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Der Klang der Fremde
 
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Der Klang der Fremde [Gebundene Ausgabe]

Kim Thúy , Andrea Alvermann , Brigitte Große
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Kunstmann, A; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888976790
  • ISBN-13: 978-3888976797
  • Originaltitel: Ru
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 41.799 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente umschließen ...« Die kleine Kim ist zehn, als ihre Familie aus Vietnam fliehen muss. Auf einer abenteuerlichen Odyssee ­gelangen sie übers Meer, vegetieren in überfüllten Flüchtlingslagern, finden schließlich im Westen, im fernen Kanada eine neue Heimat. Wenn der Schock der Fremdheit überwältigend ist, lässt sich die Welt nur über die Sinne erschließen. An Klängen, Farben, Gerüchen entfalten sich deshalb die Erinnerungsbilder, an denen Kim Thúy dreißig Jahre später der Spur ihres Lebens nachgeht eine lose Kette, mäandernd zwischen Einst und Jetzt, Krieg und Frieden, Verstörung und überraschendem Glück. Da ist die Kindheit im goldenen Käfig einer großbürgerlichen Familie in Saigon. Die Flucht im lichtlosen Unterdeck eines maroden Schiffes. Ein Kinderarmband aus rosa Plastik, in dem die Eltern Edelsteine schmuggelten. Der erste Anblick von Schnee in Québec, der Krach, den fremde Stimmen machen, auch wenn sie freundlich sind. Die Komik zahlloser Missverständ­nisse. Die Wiederbegegnung mit der alten Heimat, in die man als Fremde zurück­kehrt. Mit selbstverständlicher Meisterschaft hat Kim Thúy einen überraschenden, ganz und gar persönlichen Lebensroman einer Emigration geschrieben. In unvergesslichen, sinnlichen Bildern erzählt er von Flucht, Vertreibung und Neubeginn, von Schmerz und Lust der Erinnerung und dem täglichen Glück, sein Leben zu wagen.

Über den Autor

Kim Thúy wurde in Saigon geboren und floh als Zehnjährige zusammen mit ihrer Familie in den Westen. Sie arbeitete als Übersetzerin und Rechtsanwältin und war Gastronomin und Gastrokritikerin für Radio und Fernsehen. Kim Thúy lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Montréal.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der vorliegende Roman der nun in Montreal in Kanada lebenden Vietnamesin Kim Thuy beschreibt autobiographisch die Geschichte einer Kindheit in einem wohlbehüteten großbürgerlichen und sich an Frankreich orientierenden Familie in Saigon, die Verfolgung der Familie durch die nach 1975 siegreichen Kommunisten, die dramatische Flucht als "boat people" nach Malaysia, die schreckliche Zeit im dortigen Flüchtlingslager und die Auswanderung nach Kanada.

In oft nur eine halbe Seite umfassenden Epigrammen erinnert sie sich an ihre Vergangenheit und an die vielen Menschen, die sie geprägt haben, die Großeltern und die Eltern, die Tanten und die Onkel, die der Einfachheit halber durchnumeriert werden.

Es ist ein bewegendes und eindrückliches Buch, ist es doch durchzogen von einer tiefen Dankbarkeit an das Leben, das es bei allem Leid und allem erlebten Schrecklichen doch gut mit ihr gemeint hat.

"Man glaubt immer, das Leben von Einwanderern sei nur schwer. Und vergisst dabei, dass ihre Erfahrungen auch wunderbare, lustige, bewegende und oft ganz absurde Momente einschließen", schreibt Kim Thuy an einer Stelle ihres Buches. Diese Offenheit hängt meines Erachtens damit zusammen, dass sich insbesondere die vietnamesischen boat poeple, ihrer alten Kultur nach wie vor verbunden und die traditionellen Familienbande und -traditionen achtend, sehr schnell in die Kultur und die Gesellschaft der jeweiligen Aufnahmeländer eingefügt haben, und dort sehr schnell große Leistungen vollbrachten. So sind etwa die Kinder von vietnamesischen Flüchtlingen in Deutschland zu einem hohen Teil in Schule, Universität und Beruf sehr erfolgreich, die Mädchen wie die Jungen.

