist klar, wer hier "Der Knochenmann" ist und beim Versuch, angefallene Menschenreste zu entsorgen, in den Strudel weiterer Metzeleien gerät. Brenner läuft ziemlich lange nebenher und verspeist schon mal leckeres Menschengulasch, während er den Täter unwissentlich ertappt. Dafür liefert er sich grandioskomische Dialoge mit den ausgefeilten Provinzfiguren einer Schlacht- und Fressfabrik, die eine ganz eigene Lebensklugheit pflegen, was bei der bizarren Faschingssause am Ende seinen Höhepunkt erreicht. Das Drehbuch von Wolf Haas, Josef Hader und Regisseur Wolfgang Murnberger liefert eine dermaßen dichte Abfolge böser, hinterfotziger bis grusliger Szenen, dass "Der Knochenmann" fast Kultpotential hat. Manche mögen in der stark vereinfachten Filmversion die große erzählerische Linie vermissen, dafür ist der Humor so abgebrüht und trocken, dass man permanent das Gefühl hat, sich an angeschwitztem Knochenmehl zu verschlucken. Ein krasser Film, von dem einige gefrorene Lacher noch lange nachhallen.