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Lärm ist es auch, der Anselm Cavaradossi Hüttenbrenner, dem Ich-Erzähler in Weckers Roman, beinahe endgültig um Hören und Sehen bringt. Es ist der Lärm der kommerziellen Musikindustrie in die der junge Musiker hineingerät, weil er schnell Geschmack an dem schnellen Geld bekommt, das er in den Studios verdienen kann. Um Musik selbst geht es hier niemandem mehr. Doch dann begegnet er eben hier einem Mann namens Karpoff, der von ihm Unerhörtes verlangt: Er solle sich Zeit lassen. "Zum Teufel mit der Zeit! Ich war ungeduldig, voll überschäumenden Temperaments. Ich hasste es, mir Zeit zu lassen." Doch diese Begegnung ist ein Wendepunkt im Leben Anselm Cavaradossi Hüttenbrenners
"Ich habe mich verloren und doch alles gewonnen", lässt Wecker Cavaradossi seine Erzählung beginnen. "Nun, da ich mich all dessen entledigen konnte, womit und wofür ich mein Leben lang gelärmt habe, hier, mitten im Trubel der Stadt, begegne ich der Stille. ( ) Und so höre ich endlich hinter den Laut, und weil ich höre, sehe ich, und weil ich sehe, weiß ich mich verbunden mit allem, was tönt." Wie Anselm Cavaradossi Hüttenbrenner hat auch Wecker seine Lektion gelernt. Er fürchtet die Stille nicht mehr! Der Klang der ungespielten Töne ist ein -- schöner -- Beleg dafür. "Nichts", heißt es an einer Stelle, "ist zu vergleichen mit der Glückseligkeit solcher Hingabe an das Wesentliche, da es einen kurz erahnen lässt, was menschenmöglich wäre. Nichts ist zu vergleichen mit den Freuden der Bescheidenheit nach einem Leben allmächtigen Wahns". --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Weckers Sprache ist ebenso kristallklar und gleichzeitig emotional anrührend wie seine Musik. Konstantin Wecker ist einer der ganz großen Künstler unserer Zeit - ein "engagierter" und mutiger mit einer klaren Botschaft noch obendrein. Einer wie Wecker, sagen wir es doch frei heraus, das ist in Deutschland eine absolute Rarität. Andere gehen an Deutschland zugrunde. Wir können froh mit ihm sein, dass er lebend und schaffend unter uns weilt.
Wie viel davon autobiographisch ist? Vermutlich mehr als wir zu denken wagen.
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