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Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche
 
 
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Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche [Taschenbuch]

Stefan Zweig , Knut Beck
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 347 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3 (1. Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596175003
  • ISBN-13: 978-3596175000
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 227.244 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stefan Zweig
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Hölderlin, Kleist, Nietzsche - drei Außerordentliche, denen sich Stefan Zweig als "Psychologe aus Leidenschaft, Gestalter aus gestaltendem Willen" zutiefst verbunden fühlte. Unverstanden von ihrer Generation, enden alle drei "vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord." Sigmund Freud rühmte Stefan Zweigs "Vollkommenheit der Einfühlung" in Wesen, Charakter und Gedankenwelt schöpferischer Menschen.

Über den Autor

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Seine von einer vergangenen Zeit erzählenden Erinnerungen "Die Welt von Gestern" erschienen posthum.

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Kundenrezensionen

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Bothe
Format:Taschenbuch
Stefan Zweig hat mal wieder ein Meisterwerk abgeliefert. Und er hat drei "Helden" der deutschen Sprache aufs Korn genommen. Er zerlegt die drei Herren, die so nachhaltig in die deutsche Sprache Eingang gefunden haben vor den Augen des Lesers. Menschliche und charakterliche Schwächen - und daran mangelt es wahrlich nicht! - werden haarklein beschrieben und darin erkennt Zweig meist schon die Wurzel des "Bösen" oder das Fundament zum Scheitern.

Hölderlin: Der Held auf den die Mutter und die Tante ihre ganzen Hoffnungen setzen. Ein Tagedieb, der auf seine große Chance hofft und wartet und doch in seiner Isolation gefangen ist und sich nicht aus ihr zu befreien weiß.

Kleist: Der rastlose Tunichtgut, der immer wieder von seinen nervösen Nerven gejagt wird und sich in halsbrecherische Abenteuer und Gefahren stürzt und bis zum Schluss mal ängstlich, mal frech dem Schicksal ins Gesicht lacht - und doch letzten Endes dramatisch vor dem Schicksal kapituliert.

Nietzsche: Der kongeniale und stets missverstandene Philologe, der sich in den Bereich der Philosophie verirrt; stets krank, stets den Wohnort wechselnd, stets von den blitzartigen Nervenschlägen geplagt, stets arbeitsam und unverstanden, von den Kollegen des Fachs immer belächelt und verspottet und gegen Ende verachtet und verhasst.

Zweig skizziert den Weg des Scheitern bis zum Tode einschließlich bei allen drei historischen Figuren: immer ehrlich, immer schattenscharf analysierend, aber nie anklagend. Man schwankt zwischen Mitleid mit den Figuren und Entsetzen über die Unentschlossenheit (Hölderlin) oder die Rastlosigkeit (Kleist) oder die Nervosität (Nietzsche).

Zweig hat eine unnachahmliche Charakterstudie für die drei Helden vorgelegt, die von Ihren jeweiligen Dämonen gejagt und gehetzt werden und jeweils in den Abgrund getrieben und gerissen werden. Wer die drei "Großen" der deutsche Sprache bzw. Literatur mal unter der "Charakter-Lupe" betrachten will ist goldrichtig bei dem Buch.

Relativ kurz und knappe Kapitel machen es schnell und einfach lesbar. Viel Spaß dabei!
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Und aus den Worten wird Gesicht 17. September 2003
Von Dichtung&Kritik TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Ich weiss wirklich nicht, wann ich das letzte Mal ein solch dichtes, nachdenklich-zauberhaftes Buch gelesen habe, so voll Dunklem, voll Zaudern und Erschaudern, voll Ehrfurcht und Leidenschaft fuer Leben und Tod.
Stefan Zweig gliedert Dichter in grundsaetzlich zwei Sphaeren: in die Gesunden, mit dem Leben Verwurzelten, die ihr Haus in Gedanken bauten, wie auch im Leben - und in die Sphaere der Lodernden, Daemonischen, Gehetzten, jener, die ein Leben lang weiterzogen, auf der Suche waren, vielleicht nach Fragen, aber sicherlich nach dem Hoechsten, und dies unter Aufopferung ihres Ichs.

"Jeder schoeperische Mensch erfaehrt so den Kampf mit seinem Daemon, und immer ist es ein Heldenkampf; immer ein Liebeskampf."

