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Produktinformation
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Im Zentrum des Geschehens steht der 22. August, der Tag, an dem der Kirschgarten versteigert werden soll. Wie ein Damoklesschwert hängen die Frist bis dahin und die Schulden über dem Figuren. Immerhin hängt ihr weiteres Leben vom Kirschgarten und dem Gut ab. Andrejewna Ranjewskaja, die Gutsbesitzerin, ist erst vor kurzem aus Paris zurückgekehrt. Sie hat ihren Sohn verloren, ihr Geliebter in Paris hat sie ausgenommen, und mit ihrem Bruder hat sie alles Geld verprasst. Ihre Tochter Anja, genauso wie ihre Pflegetochter Warja und Charlotta, die Erzieherin, sind alle vom Gut abhängig. Der alte Diener Firs sowieso.
Für die Dame des Hauses ist der Kirschgarten Symbol für eine unschuldige, reine Jugend. Er ist der Inbegriff des Paradieses und des Glaubens daran, dass alles gut wird. Doch sie lebt in einer wirklichkeitsfremden Welt, schwelgt in Kindheitserinnerungen und gibt Feste; für die Rettung des Gartens und des Guts tut sie nichts. Für Lopachin, den neureichen Kaufmann ist der Garten ein reines Spekulationsobjekt. Am Ende wird er ihn ersteigern, die Bäume fällen und Ferienparzellen errichten lassen.
Anton Tschechow (1810 - 1904) zählt mit seinen stücken "Die Möwe", "Onkel Wanja", "Drei Schwestern" und "Der Kirschgarten" zu den meist gespielten Dramatikern. Tschechow veröffentlichte bereits während seines Medizinstudiums Kurzgeschichten unter Pseudonym. Kurz nach der Uraufführung des "Kirschgartens" starb er 44-jährig in Badenweiler im Schwarzwald.
Der von Noelte rigoros bearbeitete Text lebt von der verstreichenden Zeit, davon, dass nichts passiert. Am Ende bleiben Enttäuschung und Desillusionierung übrig. Das Hörspiel endet da auf, wo es angefangen hat: im Kinderzimmer der Ranjewskaja. Das Ticken der Wanduhr und die Axtschläge am Schluss sind bedrückende Zeichen für die Ausweglosigkeit. Firs, der alte Diener, den man versehentlich zurückgelassen hat, bringt es auf den Punkt: "Das Leben ist vorüber gegangen, als ob man es gar nicht gelebt hätte.
Rudolf Noelte war eine erklärter Gegner alles Theatralischen. Er setzte auf den gesprochenen Text. Kein Wunder, dass ihm das Hörspiel sehr nahe lag. Die völlig eigenständige Hörspielfassung des "Kirschgarten", die 1970 erstmals im Bayerischen Rundfunk gesendet wurde, besticht durch eine geniale Marianne Hoppe. Sie ist die Stimme der Illusion und der Sentimentalität, die kein Halten kennt. Bis zum bitteren Ende bleibt sie ihrer Rolle treu. Fazit: Ein Genuss der aller ersten Klasse. Eine Inszenierung, die auf alles "Geräuschvolle" verzichtet, dafür aber alles aus den Stimmen herausholt.
Hörspiel, Spieldauer: ca. 95 Minuten, 2 CD. Mit ausführlichem Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Für dieses Hörspiel nahm Rudolf Noelte eine rigorose Neu-Bearbeitung des Textes vor und konzentrierte sich ausschließlich auf die Gegensätze von Wunsch und Wirklichkeit, Träumen und geplatzten Illusionen und vermeintlichem Stillstand und dramatischer Dynamik.
Als Sprecher glänzen, neben Ihm selber, Marianne Hoppe und Cordula Trantow.
Zentraler Punkt in diesem Hörspiel ist der namensgebende Kirschgarten. Die Gutsherrin Andrejewna Ranjewskaja hegt unrealistische Illusionen für Ihre Rettung aus dem Bankrott. Nachdem Sie in Paris Ihr gesamtes Bar-Vermögen verschwendet hat, kehrt Sie auf Ihr Gut nach Russland zurück und betreibt dort eine Vogel-Strauss-Politik: statt sich den Realitäten zu stellen und alles daran zu setzen, Ihr Gut zu bewahren, vergräbt Sie sich lieber in Kindheitserinnerungen und läßt die Zeit, die Ihr noch verbleibt, um den Konkurs zu verhindern, ungenutzt verstreichen.
Am Ende des Dramas wird der geliebte Kirschgarten versteigert und der Käufer beginnt fast unverzüglich damit, ihn abzuholzen und auf dem Gelände ein Urlaubsdomizil zu errichten.
Das Hörspiel zeichnet sich durch brilliant gesprochene Dialoge, nahezu perfekte Geräusch- und Musikuntermalung und einer dadurch so dicht erzeugten Atmosphäre aus, dass es zum reinen Hörgenuss wird, dieser fast 35 Jahre alten Produktion zu Lauschen.
Die Ausstattung dieses Hörbuches ist sehr gut. Der CD liegt ein ausführliches und informatives Begleitheft bei, die CDs sind in Einzeltracks unterteilt so dass es problemlos möglich ist, Pausen einzulegen und ohne Schwierigkeiten da selbst fortzufahren.
Für alle Freunde von klassischen Stücken ist dieses Hörspiel ein absolutes Highlight!
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