In seinem aktuellen, für den Deutschen Buchpreis vorgeschlagenen Roman "Das amerikanische Hospital" rankt sich Michael Kleeberg um einen wunderbaren Satz der amerikanischen Lyrikern Elizabeth Bishop:
"The art of losing isn`t hard to master". Dieser Satz könnte auch als Überschrift über diesem literarischen Kleinod von Kim Thuy stehen, das Andrea Alvermann und Brigitte Große gekonnt aus dem Französischen übersetzt haben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schönes, ungewöhnliches Buch 26. Dezember 2010
Auf eine recht ungewöhnliche Art und Weise beschreibt die Autorin ihr Leben, welches als Zehnjährige, nach der Flucht aus Vietnam eine jähe Änderung erfuhr.
Ihre Eltern, einst zu den wohlhabenden Menschen in Saigon zählend, müssen ihren Lebensunterhalt nun mit einfachen Arbeiten verdienen. Das sich somit auch für ihre Kinder das Leben anders als bisher gewohnt gestaltet, liegt auf der Hand.
Der Autorin gelingt es auf eine ungewohnte Art ihre neuen Erfahrungen mit denen aus dem vorherigen Leben in Saigon zu verweben und mit Anmut darzustellen. Einfache, für andere unscheinbare Dinge bekommen, in den Augen der Exilvietnamesen eine andere, offenbar auch für sie manchmal vollkommen neue Bedeutung. Aufgrund kleiner Dinge werden Erinnerungen wach.

Gerade dieses sind für mich Dinge, die für mich die vom 'Agent Cooper' vermisste Tiefe ausmachen. Sicher lässt sich darüber streiten, was ein Buch "'zu so etwas wie Literatur werden lässt."'. Aber wie bereits erwähnt, ich vermisse keine Tiefe in diesem Buch. Die zwei in seiner Kritik aufgeführten Abschnitte gibt es in diesem Buch und ohne das Buch vorher gelesen zu haben, hätte ich meinen Kaufentscheidung sicher noch einmal überlegt. Wie es dann zu der Beurteilung "Gefühlskalte deskriptive Prosa" kommen konnte, ist für mich nicht nachvollziehbar.

Statt dieses kleine Buch nun einfach schnell durchzulesen, ließ ich mir viel viel mehr Zeit als sonst und ließ das Gelesene erst einmal wirken. Eine meiner besten Freunde ist Vietnamesin und hat eine ähnliche Geschichte. Ich glaube sie nun noch besser verstehen zu können, als vorher.

Statt jetzt einige Textabschnitte, aus dem Zusammenhang gerissen, aufzuführen, empfehle ich dieses Buch jedem, der bereit ist sich auf diese ungewöhnliche Beschreibung des Lebens der Autorin einzulassen. Ich selber habe es bereits mehrfach verschenkt, einmal sogar in der Originalfassung, leider sind meine Französischkenntnisse nicht ausreichend dafür. Ein großes Lob geht hier auch an die beiden Übersetzerinnen, ohne deren Hilfe kein so empfehlenswertes Buch entstanden wäre.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Strohfeuer der Erinnerung 12. März 2011
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Kim Thúy schrieb das Buch als über 40-Jährige. Nachdem sie als Überlebende der boat people in Kanada ihren amerikanischen Traum verwirklicht hat, erinnert sie sich zurück an ihre großbürgerliche Kindheit in Saigon und das Leben dort, an die Leiden unter den siegreichen Kommunisten, an ihr Lagerleben in Malaysia und ihre Aufnahme in Kanada, schließlich an ihre Rückkehr nach Vietnam als amerikanisierte Vietnamesin. Kein Wunder, dass die gelebten Gegensätze und Kontraste sie überwältigen und ihr Pathos ausmachen.

Charakteristisch für das Buch sind aber die kurzen, sinnlich erinnerten Einzelszenen aus den verschiedenen Stationen ihres Lebens, die oft wie in Blitzlichtaufnahmen aufflackern und in nicht-chronologischer Reihenfolge dargeboten werden. Ich schätze, dass diese Erinnerungsfragmente in ihrer Fremdartigkeit den Erfolg des Buches erklären, es sind Szenen, wie man sie nur im Extremfall erleben, nicht erfinden kann. Es entsteht kein zusammenhängender Eindruck, die Autorin gibt sich ihren Erinnerungen und Betrachtungen hin, aber es fehlt so etwas wie eine kritische und individuelle Durchdringung, sie bleibt in gewisser Weise immer an der Oberfläche - was einen gewissen Reiz, aber auch die Begrenztheit ihres Berichts ausmacht. Man bekommt eine Ahnung von ihrem Leben - besonders wenn man das Land und seine Geschichte bereits kennt -, aber es prägt sich einem nicht als zusammenhängende und kritische Erzählung ein. Die Sprecherin zündet immer wieder Strohfeuer ihrer Erinnerungen an, manchmal beleuchten sie unglaubliche oder groteske Szenen, aber ich fürchte, dass die einzelnen Eindrücke beim Leser auch wie Strohfeuer schnell wieder vergehen.
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