Aus der Fülle an Klee-Monographien, deren Bildmaterial von - oft genug recht nüchternen - kunstgeschichtlichen Erwägungen flankiert wird, hebt sich diese Gesamtdarstellung überaus positiv ab.
Obgleich dem Genre nach eine erzählende Biographie, ereignet sich hier „theoria" im ursprünglichen Sinne des Wortes: Wesensschau.
Weniger um die vordergründig biographischen Linien dieses singulären Künstlerdaseins geht es dem Autor; vielmehr besteht sein Grundanliegen darin, dem subtilen Zusammenspiel von Immanenz und Transzendenz im Werk Klees nachzuhorchen.
Die überaus kenntnisreichen Bildanalysen gehen über einen rein objektiviert-kunstwissenschaftlichen Ansatz hinaus. Mit der - gerade im Fall dieses eminent enigmatischen, auch widersprüchlichen Künstlers - gebotenen Dezenz, gelingt es dem Autor, die hinterfragten Werke in der geistig-religiösen Vorstellungswelt Klees, ferner auch in seinem kunstgeschichtlich-sozialen Umfeld zu verorten.
Dem Gegenstande angemessen eignet den Ausführungen ein spekulatives Moment; aufgrund der spürbar langjährigen Beschäftigung des Autors mit seinem Subjet liegt jedoch genau in diesem Moment der eminente Reiz dieser Veröffentlichung.