So unappetitlich das Thema ist, aber als Zeitungsleser oder als Leser von Krimis sind sie auch gegenwärtig: die Toten. Bill Bass hat sein Leben dem Zerfall vor allem des menschlichen Körpers gewidmet. Auf seiner Body Farm unersucht er, unter welchen Bedingungen eine Leiche nach welcher Zeit in welchen Zustand gerät. Verwesen Leichen schneller in der prallen Sonne, oder im Schatten? Ist für den Zerfall Wind günstig? Bei welcher Temperatur? Oder: in welcher Entfernung beginnt man eine Leiche zu riechen?
Was sich extrem unappetitlich anhört, wird wesentlich leichter erträglich geschildert. Mit Interesse folgt man den Untersuchungen und Experimenten von Bill Bass, der mit seinen Erkenntnissen unzählige Verbrechen aufzuklären half.
Gelegentlich nervt die betont lockere oder flapsige Sprache über die Toten: "Gib mir mal seine Hand". Oder: "Es handelte sich um einen 33-jährigen Mann, der 1,66 Meter in die Höhe geragt hatte, bevor er von einer Kugel flachgelegt wurde".
Dafür ist das Buch aufwendig gemacht - mit unzähligen Fotos, einem ausführlichen Stichwortverzeichnis mit Fachbegriffen aus Anthropologie und Gerichtsmedizin und mit einer Skizze der Knochen des Menschen.
Interessant ist das Buch wahrscheinlich unter anderem für Studenten der Gerichtsmedizin, der Anthropologie, für Leser der Bücher von Profiler John Douglas, für Krimi- oder Zeitungsleser - und natürlich für jeden neugierigen Menschen.