In New York treibt ein Serienkiller sein Unwesen, der seinen Opfern nicht nur Köpfe, Hände und Füße abtrennt, sondern sie auch ausbeint. Lieutnant John W. Driscoll und seine Spezialeinheit werden mit den Ermittlungen betraut. Während der Ermittlungen erhält das Team ungewollt Hilfe von einem vierzehnjährigen Computergenie: Moira, Tochter eines Hochschullehrers, die Driscoll an seine eigene Tochter erinnert, die er vor sechs Jahren seine vierzehnjährige Tochter bei einem schweren Unfall verloren hat. Er ist immer noch nicht über den tragischen Verlust hinweg. Moira bringt sich immer mehr in den Fall ein und gerät dadurch in Gefahr...
Driscolls Frau Colette wurde bei dem o.a. Unfall so schwer verletzt, dass sie im Koma liegt und zu Haus von einer Krankenschwester und Driscoll gepflegt wird. Driscoll hat aber Interesse an einer Kollegin (und sie auch an ihm) und kämpft nicht nur deswegen mit Schuldgefühlen, sondern auch weil Moira ihn an seine Tochter erinnert und er beiden nicht helfen kann/konnte....
Der Leser ist der Spezialeinheit immer einen Schritt voraus. Er erfährt gleich zu Beginn, wer der Killer ist (nicht aber sein Motiv und wie er seine Opfer auswählt). Bis zum letzten Drittel ist der Spannungsbogen auf gleichmässig *niedrigem* Niveau: Der Killer sucht sich ein neues Opfer - die Polizei ermittelt. Driscolls Kollegin macht einen Schritt auf ihn zu - er geht einen Schritt zurück. Erst mit dem Auftauchen Moiras kommt Spannung auf und die Geschichte etwas in Fahrt. O'Callaghan hat nach eigenen Angaben 12 Jahre an "Der Knochendieb" gearbeitet, bevor 2005 das amerikanische Original veröffentlicht wurde. Diese Zeitspanne erklärt sicherlich auch so manchen Anachronismus im Hinblick auf Computer(-kenntnisse), die bei Lesern im Jahre 2008 nur ein müdes Lächeln hervorrufen mögen. Schliesslich werden die Ermittlungen aber m.E. zu sehr von Driscolls persönlichen Problemen überschattet und O'Callaghans Erstling kommt über typische Serientäter-Massenware nicht hinaus.
Gute Ansätze sind vorhanden. Werde dem zweiten Band, der im Original bereits unter dem Titel "The Screaming Room" erschienen ist, auf jeden Fall eine Chance geben.