Diesen Auftakt einer Krimiserie mit dem Kölner Kommissar Kleefisch habe ich gleich zweimal hintereinander gelesen, das passiert mir mit einem Krimi so gut wie nie: so viele Details, schöne Szenen und Formulierungen, so ein hintergründiger, lakonischer Humor. Für gewöhnlich wird am Ende des Krimis der Fall gelöst. Dieses kleine, schöne Buch endet mit einem cliff hanger: eine Lösung deutet sich an, wird aber nicht ausgeführt. Das macht hier Sinn: erstens ist es der Beginn einer Serie mit dem aus dem Polizeidienst entlassenen Kleefisch, und er verlässt uns mit dem Versprechen, sich mit der Aufklärung des Falles weiter beschäftigen zu wollen. Glauben wir ihm mal und verfolgen wir ihn weiter. Zweitens: dieser Krimi ist nach keinem gängigen Rezept konstruiert, sondern mit beträchtlichem Gestaltungsvermögen handelt er von Menschen, ihren Verwirrungen und Abgründen, aber auch von ihren Geradlinigkeiten und Hoffnungen. Und da ist eben nichts vorhersehbar - nicht einmal die Eigenarten und Fehlleistungen des ansonsten sehr übersichtlichen Kölner Kardinals.