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am 14. März 2007
Inhalt:
Um für seinen Freund Bassanio (Joseph Fiennes) eine aufwendige Brautwerbung finanzieren zu können, nimmt der Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) einen Kredit bei dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Al Pacino) auf. Dieser verlangt aber keinen Zins sondern, für den Fall dass Antonio die Schuld nicht rechtzeitig bezahlt, ein Pfund von Antonios Fleisch.
Shylock, der zeit Lebens unter den Repressalien seiner christlichen Mitbürger zu leiden hatte, ist voller Groll, denn nun ist auch seine einzige Tochter mit einem christlichen Liebhaber durchgebrannt.
Als dann Antonio die Nachricht erhält, dass alle seine Schiffe gesunken sind und er die Schuld nicht zurück zahlen kann, scheint Shylock endlich zu seinem Recht und seiner Rache zu kommen. Aber da gibt es noch die kluge Portia, frisch vermählt mit Bassanio, die dem Geschehen eine andere Wendung gibt.

Bewertung:
Al Pacino wurde hier schon viel gelobt, und dieses Lob hat er tausendfach verdient! Man kann es gar nicht oft genug betonen, dass er allein dieses Shakespearestück zu einem atemberaubenden Filmerlebnis macht. Er charakterisiert Shylock auf sensible und überzeugende Weise, lässt den Zuschauer spüren wie verhärmt und unversöhnlich der alte Mann ist und wie tragisch und bedauernswert doch sein Schicksal. Al Pacino ist in jedem Moment der 126 Minuten der Meister dieses Filmes und Shylock Dank ihm der wahre "Held" des Stücks.
Man mag Jeremy Irons vorwerfen, dass er die Rolle des Antonio nicht in ihrer ganzen Bandbreite ausgeschöpft habe und gewiss hat man auch Joseph Fiennes schon inbrünstiger spielen sehen, aber vielleicht liegt die vermeintliche Blässe dieser beiden großen Darsteller auch nur daran, dass ein leidenschaftlicher, überragender Al Pacino als Shylock sie alle überstrahlt.

Als Kostümfilm wurde der Film im realen Venedig gedreht und Regisseur und Drehbuchautor Michael Radford hat dem venezianischen Ambiente einen recht düsteren Charme verliehen. Im Gegensatz zum bunten und freundlichen Belmont, wo Bassanio um Portia (Lynn Collins) freit, wirkt die Serenissima geradezu morbide. Auch hat Radford (bewusst?) auf einige Facetten des Shakespeare-Originals verzichtet, die Vielschichtigkeit der shakespeareschen Hauptfiguren kommt nur bei Shylock zum Vorschein, die anderen Helden bleiben eindimensional.
Schade drum, aber kein Grund um Sterne abzuziehen, denn Al Pacino hat alleine schon 100 Sterne verdient.
Und einen extra Stern gibt es von mir für das wunderbare Shakespeare Englisch (auch die deutsche Synchronisation ist ausgezeichnet), das gekonnt gesprochen, dennoch gut verständlich ist und für mein Ohr eine wahre Orgie darstellte ;-).

DVD:
Typ 9, 16:9 Widescreen, 2.35:1, Laufzeit 126 Minuten, Deutsch, Englisch, Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Kommetnare: Michale Radford und Lynn Collins, Making of, verschiedene Trailer.
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am 5. Juli 2007
Dieser Film ist ein atemberaubendes, künstlerisches Erzeugnis. Da wäre an erster Stelle die überaus kontroverse und ungewöhnliche Thematik, welche der Film beinhaltet. ein allseits verschmähter Jude fordert nach einer Bürgschaft sein Recht in Form eines ihm zustehenden Pfandes ein, wie es nicht seltsamer sein könnte. Die Liebe zu einer Frau ist die Ursache dieses Missstandes. Mehr will ich an dieser Stelle auch nicht verraten. Kombinationstechnisch präsentiert er sich als eine gekonnte Verschmelzung von tragisch-komödischen Elementen. Einige sehr überraschende Wendungen im Gefüge der Ereignisse machen den Film durchweg zu einer wahren Achterbahnfahrt der Leidenschaften und Gefühle. Die schauspielerischen Leistungen sind permanent äusserst bestechend und virtuos, es wird hingebungsvoll interpretiert, die Besetzung wurde ausserordentlich treffend gewählt. Atmosphärisch legt dieser Film aber noch einen drauf. Das berauschende Kostümdesign trägt viel zur Authentizität, aber auch zur atmosphärischen Dichte des Filmes bei. Wunderschöne Schauplätze und Kulissen sorgen für ein ungemein stimmiges Gesamtbild. Wenn hier im Hintergrund erst noch die traumhafte Musikuntermalung erklingt, kann man sich einfach nicht mehr halten. Die allgemein hochklassige Bildqualität unterstreicht die sinnliche Ästhetik des Streifens noch etwas weiter. Zu all dem wird in einer unglaublich schönen, poetischen, dichterischen Sprache miteinander gesprochen. Manchmal erscheint es dem Zuschauer wie ein Rätsel, das er erst noch entziffern muss. Wer aber etwas Fantasie mitbringt, wird hier keine grosse Mühe im Verständnis haben.

