Das sind diesmal nicht die schwanghaften Jubelsterne, weil da jemand ein überirdisches Meisterwerk abgelegt hat, das würde hier gar nicht passen, nein, hier hat jemand solide Arbeit geleistet und, wie versprochen, mit Verstand und Herzblut sein Instrument, bzw. seine Instrumente vorgestellt und der Hörer kann sich vorstellen, daß der Franke Sadlo, der sehr direkt und bodenständig wirkt (wenn auch er leider ständig das blöde Modewort "ein bißchen" im Munde führt), bestimmt den einen oder anderen zum Einstieg ins Schlagwerk verführt oder doch zumindest Lust auf mehr Verständnis und Vertiefung erzeugt.
Sadlo führt in die Snare-Drum, die Pauke, ins Vibraphon und ins Xylophon ein (er versteht nicht nur etwas von Rhythmus, sondern auch von Melodie und Harmonie), er spielt mit den anwesenden Kindern auf selbsterdachten Schlaginstrumenten (mit Schrauben gefüllten Benzinkanistern beispielsweise) und baut mit ihnen polyphone Rhythmen auf.
Den einen Stern Abzug gibts, weil wir die "Fossilien" aus "Karneval der Tiere" sowie L. Bersteins's Mambo zweimal ertragen müssen und uns stattdessen dann doch einen Überblick übers Jazz-Schlagzeug und eine kleine Kostprobe damit erwünscht hätten.
Aber das kann der interessierte Leser ja mit der hervorragenden CD "The Late Great Phil Seamen" nachholen.