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Der Kick: Ein Lehrstück über Gewalt
 
 
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Der Kick: Ein Lehrstück über Gewalt [Taschenbuch]

Andres Veiel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 288 Seiten
  • Verlag: cbt (1. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570306240
  • ISBN-13: 978-3570306246
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 12,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 251.338 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Andres Veiel
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Andreas Veiels Der Kick ist das Dokument einer grausigen Bluttat, die 2002 die deutsche Öffentlichkeit schockierte: Drei Jugendliche aus der brandenburgischen Provinz hatten damals ohne erkennbaren Grund einen Gleichaltrigen grausam gedemütigt und misshandelt, bevor einer von ihnen ihm am Ende mit einem einer Filmszene nachempfundenen „Bordsteinkick“ gezielt das Genick brach.

Der Kick wird zunächst mithilfe von Zitaten aus Interviews, Vernehmungsprotokollen und einzelnen Zeitungsnotizen rekapituliert, die Einblicke geben in den Alltag des Opfers, der Täter und ihres Umfelds, der gekennzeichnet ist von Alkohol und Gewalt, hilfloser Einsamkeit, dumpfen rechten Parolen und Springerstiefeln mit weißen Schnürsenkeln. Auch wenn die von Wäldern, Wiesen und Seen umgebene 600-Seelen-Gemeinde Potzlow, wo die grausige Tat geschehen ist, Mitte der neunziger Jahre zum schönsten Dorf Deutschlands gewählt wurde: Vor dem inneren Auge des Lesers legt sich ein trüber Nebel über eine für hoffnungs- und perspektivlose Jugendliche ohnehin schon graue Landschaft. Es folgen Lebensläufe, genaue Protokolle der Tat und der Zeit danach und der Versuch, Zusammenhänge sichtbar zu machen, in denen die Tat gesehen werden muss, weil es, wie der Autor ganz richtig anmerkt, „nicht damit getan ist, eine ganze Region der Dumpfheit zu bezichtigen, um die Tat zu erklären“.

Nach seinem gleichnamigen Theaterstück und dessen beeindruckender filmischen Adaption hat Andreas Veiel mit Der Kick ein nicht minder beachtenswertes Buch vorgelegt, das den Leser, wie zuvor schon die Theaterbesucher und Filmzuschauer fassungslos auf eine sinnlose Tat blicken lässt, deren bestialische Brutalität einzigartig erscheinen mag, die aber gleichwohl Ausdruck einer Verrohung ist, die leider keine Ausnahme ist. Umso wichtiger ist es, sehr genau hinzusehen. Der Dokumentarist Andreas Veiel hat genau dies getan. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Veiel fördert historische Tiefenschichten zutage und bettet die Singularität des Mordes in eine Dorfchronik der Verdrängungen ein." (Der Tagesspiegel )

"Andres Veiel versucht dennoch zu erklären, was auch nach so vielen langen Gesprächen kaum zu erklären ist." (Stuttgarter Zeitung )

"Erstaunlich, erschreckend, lesenswert." (Hamburger Abendblatt )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bedrückend 30. März 2007
Von Ulrich Hartmann TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
In einem Dorf in Brandenburg töten drei Jugendliche einen Gleichaltrigen auf unbeschreiblich brutale Weise, nachdem sie ihn zuvor stundenlang grausam gequält und erniedrigt haben - und das ohne jeden ersichtlichen Grund. Andreas Veiel geht in dem Buch dieser Sache nach, wie er es schon zuvor in einem Film und einem Theaterstück getan hat. Er gliedert seine Darstellung in eine Collage von Aussagen verschiedener Beteiligter, eine Beschreibung der Täter und des Opfers, eine Schilderung der Tat selber und einen kurzen Epilog. Das Buch heißt im Untertitel "Ein Lehrstück über Gewalt", aber der Autor verzichtet bewußt darauf, den Leser zu belehren. Gerade das macht das Buch so wertvoll und lehrreich. Es beschreibt Tat, Täter und Opfer zusammen mit ihrem Umfeld und führt einen ein in eine bedrückend dumpfe Welt aus Arbeitslosigkeit, Alkoholismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsradikalismus, DDR-Nostalgie, durch die "Wende" aufgelösten Lebensstrukturen, Gleichgültigkeit, Selbstgerechtigkeit, Vernachlässigung und Aggression. NIcht nur die beiden Täter allein sind davon geprägt.