Fazit: Ein hochwertiges, künstlerisches Filmwerk. Selten etwas Derartiges gesehen.
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am 20. November 2005
In Shakespeares Drama wird mehrfach davon gesprochen, dass der Jude Shylock von den Christen angespuckt wird. Was für einen Unterschied es ausmacht, wenn man das in der Verfilmung tatsächlich sieht - wie die guten Christen dem alten Mann ins Gesicht spucken. Man sieht es gleich in der Eröffnungssequenz des Films, man sieht es während des Films, und man sieht es wieder am Ende während der Gerichtsverhandlung. Am Verhalten der Christen hat sich nichts geändert; nur haben sie jetzt endlich eine Rechtfertigung für ihr Verhalten. Von Anfang an haben sie Shylock gedemütigt und ihn als Hund beschimpft; endlich verhält er sich wie einer.
Beim Lesen des Dramas ist es mir noch nie so klar geworden wie bei dem Film, dass die abschließende Gerichtsverhandlung in mehr als einer Hinsicht eine Falle ist, in die Shylock tappt. Man bereitet eine Situation vor, in der der Jude als bösartiges Hassobjekt überhaupt erst erzeugt wird. Durch Al Pacinos herausragendes Spiel, aber auch durch kluge Regieentscheidungen fängt man wirklich zu zweifeln an, ob Shylock tatsächlich von Anfang an die Absicht hatte, von seinem Anspruch auf Antonios Fleisch Gebrauch zu machen. Vielleicht fasst er den Entschluss erst, als er von Jessica verraten worden ist und verzweifelt und einsam in seinem Haus zusammensinkt.
Der Film schafft etwas ganz Außergewöhnliches: er verwandelt das Stück von einer schadenfrohen Verlach-Komödie in die Tragödie Shylocks, der sich von seinem Schmerz und seiner Rachlust hinreißen lässt.
Interessant allerdings, dass dies nur auf der Ebene der Haupthandlung geschieht. - In der Nebenhandlung um den primitiv und selbstgefällig von seinen sexuellen Erfolgen prahlenden Prinzen von Marokko, in dem einem das Fremde in Gestalt eines Krummsäbel tragenden schwarzen Moslems erscheint, haben die Filmemacher offenbar kein Problem damit, die Karikatur des kulturell Anderen der Lächerlichkeit preiszugeben ...
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am 28. Dezember 2014
Ein großartiger Film, mit wunderschönen Kostümen und einer durch parallel verlaufende Handlungsstränge spannenden Geschichte. Auch das Star-Aufgebot lässt sich sehen: Sowohl Al Pacino, alt und vergraut mit Vollbart, als auch Jeremy Irons, der den christlichen Antonio spielt, überzeugen auf ganzer Linie.

Grundlage für den Film bildet ein Stück Shakespeares, welches viel Raum für Interpretationen lässt. Aus meiner Sicht stellt der Film besonders gut dar, welche Auswirkungen Ausgrenzung, Enttäuschung und (töchterlicher) Verrat auf das Individuum haben kann.

Dabei steht Shylock (der Jude) exemplarisch für die Ungerechtigkeiten, die am jüdischen Volk im Venedig des 16. Jahrhunderts verübt wurden. Der Jude wird jedoch keineswegs als "Opfer", sondern als knausriger, opportuner und erbarmungsloser Charakter inszeniert. Inwiefern die gesellschaftlichen Umstände den schauspielerisch brillanten Al Pacino dazu zwangen, Antonio ein Pfund Fleisch unter dem Herzen herausschneiden zu wollen, bleibt eine zu debattierende Frage.

