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Der Kastrat: Roman
 
 

Der Kastrat: Roman [Kindle Edition]

Richard Harvell
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Ein sehr sinnliches Leseerlebnis MÜNCHNER MERKUR Literarisch ein Hochgenuss PLAYBOY Ein prima Historien-Schmöker EXPRESS

Kurzbeschreibung

Hoch in den Alpen erblickt Moses Froben am Anfang des 18. Jahrhunderts als uneheliches Kind das Licht der Welt. Der Dorfpfarrer muss fürchten, als Vater entlarvt zu werden, und stößt den Jungen in einen Sturzbach. Moses wird gerettet und kommt in die Abtei St. Gallen, wo er zum Meistersänger des Chores heranreift. Dann geschieht das Ungeheuerliche: Man kastriert ihn, damit seine Engelsstimme erhalten bleibt. Und Moses feiert Erfolge auf Europas Bühnen. Aber ein Geheimnis bleibt: Wie kam der weltbekannte Kastrat zu einem Sohn?›Der Kastrat‹ ist die hinreißende Lebensbeichte eines Entführers und unwahrscheinlichen Liebhabers, eines Mannes mit der Stimme eines Engels, dessen Gehör zum tragischen Fluch wie auch zum größten Segen seines Lebens wurde.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Ein kleines Bergdorf in den Schweizer Alpen zur Mitte des 18. Jahrhunderts: Kein guter Ort, um mit einer taubstummen Mutter und einem absoluten Gehör aufzuwachsen. Moses gilt als Sonderling, und das ändert sich auch nicht, als er in der Obhut zweier Mönche in die Abtei St. Gallen kommt. Dort entdeckt der Chormeister sein Gesangstalent - und Moses entdeckt die Liebe. Für beides muss er einen unendlich hohen Preis bezahlen.

Der Klappentext, wonach es sich bei dem Roman um eine "hinreißende Lebensbeichte" handelt, ist knapp am Thema vorbei. Letztendlich behandelt das Buch nur die ersten zwanzig Lebensjahre von Moses. Die haben es allerdings in sich und schicken den Leser immer wieder auf eine emotionale Achterbahn, bis die Handlung im letzen Viertel ihrem irgendwann absehbaren Ende entgegen plätschert.

Moses, ein manchmal naiver, oft schweigsamer, immer sympathischer Held, erzählt seine Geschichte selbst: Mit schönen Sprachbildern, stellenweise sehr leisem Humor und dem Mut, nicht alles auszusprechen, um auch dem Leser ein paar Schlussfolgerungen zu überlassen. In seiner Erzählung werden nächtliche Städte lebendig, während Alltagsgeräusche eine ganz neue Bedeutung gewinnen und Kirchenglocken immer wieder so schrill läuten, dass man sich irgendwann nach einer Packung Ohropax sehnt.

Kleines Manko: Stellenweise wirkt die Ausdrucksweise zu modern ("Das ist nicht fair!"), man hat nicht immer den Eindruck, sich im 18. Jahrhundert zu befinden. Dazu mag allerdings auch die Übersetzung beigetragen haben. Trotzdem ein anrührender, nachdenklich stimmender Roman, der Unterhaltung und ernste Thematik perfekt miteinander verbindet.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der Klappentext ist meiner Meinung nach etwas unglücklich. Wie kam der weltbekannte Kastrat zu einem Sohn? Dieser Frage wird nachgegangen, aber der Roman endet mit dem Beginn von Moses "Karriere". Und Moses feiert Erfolge auf Europas Bühnen - dieser Teil wird nicht weiter ausgeführt.

Es wird kurz geschildert, wo und unter welchen Umständen Moses geboren wurden. Durch seine ersten Lebensjahre mehr oder weniger gezwungen hat er sein Gehör sensibilisiert. Sein Vater merkt irgendwann, daß Moses nicht so dumm ist wie es scheint und will ihn umbringen. Zum Glück ohne Erfolg - Moses wird gerettet und kommt durch seinen Retter in ein Kloster. Dort entdeckt der Chorleiter sein wunderbares Gehör und bildet seine Stimme aus. Damit seine Stimme erhalten bleibt wird er zum "Engel" gemacht. Aber bis zum Erfolg auf Europas Bühnen ist es ein weiter und auch beschwerlicher Weg.

Herr Harvell schafft es einen durchgehenden Spannungsbogen aufzubauen. Moses wird als ein sehr sensibler kleiner Junge dargestellt, der unbedingt Freunde haben möchte und mit der Bösartigkeit der "Welt" erstmal überfordert ist. Dem Autor gelingt es sehr gut das Klosterleben des kleinen Moses darzustellen. Er übertreibt meiner Meinung nach nicht, sondern stellt glaubhaft die Schwierigkeiten eines "Andersartigen" dar.
Und Moses ist ganz anders als alle anderen: er ist arm, schüchtern und er hat eine begnadete Stimme. Das perfekte Opfer für Raufbolde.

Für Moses besteht die Welt aus lauter unterschiedlichen Klängen. Er braucht keine Wegbeschreibungen, sondern orientiert sich an Geräuschen. Der Autor beschreibt die Klänge teilweise so gut, daß man die Glocken und andere Geräusche richtig hören kann. Harvell bringt die Musik zum Vibrieren - die Musik wird hörbar, nicht nur durch die Ohren, sondern auch durch den ganzen Körper. Man kann sich bildhaft vorstellen, wie Moses die Zuhörer zu Tränen rührt.

Der Autor greift auf viele historische Fakten zurück und schildert diese sehr gut. Erst der Bau der Abtei in St. Gallen (der etwas vordatiert wird) und dann die Uraufführung von Glucks Oper. Der Mythos von Orpheus und Eurydike wird hier zum tragenden Element des zweiten Teils, der in Wien spielt. Es gibt auch einen Blick hinter die Kulissen des Operhauses und auch hier hat der Autor meiner Meinung nach sehr gut recherchiert.

Eines der Bücher für die man die Nachtruhe gerne verkürzt. Ein Buch das Emotionen weckt und die Sinne schärft. Ein Buch das man auch irgendwie traurig zur Seite legt. Es hätte weitergehen können - Moses Aufstieg fehlt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Höchst spannend! 28. März 2011
Von Kurt Wolf
Format:Broschiert
Das Erstlingswerk des Amerikaners Richard Harvell ist die Geschichte eines Kindes, das wegen seiner unglaublich schönen Sopranstimme im Kloster St. Gallen gegen seinen Willen kastriert wird und damit den Rest seines Lebens wie ein Aussätziger verbringt. Von Geburt an behindert, scheinbar stumm, hat er ein überentwickeltes Gehör und kompensiert damit seine Mängel. Was im "Das Parfüm" der Geruchssinn, ist im "Der Kastrat" der Gehörsinn. Was im "Schlafes Bruder" die Musikalität und das geniale Orgelspiel, ist im Kastrat der unglaublich schöne Kastraten-Sopran. Das Buch liegt auf der gleichen Ebene von Patrick Süskinds "Das Parfüm" und Robert Schneiders "Schlafes Bruder",spielt ebenfalls zu Anfang des 19. Jahrhunderts und ist so spannend zu lesen wie ein Dan Brown.
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