Was davon ist Ursache, was ist Wirkung? Wo könnte eine Veränderung ansetzen? Wie weit sind die Umstände schuld, wo beginnt die persönliche Verantwortung? Diese Fragen wirft Veiel auf, aber er beantwortet sie nicht - weil er keine Antworten hat, so wenig wie irgend einer von uns. Eines lehrt uns aber sein Buch auf jeden Fall: Es ist wichtig, daß man genau hinschaut, in jeder Hinsicht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Muss 3. Mai 2007
Von Zwillinge
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Die Dreiteilung (1. die Beteiligten "reden", 2. der Tathergang wird "objektiv" geschildert, 3. eine Art - sehr guter - Analyse) ist super. Sie macht das emotionale Analphabetentum ebenso klar wie die ... strukturell (?) begründete (??) Unausweichlichkeit, mit der solche Taten geschehen. Veiel lässt uns diese Menschen ein wenig kennen lernen, aber nicht voyoristisch, anklägerisch, denunziatorisch oder sensationslüstern! Sondern er brachte mir nahe, was damals passierte. Was er dabei anklagt, implizit und sehr behutsam auch explizit: die von uns allen geduldete Rohheit der Medien / des Kinos sowie die Ignoranz vieler Eltern. Was mich wiederum hilflos zurück lässt: Was tun dagegen???? EINE Antwort: ein Buch wie dieses vehement weiter empfehlen, verschenken, verleihen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch nähert sich auf verschiedene Weisen dem Mord an Marinus Schöberl. Den ersten Teil bildet eine quasi-dramatische Zusammenstellung verschiedener Aussagen der an der Tat Beteiligten, ihrer Angehörigen und anderer Personen. (Ich weiß leider nicht, inwieweit dieser Teil mit dem gleichnamigen Theaterstück übereinstimmt.)
Den zweiten Teil bilden "Annäherungen" an das Ereignis: Die Lebensläufe der Täter und des Opfers werden geschildert, ebenso der Tatablauf und die Zeit danach. Schließlich werden ausführlich "Zusammenhänge" sowie "Aussichten und Einsichten" formuliert, die die Tat in einen Kontext einbetten, ohne ihr dabei allerdings an Grausigkeit zu nehmen.
Es handelt sich um ein wirklich außerordentliches Buch, dessen zurückhaltender Bericht dem Leser zu denken geben muss. Obwohl es das Umfeld der Tat historisch rekonstruiert und zu diesem Zweck bis in die NS-Zeit zurückgeht, relativiert es weder die Schuld noch die Brutalität der Täter. Die Schilderung der Zustände im Ort und im Umfeld des Mordfalls sind entsetzlich und erschreckend, doch geben sie niemandem Grund zur Überheblichkeit oder Verächtlichkeit (auch und gerade keinem Westdeutschen). Was mich im Übrigen sehr erschüttert hat - und von "Der Kick" wiederholt, wenn auch nicht ausdrücklich verdeutlicht wird -, ist die Verbindung zwischen jenem Gefühl subjektiv empfundener Benachteiligung und Zurücksetzung mit eigenen Aversionen gegenüber allem Fremden und der tiefen Unzufriedenheit mit unserem politischen System.
Was am Ende fehlt - aber das ist weniger ein Mangel denn ein Verdienst - ist die Formulierung einer klaren und einfachen Problemlösung, die sich propagieren ließe und unmittelbar zum Erfolg führte. Dass es eine solche nicht geben kann, dieser Erkenntnis kann man sich nach der Lektüre des Buches nicht entziehen.
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