"Wie immer hat das Heldenhafte keinen gefaehrlicheren Widersacher als gerade die zaertlich Wohlmeinenden, die das heilige Feuer mit sorglichem Atem niederdruecken zur haeuslichen Herdflamme."

"Nur wer die ganze Hoelle in sich trug, konnte so um Gott ringen."

Ueberreizter Schreiton, Foehnhimmel, halb Stammeln - halb Gebet, ... leere Meilensteine laengst eines mit brennenden Fluegeln durchmessenen Weges, kalte Kulissen, sprachlose Farbe... Stefan Zweig lebt mit den Gestalten, seine Worte beruehren, treffen. In den Wiederholungen wird aus dem Text deutlicher und klarer ein Gesicht erkennbar - und der Leser darf verstehen, dass hier nicht nur vier Gestalten aus der Geschichte zusammentreffen, sondern dass hier das Gesicht eines Lebensweges gezeichnet wird. Ein wunderbares Buch, nicht nur, um Hoelderlin, Kleist und Nietzsche nahezukommen und sie unter einer Idee zu vereinen, auch, um zu verstehen, was manche Menschen treibt, auch das letzte Hemd, den letzten Freund noch der Idee zu opfern.

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29 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn ein Gleichnis Hilfsmittel einer rationalen Aussage ist, dann hat Zweig hier in wunderbarer Weise dieses geschaffen. Das Dämonische zeigt sich da deutlich, wo es beispielhaft Verwendung findet, wo ein Mensch als Repräsentant des Dämonischen vorbildlich gilt. Zweig gelingt es, vorzüglich und vollkommen in die Empfindsamkeit seiner Protagonisten einzudringen. Drei Personen sind es, die dem Gleichnis offensichtlich dienen und doch sind es eigentlich fünf.

Beginnen wir mit den dreien, die ihr Leben der Unterordnung jenseitiger Imperative gewidmet, die sich selbst in den Mittelpunkt ihres Lebens gestellt und sich für den Bereich darüber hinaus entschieden haben. Es sind Hölderlin, Kleist und Nietzsche, die gem. Plutarchs Werk oder Safranskis Frage: „Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“ herhalten für eine vergleichende Lebensgeschichte. Diese Drei geben sich letztendlich einer überweltlichen Macht hin, die sie aus dem warmen Sein des Lebens hinaus reißt in eine unkontrollierbare Leidenschaft, um in der Verstörung des Geistes oder im selbst gewählten Tod zu enden. Nur im wachen Zustand erkennen sie sich als Besessene einer höheren Macht, als dem Dämon verhaftet.

Mehr wird deutlich im Vergleich mit einer weiteren Person, die Zweig als leise Metapher, als Über-Ich und doch real all den Gemeinsamkeiten der eigentlichen Drei überschweben lässt. Es ist Goethe, der mit Verstand und Macht gegen sich selbst das Dämonische in sich erkennend sich diesem abwendet. Wie die Welt durch geschickte in Sediment gesetzte Abformungen, durch tierische oder pflanzliche Überreste etc Botschaft für die Nachwelt gibt, so beschreibt und überliefert Goethe frei vom Dämonischen klare Ideen, Erkenntnisse und rationale Handlungen als Sammler diverser Wissenschaften.

Der fünfte im Bunde ist Zweig selbst, der mit nahezu übertriebener Leidenschaft sich in das Innenleben der vom Dämon Besessenen mit Bravour und überwältigender Sprache hinein arbeitet. Ja, die drei vom Dämon Verführten in ihrem Leid gedanklich begleitet, Kleist bis in den Freitod. Er lebt quasi mit ihnen, in der beschreibenden Wiederholung vieler Eigenschaften und Gegebenheiten kommt er ihnen näher – im Geist und in der Emotion. Er setzt sich selbst der Gefahr aus, die Spannung seines Geistes als Grenzwert zu erleben und in der möglichen Überspannung sich selbst zu verlieren. So scheint er Goethe als rettende Hand zu brauchen, da dieser in den „Leiden des Werthers“ längst die Erfahrung eines Grenzgängers machte und erfolgreich meisterte, und Zweig in Anlehnung an Hölderlins Dualismus „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ sich mit ihm sicher wähnt.