Führt Shylock (Al Pacino), indem er so vehement auf sein Vertragsrecht beharrt, nicht den Christen ihre eigene Unzulänglichkeit - ihre Verschwendersucht bei gleichzeitiger Verachtung der möglichen Konsequenzen - vor Augen? Ist diese so von den Christen missbilligte "jüdische Mentalität" nicht ein Produkt, ihreres Umganges mit ihnen?

Im Endeffekt erscheint der Christ (die venezianische Mehrheitsgesellschaft) als das nicht nach Rache gelüstige und gütige Wesen (verkörpert durch Antonio). Der Jude hingegen als das "Herzlose", "Ausnutzerische" und "Unnachgiebige". Dass dieser Dualismus von "gut" (Christen) und "böse" (Juden) im eigentlichen von der christlichen Mehrheitsgesellschaft definiert wird, zeigt sich anhand des im Film dargestellten Gerichtsverfahrens, welches einem Lackmustest für die Gleichbehandlung im venezianischen Rechtssystem gleicht.

Jeder, der keine Scheu hat, seinen Kopf einzuschalten und auch vor dem barocken Sprachduktus eines Shakespeares nicht zurückschreckt (es wird im Film poetisch gesprochen, ähnlich wie bei Romeo und Julia mit Di Caprio), dem kann ich den Film nur ans Herz legen.
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am 9. September 2005
Ein wirklich großartiger Film. Shakespeare wie es spannender und atmosphärischer nicht geht.
Al Pacino spielt den verbitterten Geldgeber Shylock so meisterlich, dass es einem Schauer über den Rücken treobt.
Jeremy Irons hatte sich lange Zeit vom Film distanziert. Hier zeigt er, dass er es noch kann. Und wie! Man spürt förmlich die Verzweiflung aber auch die Arroganz des Kaufmanns Antonio am eigenen Leib.
Die anderen Schauspieler ebenfalls alle sehr gut.
Eine intelligente Regie, tolle Bilder und eine wunderschöne Musik machen diesen Film auch für Theater- und Shakespearehasser unvergesslich.
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am 3. September 2007
In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe von Shakespeare-Verfilmungen, die auch erfolgreich im Kino liefen, darunter ROMEO UND JULIA von Buz Luhrmann, mit Claire Dannes und Leonardo DiCaprio, RICHARD III mit Sir Ian McKellen in der Titelrolle, und natürlich HAMLET, HENRY V und VIEL LÄRM UM NICHTS, von und mit Kenneth Brannagh, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine der jüngsten Adaptionen nahm sich des vielleicht kontroversesten Werkes des weltberühmten Dichters an.

Ich gebe zu, dass ich DER KAUFMANN VON VENEDIG nie gelesen habe, sondern lediglich in der Filmversion von Michael Radford kenne. Ob es sich dabei um eine werkstreue Umsetzung des Dramas von William Shakespeare handelt, kann ich also nicht beurteilen. Daher bin ich relativ unbefangen an das Werk herangegangen und war davon zutiefst beeindruckt. Wenn Shakespeares Botschaft lautet, dass Vergebung der einzig wahre Weg ist und Rache nur zum Untergang führt, so ist es Radford hervorragend gelungen, diese Aussage präzise herauszuarbeiten.

Die Geschichte erzählt vom venezianischen Kaufmann Antonio (Jeremy Irons), der sich zugunsten seines besten Freundes Bassanio (Joseph Fiennes) ausgerechnet in die Hände des jüdischen Geldverleihers Shylock (Al Pacino) begibt, den er zuvor stets ausgesprochen geringschätzig und sogar feindselig behandelt hat. Mit Hilfe der geliehenen Summe möchte Bassanio um die wunderschöne und wohlhabende Portia (Lynn Collins) werben, um damit sowohl die Liebe seines Lebens für sich zu gewinnen als auch fortan aller finanzieller Sorgen ledig zu sein. Sollte Antonio allerdings nicht in der Lage zu sein, seine Schulden pünktlich zu begleichen, fordert Shylock anstelle von Geld ein Pfund Fleisch seiner Wahl aus dem Körper des Kaufmanns. Antonio, der mit der pünktlichen Rückkehr seiner reich beladenen Flotte rechnet, stimmt dem ungewöhnlichen Handel zu. Während Bassanios Bemühungen um Portia von Erfolg gekrönt sind, versinken Antonios Handelsschiffe in den Fluten des Ozeans. Nun sieht Shylock die Stunde seiner Rache gekommen, und selbst die Dogen und Richter von Venedig müssen die schriftliche Vereinbarung zwischen dem Geldverleiher und dem Kaufmann als rechtmäßig anerkennen. Zutiefst verletzt durch ein Leben voller Kränkungen und besessen vom Wunsch nach Rache, lehnt Shylock jede ihm angebotene Summe ab und beharrt auf das vereinbarte Pfand. Und so erwartet Antonio ein grausames Schicksal...

