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Der Kaufmann von Venedig [Zweisprachig] [Taschenbuch]

William Shakespeare
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

Dezember 1986
Der Kaufmann von Venedig zählt zwar - wegen des glücklichen Endes - zu Shakespeares Komödien, aber die dominierende Figur des Juden Shylock trägt offenbar Züge, die das Stück durchaus der Tragödie annähern. Venedig und Belmont bilden zudem zwei faszinierende Gegenwelten, aus denen das "Problemstück" seine dramatische Spannung bezieht.

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Produktinformation

  • Taschenbuch
  • Verlag: Philipp Reclam jun. (Dezember 1986)
  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • ISBN-10: 3150098009
  • ISBN-13: 978-3150098004
  • Größe und/oder Gewicht: 14,7 x 9,6 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 122.546 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

»William Shakespeare, getauft 23.4.1564 in Stratford-upon-Avon, gest. 23.4.1616 ebenda. Dramatiker Lyriker. Erziehung an der Lateinschule Stratford, seit Ende der 80er Jahre Schauspieler, um 1585 Übersiedlung nach London, wo er als Regisseur, Dramaturg und Bühnenschriftsteller blieb. 1592 erste Erwähnung als erfolgreicher Dramatiker und Schauspieler, Anschluss an Lord Chamberlain´s Company, von 1597 an Mitinhaber des Globe-Theaters. Um 1610 Rückkehr nach Stratford als angesehener, begüterter Mann. Die erste maßgebliche Gesamtausgabe von Shakespeares Werken ist die Folio-Ausgabe von 1623.« Zitiert aus dem Theaterlexikon -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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5.0 von 5 Sternen The villainy you teach me I will execute 24. August 2009
Von K. Preuß
Format:Taschenbuch
Die Handlung verquickt zwei altbekannte Motive: die Geschichte von den drei Kästchen, zwischen denen die Freier eines Mädchens zu wählen haben - sie findet sich schon in der Johannes Damascenus zugeschriebenen griechischen Fassung (8. Jh.) des Romans Barlaam und Josaphat, in den Gesta Romanorum und im Decamerone und wurde nach dem Text der Legenda aurea 1483 von Caxton ins Englische übersetzt -, sowie die Geschichte von dem Juden, der als Pfand für ein Darlehen ein Pfund Fleisch aus dem Körper seines Schuldners fordert. Schon im Dolopathos (um 1184) des Johannes de Alta Silva und im mittelenglischen Cursor mundi orientalischen Quellen nacherzählt, gelangte auch dieses Motiv in die Gesta Romanorum (englische Version von Richard Robinson 1577), sowie in Ser Giovanni Fiorentinos Novellensammlung Il Pecorone (um 1378), die in freier Übertragung in William Painters Palace of Pleasure (1566/67) erschien. Möglicherweise benutzte Shakespeare auch ein verlorengegangenes Drama, The Jew, als Vorlage, das beide Motive verknüpfte und auf das auch Marlowe für seinen Jew of Malta (um 1590) zurückgriff. Marlowe stellte allerdings die politischen Motive stärker in den Vordergrund.
Im Kaufmann von Venedig entfalten sich die beiden Hauptmotive in zwei räumlich getrennten Sphären: Im Zentrum der einen, der kommerziellen Welt Venedigs, steht die Titelgestalt, der reiche Kaufmann Antonio, der sein Vermögen in überseeischen Unternehmen investiert hat, dem Juden Shylock gegenüber, dem er ein Pfund Fleisch aus seinem Körper verpfändet, um seinem verschuldeten Freund Bassanio mit einem Darlehen von 3000 Dukaten die standesgemäße Werbung um Portia zu ermöglichen. Den Mittelpunkt der anderen bildet Portia, Herrin des