Zweig entwickelt seine Entdeckung des Dämonischen in der Folge von Hölderlin über Kleist zu Nietzsche. Über den Himmel und das metaphysisch Göttliche, hin zum egozentrisch Menschlichen bis in die Einsamkeit der Über-Intelligenz und der letztendlichen Opferung des Selbst gegenüber der Lebendigkeit ohne Lebensplan.

Hölderlin: „Nur was blühet, erkenn ich“
Das Prinzip des Werdens ist für Hölderlin präsenter als das des Seins. Diotima als Frau bleibt sein Streben, die Realisierung würde den Traum zerstören. „Es ist eine bessere Zeit, die suchst Du, eine schönere Welt.“ (Diotima an Hyperion)

Kleist: „Verflucht das Herz, das sich nicht mäßigen kann.“
Kleist ist hier Sehender seiner Leiden doch den Gegensätzen seiner Leidenschaft verhaftet. Im Gegensatz zu Hölderlin, der alle Idealität von der äußeren Welt zu realisieren fordert, fordert Kleist sie von und für sich. Seine Inszenierung des Lebens schließt den Freitod mit ein.

Nietzsche: „Auf die ewige Lebendigkeit kommt es an, nicht auf das ewige Leben.“
Nietzsche will sich lebendig und das ist seine Wahrheit und zu dieser Wahrheit verhält er sich stur und monogam. Ihn reizt nicht das Halten und Haben, ihn reizen die Fragen, das Forschen, das Suchen, das Jagen – bis zum Schmerz, bis zur Verzweifelung. Die Welt wird so von ihm nicht erobert und diese Erkenntnis führt ihn in die verzweifelte Einsamkeit.

Über das Denkbare und das Lebbare philosophierte Safranski entlang nahezu selben Personen-Gleichnissen. Die persönliche Idee jedes Einzelnen steht oberhalb allem Anderen und ist bestimmend in der Wahl der Lebenspraxis. Wer den Weg vom Menschen fort einschlägt, anstatt zu ihm, verabschiedet sich von allen sozialen Kontexten.
Dostojewski formulierte es so, das es das „höhere Herz ist, das sich quält“. Enttäuschte Leidenschaft führt zur Lebensfeindschaft, zur Unrast ohne Heimat, letztendlich, weil „ein Traum von ihr nicht genügt“ (Hölderlin).

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Die neuesten Kundenrezensionen
Dämonisch gut
Ein fesselndes Buch über drei aus Sicht Zweigs Besessene. Toll geschrieben und ohne Angst vor Zuspitzungen. Lesen Sie weiter...
Vor 5 Monaten von Ballerstaller Norbert veröffentlicht
Ein schöner Roman
ACHTUNG: DIESE REZENSION BEZIEHT SICH AUF EINE ANDERE AUSGABE

Persönliche Verbindung: Ich verbinde mit diesem Buch vielleicht etwas mehr, denn andere seiner Leser. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Markus Rödl veröffentlicht
Viel zu aetherisch und schwärmerisch
Ich habe früher schon einiges von Zweig gelesen und fand seine Bücher bisher sehr interessant. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von wilhelm ademar veröffentlicht
Analyse ohne Lücken
Das Buch ist interessant und da ich bereits 3 andere Bücher von Zweig gelesen hatte, war ich an den epischen und ausschweifenden Stil des Autors gewöhnt, der mir... Lesen Sie weiter...
Vor 16 Monaten von nickname veröffentlicht
Kongenial geschrieben
Wie immer bei Stefan Zweig sind die Biografien in einer Hochsprache geschrieben, die bei unseren Zeitgenossen kaum mehr zu lesen ist. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. April 2009 von Zara Thustra
Ein Parforceritt in die Literatur
Stefan Zweig: Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin, Kleist, Nietzsche

Der Kampf mit dem Dämon ist Zweigs zweiter Teil der Reihe "Baumeister der Welt" und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. April 2009 von Mad Circus
Dionysos in Weimar
Es sind keine Biographien im herkömmlichen Sinn, die Stefan Zweig hier geschaffen hat, sondern eher psychobiographische Essays oder Psychogramme. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 14. November 2007 von Mag Gerald Hutterer
In Kreisen
"Im höheren Menschen aber, besonders im produktiven, waltet die Unruhe schöpferisch fort als ein Ungenügen an den Werken des Tages, sie schafft ihm jenes... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. September 2003 von Dichtung&Kritik
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