Shylock, der grimmige alte Jude und Wucherer, der seinen ärgsten Feind, einen aufrechten und ehrbaren Edelmann, quälen und töten will und dazu sogar das Gesetz auf seine Seite bringt... sehr leicht könnte man in DER KAUFMANN VON VENEDIG antisemitische Tendenzen ausmachen. Es ist daher Radfords Feingefühl und der überragenden Darstellung Al Pacinos zu verdanken, dass man als Zuschauer durchaus Verständnis für Shylocks Motive hat, auch wenn man sein Handeln nicht gutheißen kann. Der Film, an faszinierenden Originalschauplätzen gedreht und um historische Genauigkeit bemüht, zeigt eindringlich die widrigen Umständen, unter denen die jüdischen Venezianer damals im Ghetto leben mussten, ständig geschmäht, beschimpft und bedroht. Die täglichen Erniedrigungen haben Shylocks Herz verbittert, doch der Verlust seiner Tochter Jessica, die sich mit einem Christen aus Bassanios Gefolgschaft einlässt und dabei einen Großteil der Barschaft ihres verhassten Vaters stiehlt, ist zuviel des Schlechten und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Shylocks Wunsch, nach all den Verletzungen, die er ertragen musste, seinem ärgsten Peiniger ebenfalls unermessliche Schmerzen zuzufügen, als sich die Gelegenheit dazu ergibt... wer kann es ihm verdenken?

Wie der gramgebeugte Geldverleiher nicht von Grunde auf böse ist, sondern geprägt durch ein Leben voller Demütigungen und Widrigkeiten, so ist auch der Kaufmann Antonio kein untadeliger Heiliger. Er bespuckt Shylock ohne jeden Grund, nur weil dieser ein Jude ist, und weil es eben den guten Sitten der damaligen Zeit entspricht. Als er jedoch erkennt, in welch missliche Lage ihn seine Überheblichkeit und sein bester Freund Bassanio gebracht haben, beweist er Mut, indem er dem scheinbar unausweichlichen Ende so tapfer wie möglich ins Auge blickt. Bassanio hingegen, dem zuliebe sich Antonio überhaupt erst an Shylock gewandt hat, präsentiert sich zunächst als charmanter, aber auch egoistischer Draufgänger, der zulässt, dass sich Antonio an den Geldverleiher ausliefert. Er nutzt die Zuneigung des älteren Mannes für seine eigenen Zwecke, lässt jedoch nichts unversucht, um seinem Freund in dessen dunkelster Stunde beizustehen. Selbst die liebreizende und engelsgleiche Portia scheint es über Gebühr zu genießen, Shylock weit mehr mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, als es notwendig wäre, um Antonio in letzter Sekunde zu retten. Am Ende kann man für den alten Shylock, der alles riskiert und verloren hat, fast nur Mitleid empfinden.

Shakespeare und Radford beschreiben die Menschen, wie sie sind, mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften. Die Sprache des Dichters und die Zeit, in der das Stück spielt, mögen der Vergangenheit angehören, die Thematik selbst ist so aktuell wie eh und je, denn unsere Gesellschaft ist noch immer geprägt von Vorurteilen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Abgesehen davon ist DER KAUFMANN VON VENEDIG Filmkunst in Vollendung, atmosphärisch dicht und spannend inszeniert, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt und mit Liebe zum Detail ausgestattet. Großes Kino, wie es sein sollte, nicht nur für Shakespeare-Fans.
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am 30. Oktober 2006
Alleine für ihn schon fünf Sterne. Was für ein Schauspieler. Zu Recht hat er sich in "looking for Richard" über die Lordsiegelbewahrer von Shakespeare lustig gemacht und zeigt uns, wie er als " ungebildeter" Amerikaner Shakespeare zum Glühen bringt. Schauspielkunst auf allerhöchsten Niveau.