Landsitzes Belmont und vielumworbene reiche Erbin, deren Hand Bassanio gewinnt, indem er unter drei verschlossenen Kästchen das richtige wählt - nämlich das äußerlich unscheinbarste, das Portias Bild enthält - und so die Erfüllung ihrer gegenseitigen Liebe herbeiführt. Jedem der beiden Lebensbezirke eignet eine spezifische Atmosphäre. Der venezianische ist von Anfang an überschattet von Antonios irrationaler Melancholie (»Fürwahr, ich weiß nicht, was mich traurig macht«, I,1); in den Scherzen seiner Freunde über die Handelsschiffe, deren Rückkehr er erwartet, verbergen sich Anspielungen auf den möglichen Verlust seines Vermögens, und im Hintergrund wetterleuchtet Shylocks Haß auf Antonio. Dagegen liegt über Belmont der Glanz eines wirklichkeitsentrückten Wunderlandes, in dem Reichtum als das selbstverständliche Attribut von Schönheit, Tugend und Klugheit erscheint und in dem Glück die Begleiterscheinung der Liebe ist. Die beiden Aktionsfelder sind nicht nur strukturell zueinander in Beziehung gesetzt (durch die Person Bassanios und die seines Freundes Gratiano, der die Hand Nerissas, Portias Vertrauter, erhält), sondern auch sprachlich: Kommerzielle und juristische Redewendungen, wie sie in der Handelsstadt Venedig gebräuchlich sind, liefern den Liebenden in Belmont Metaphern für ihre Gefühle: »Ich komm' auf Schein [d. h. aufgrund eines Schuldscheins] zu nehmen und zu geben« (oder »So teu'r gekauft, will ich auch teuer lieben«, III,2). - Nach einem ersten Höhepunkt - Bassanios Vermählung mit Portia (und Gratianos mit Nerissa) - erreicht die Handlung in der hochdramatischen Gerichtsszene ihre Peripetie. Hier treten die eigentlichen Antagonisten einander unmittelbar gegenüber: Shylock, der nach Antonios finanziellem Ruin auf seiner mörderischen Schuldforderung besteht, und Portia, die ihn, als Advokat verkleidet, mit einem formaljuristischen Trick überlistet; sie erkennt ihm zwar das Recht auf ein Pfund Fleisch aus Antonios Körper zu, erklärt aber sein Leben für verwirkt, falls er entgegen dem Wortlaut des Schuldscheins auch nur einen Tropfen Blut vergösse.
In dem Stück begegnen sich zwei Gestaltungstendenzen. Mit seinen alogischen Prämissen, seiner pauschalen Verteilung von Recht und Unrecht, Gut und Böse sowie mit seiner Dea-ex-machina-Lösung weist es Merkmale des Märchenspiels auf, eines im wörtlichen Sinn melodramatischen Märchens; denn nicht nur fordert der Text für einige Szenen ausdrücklich Musikbegleitung, auch die Verknüpfung der Ereignisse folgt weniger logisch-psychologischen als musikalischen Gesetzen. In den Rahmen des Märchenspiels paßt auch die Katastrophe, die mit dem - allerdings fälschlich vermuteten - Untergang aller seiner Schiffe über Antonio hereinbricht; denn daß der Held erst aus tiefstem Elend durch wunderbare Hilfe errettet wird, ist für das Genre bezeichnend.
Die Gestalt Shylocks aber fügt sich nicht in dieses Schema: In Shakespeares Hand verwandelte sich der ursprüngliche Typ des monströsen Bösewichts in einen komplexen Charakter von Tragödienformat. Alle anderen Personen sind oberflächlich umrissene, in sich inkonsistente Figuren; sie reden und handeln nach den Erfordernissen der jeweiligen dramatischen Situation. Portia ist nach Bedarf Muster aller Tugenden, gütige Märchenfee und demütig Liebende oder aber boshafte, hochmütige Spötterin und, wenn es um die Vernichtung Shylocks geht, nicht nur von raffinierter Schläue, sondern, nachdem sie eben noch eine Rede über die Gnade gehalten hat, von nahezu sadistischer