Inhalt:
Um für seinen Freund Bassanio (Joseph Fiennes) eine aufwendige Brautwerbung finanzieren zu können, nimmt der Kaufmann Antonio (Jeremy Irons) einen Kredit bei dem jüdischen Geldverleiher Shylock (Al Pacino) auf. Dieser verlangt aber keinen Zins sondern, für den Fall dass Antonio die Schuld nicht rechtzeitig bezahlt, ein Pfund von Antonios Fleisch.
Shylock, der zeit Lebens unter den Repressalien seiner christlichen Mitbürger zu leiden hatte, ist voller Groll, denn nun ist auch seine einzige Tochter mit einem christlichen Liebhaber durchgebrannt.
Als dann Antonio die Nachricht erhält, dass alle seine Schiffe gesunken sind und er die Schuld nicht zurück zahlen kann, scheint Shylock endlich zu seinem Recht und seiner Rache zu kommen. Aber da gibt es noch die kluge Portia, frisch vermählt mit Bassanio, die dem Geschehen eine andere Wendung gibt.
Bewertung:
Al Pacino wurde hier schon viel gelobt, und dieses Lob hat er tausendfach verdient! Man kann es gar nicht oft genug betonen, dass er allein dieses Shakespearestück zu einem atemberaubenden Filmerlebnis macht. Er charakterisiert Shylock auf sensible und überzeugende Weise, lässt den Zuschauer spüren wie verhärmt und unversöhnlich der alte Mann ist und wie tragisch und bedauernswert doch sein Schicksal. Al Pacino ist in jedem Moment der 126 Minuten der Meister dieses Filmes und Shylock Dank ihm der wahre "Held" des Stücks.
Man mag Jeremy Irons vorwerfen, dass er die Rolle des Antonio nicht in ihrer ganzen Bandbreite ausgeschöpft habe und gewiss hat man auch Joseph Fiennes schon inbrünstiger spielen sehen, aber vielleicht liegt die vermeintliche Blässe dieser beiden großen Darsteller auch nur daran, dass ein leidenschaftlicher, überragender Al Pacino als Shylock sie alle überstrahlt.
Als Kostümfilm wurde der Film im realen Venedig gedreht und Regisseur und Drehbuchautor Michael Radford hat dem venezianischen Ambiente einen recht düsteren Charme verliehen. Im Gegensatz zum bunten und freundlichen Belmont, wo Bassanio um Portia (Lynn Collins) freit, wirkt die Serenissima geradezu morbide. Auch hat Radford (bewusst?) auf einige Facetten des Shakespeare-Originals verzichtet, die Vielschichtigkeit der shakespeareschen Hauptfiguren kommt nur bei Shylock zum Vorschein, die anderen Helden bleiben eindimensional.
Schade drum, aber kein Grund um Sterne abzuziehen, denn Al Pacino hat alleine schon 100 Sterne verdient.
Und einen extra Stern gibt es von mir für das wunderbare Shakespeare Englisch (auch die deutsche Synchronisation ist ausgezeichnet), das gekonnt gesprochen, dennoch gut verständlich ist und für mein Ohr eine wahre Orgie darstellte ;-).
DVD:
Typ 9, 16:9 Widescreen, 2.35:1, Laufzeit 126 Minuten, Deutsch, Englisch, Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Kommetnare: Michale Radford und Lynn Collins, Making of, verschiedene Trailer.