So ein Film müsste für jeden Eleven der Schauspielkunst zum Pflichtfach werden. Pacino kann die vielen Facetten, die Shakespeare anbietet, alle entfalten- hier den Täter aus Verzweiflung über die erlittenen Kränkungen.

Es ist ein reiner Genuss, diesem Mann bei der Arbeit zuzusehen !
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am 17. November 2005
Wie Al Pacino im Interview sagte, handelt es sich bei der Verfilmung um eine Adaption, was den Verantwortlichen einen gewissen Freiraum in der Anlage und Deutung des Stücks läßt. Dem Shakespeareschen Personal eigentümlich ist bekanntlich ihre psychologisch angelegte Ambivalenz: wie im Leben gibt es auch auf der Bühne des Meisters (all the world's a stage!) keine Figur, die nur schwarz oder nur weiß ist. Im Unterschied zu anderen, häufig sehr kritischen Interpretatoren (z.B. Rolf Hochhuth: "Spielt das Stück nicht mehr!") legen Regisseur und Darsteller in diesem Fall besonders die Rolle des Shylock so an, daß Verbitterung und Rachlust des verachteten Juden menschlich nachvollziehbar erscheinen. Ich meine, dieses Stück ist in unserer Zeit nur noch so zu spielen. Der seit dem Holocaust gehegte (kultivierte) Verdacht, das Stück sei antisemtisch, greift hier nicht. Pacino ist in seiner Darstellung grandios. Als Shylock das Messer ansetzt und Portia (in der Verkleidung des Advokaten) ihm im letzten Moment mit einem Ruf Einhalt gebietet, entlädt sich Shylocks spannungsgeladene Erregung in einem Schrei: Pacino gelingt es, den Zuschauer im unklaren zu lassen, ob er den tödlichen Schnitt auch wirklich ausgeführt hätte.
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am 17. Januar 2016
Eine grossartige Umsetzung einer mitunter sehr heiklen Handlung die nicht sehr sensibel mit religiösen Weltanschauungen umgeht und bis heute nicht an Brisanz verloren hat, aber als tragische Komödie verfasst wurde. Die Inszenierung ist etwas feinfühliger wie Shakespeare selbst, bleibt aber dennoch detailgetreu, veranschaulicht in genialer Weise Ursachen und Wirkungen, beschreibt die Charaktere meisterlich. Vor prächtigen Kulissen mit opulenten Ausstattungen und Kostümen nimmt ein temporeiches Spielgeschehen seinen spannenden Verlauf. Eine hervorragende Meisterleistung des Regisseurs Michael Radford.
Die Besetzung ist hochkarätig, voran Al Pacino - mit unübertroffenen Glanzleistungen in der Rolle des Shylock und Jeremy Irons - der in der Rolle des Antonio brilliert. Alle Akteure warten ausnahmslos mit sehr beeindruckenden Darstellungskünsten auf.
Insgesamt ein absoluter Hochgenuss, spektakulär in seinem Genre - und unbedingt sehenswert.
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am 15. April 2007
Hier haben wir eine absolut gelungene Shakespeare-Verfilmung.Punkt!

Die Dialoge sind sehr eng an der englischen Vorlage und - was leider sehr selten vorkommt - berücksichtigen auch die Akzente der verschiendenen Sprecher! Ich sage nur Spanien und Marokko... ;-)

Wie erwähnt überstrahlt ein grandioser Al Pacino alle anderen Darsteller,

was deren Leistung aber nicht schmälert!

Die besonders gelungene Musik der Zeit zusammen mit den Originalkulissen (Venedig)geben dem Stück eine hohe Glaubwürdigkeit.

Der Vorwurf des Antisemitismus läßt sich nicht ganz abstreiten, allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass alle Protagonisten im Geiste und als Kinder ihrer Zeit sprechen - welcher der heutigen unter anderen Vorzeichen nicht ganz unähnlich ist.

Summa summarum ist der Film gelungenes Kino: Atmosphäre,Kulissen,Musik,Darsteller und Message - ein grandioses Plädoyer für Menschlickkeit und Toleranz ausgesprochen in der Anklage von Shylock - alles ist da.

Cineastenherz was willste mehr?
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