Grausamkeit. Der edle und schwermütige Antonio (»ein bessres Herz lebt auf der Erde nicht«, II,8) beschimpft und bespeit ohne Grund einen Juden - Shylock - auf offener Straße, geht ihn aber nichtsdestoweniger um ein Darlehen an. Nur Shylock handelt aus einleuchtenden inneren Antrieben. Er ist (Antonios sonst unbegreifliches Verhalten dient dazu, dies zu veranschaulichen) der Ausgestoßene am Rand der Handelsmetropole Venedig, in der Macht und Ansehen sich auf kommerzielle Tüchtigkeit und auf Besitz gründen. Gelderwerb ist also das einzige Mittel, das Shylock einen Platz, wenn nicht in der Gesellschaft, so doch in ihrem Schatten sichern kann. Das erklärt seine mitunter grotesk anmutende Sorge um sein Eigentum und seinen Haß auf Antonio, der ihm das Geschäft verdirbt, indem er zinslose Darlehen gewährt. Die Wurzeln von Shylocks Haß aber reichen in tiefere Schichten: In ihm revoltiert das in Jahrhunderten der Demütigung aufgestaute Leiden seines Volkes gegen die scheinheilige Moral einer Gesellschaft, die sich christlich nennt, aber in der Verachtung und Erniedrigung des Mitmenschen nichts Verwerfliches sieht: »Ihr habt viel feiler Sklaven unter euch,/ die ihr wie eure Esel, Hund' und Maultier'/ in sklavischem, verworfnem Dienst gebraucht« (IV,1).
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wahrer Genuss für alle Shakespeare-Fans 8. Dezember 2012
Von Birgit R.
Format:Kindle Edition|Von Amazon bestätigter Kauf
Es fehlte mir noch in meinen Sammlung! Dieses Buch nun auf meinem Kindle zu haben und somit jederzeit verfügbar- lohnenswert!
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum Haß getrieben 15. September 2007
Von Polar
Format:Taschenbuch
Diese Stück ist oft schon mißbraucht worden, um Anitsemitismus zu schüren. Umso intensiver waren die Bemühungen im Nachklriegsdeutschland Shylock vor seinem Ruf zu bewahren, ihn als Menschen darzustellen, der verbittert einen Vertrag mit einer unmenschlichen Klausel ausfüllt, weil ihm das, was nun die anderen für Antonius einfordern, Zeitlebens versagt wurde: Nachsicht, Toleranz, gleiche Chancen, Schutz vor der Demütigung und Verfolgung. Wie der erniedrigende Umgang mit einem das Gefühl anwachsen läßt, Rache nehmen zu müssen, ist an Shylock zu sehen. Er beharrt auf seinem Vertrag, und Shakespeare schickt eine wundersame Lösung, indem die Schiffe wieder auftauchen läßt, um das Geschehen nicht eskalieren zu lassen? Antonius Zustimmung zur Vereinbarung beruht die nicht auf dem stillen Glauben, mit dem Juden schon fertig zu werden? Der Jude wird schon nicht aufmüpfen? Notfalls bringt man ihn halt um sein Geld. Man fragt sich schon, wie kann jemand wie Antonius einen solchen Vertrag unterschreiben, wenn er keine Hinterabsicht hegt. Wer das Stück nicht rassistisch für eigene Zwecke ausschlachtet, muß fasziniert sein von der Figur des Shylocks. Mit welcher Konsequenz, mit welchem Durchhaltevermögen Der Kaufmann von Venedig auf der Erfüllung seiner Abmachung besteht, sucht seines Gleichen unter den Bühnendramen.

Unterstellt man Shakespeare auf Grund seiner anderen Stücke nicht unbedingt ein Antisemit zu sein, leuchtet er im Kaufmann von Venedig die Abgründe menschlichen Seins schonungslos aus. Einen Frieden wird es für Shylock nicht geben. Nicht in dieser Gesellschaft. Den könnte er sich nur selbst gewähren. Ein schillerndes, provokantes, zwiespältiges Stück, das von einem Leser oder Zuschauer fordert, sich eine eigene Meinung zu bilden.
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