"Der Kardinal im Kreml" ist ein Buch, das schwach beginnt, sich in der zweiten Hälfte aber steigern kann. Wieder mal ist Jack Ryan die Hauptperson, auch wenn er in dieser Geschichte nicht ganz so deutlich hervortritt. Vielmehr werden mehrere Personen hervorgehoben, die in verschiedenen Erzählsträngen zusammen geführt werden. Das hat den Vorteil für den Leser, daß der Spannungsbogen aufrecht gehalten wird, aber auch den Nachteil, daß der Überblick verloren gehen kann.
Der Roman dreht sich um die Abrüstungsverhandlungen zwischen den USA und der Sowjetunion, während gleichzeitig von beiden Seiten die Forschung an computergesteuerten Laserverteidigungsanlagen (SDI) vorangetrieben wird. Für die Spione beider Seiten natürlich äußerst interessant.
Der Kardinal ist ein hochrangiger Mitarbeiter im Verteidigungsministerium, der mehr durch Zufall enttarnt wird. Aufgrund seiner Verdienste entschließen sich die Amerikaner, ihren Agenten herauszuholen. Hier kommt Jack Ryan wieder ins Spiel.
Die Geschichte ist leidlich spannend, aber gerade zu Anfang schreibt Clancy viel zu technisch orientiert, was das Buch stellenweise richtig langweilig macht.
Die Übersetzung ist zum Teil schluderig. So hat der Übersetzer immer wieder mal Probleme, den richtigen Artikel zu verwenden (es heißt z.B. "Der KGB", nicht "Das KGB") und richtig grauenvoll wird es, wenn er "überm" und unterm" statt "über dem" und "unter dem" schreibt. Das ist Deutsch der untersten Schublade.
Fazit: muß man nicht gelesen haben!