Der Knochenmann geht um und der Brenner fühlt sich ähnlich, wie er da von der steirischen Grillstation bis nach Wien kommt. Zur Recherche sozusagen. Denn..., wie immer: "Jetzt ist schon wieder was passiert."
Und wie immer dienen die Ermittlungen, die den Brenner eigentlich nur langweilen, dem guten Wolf Haas nur zur Analyse diverser Gegebenheiten, Empfindungen, Sehnsüchten und Schwächen.
Ein Ausleuchten der österreichischen Seele quasi.
"Jetzt soll man am Praterstern nicht längere Zeit zu Fuß unterwegs sein. Weil in Klöch geht vielleicht ein brutaler Mörder um, aber was ist schon ein einziger Mörder gegen den Praterstern. Und du darfst nicht vergessen, wie schlechte Autofahrer die Wiener sind. Paris auch nicht gut, Nairobi auch nicht gut. Aber Wien ganz schlecht. Und wenn dir da sechsspurig die schlechtesten Autofahrer der Welt um die Ohren fahren, kannst du leicht einmal die Nerven verlieren."
Ja, genau, und man versteht auch, dass so mancher Germanist bei Wolf Haas' Sprache die Nerven verliert, schier verzweifelt ob des freundschaftlichen Tons, der Kumpel erzählt dir eine Kriminalgeschichte..., und nicht einmal das macht er richtig... er schweift immer wieder ab..., zum Verzweifeln der Haas...
Das ist alles, was der Autor tut. Abschweifen.
Kriminalroman...? Nein!
Thema verfehlt? Ja!
Aber wie! Perfekt nämlich. Meisterhaft!
Ein Blick in die Seele.
Zum Schaudern tragisch, zum Zerkugeln komisch.
Nach "Silentium" der beste Brenner.