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Der Kampf mit dem Dämon: Hölderlin. Kleist. Nietzsche (Gesammelte Werke in Einzelbänden) Gebundene Ausgabe – 1. Oktober 1981

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 285 Seiten
  • Verlag: S. FISCHER; Auflage: 4 (1. Oktober 1981)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100970489
  • ISBN-13: 978-3100970480
  • Größe und/oder Gewicht: 11,1 x 2,5 x 18,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 342.987 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

In Wien wurde Stefan Zweig als zweiter Sohn eines reichen Fabrikanten am 28. November 1881 geboren. Schon während seiner Gymnasialzeit verfasste er Gedichte, nahm dann in Wien das Studium der Literaturgeschichte auf und begann zu reisen - durch Europa ebenso wie nach Tunesien oder Mexiko. Als Übersetzer des Franzosen Romain Rolland oder des Belgiers Emile Verhaeren machte er sich ebenso einen Namen wie durch seine eigenen Werke. Der Zweite Weltkrieg, Bücherverbrennung und Verfolgung ließen Zweig schließlich nach Brasilien emigrieren. Unter dem Eindruck deutscher Kriegserfolge und erschöpft von unfreiwilliger Migration sowie dem Verlust seiner - vor allem auch geistigen - Heimat Europa nahm sich der Sechzigjährige zusammen mit seiner Frau Lotte am 23. Februar 1942 das Leben.

Produktbeschreibungen

Werbetext

»Immer ist das Außerordentliche das Maß aller Größe.« -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1934 in Salzburg, emigrierte von dort nach England und 1941 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Am 23. Februar 1942 schied er in Petrópolis, Brasilien, freiwillig aus dem Leben. Seine von einer vergangenen Zeit erzählenden Erinnerungen »Die Welt von Gestern« erschienen posthum.


Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von A. Bothe am 18. Februar 2011
Format: Taschenbuch
Stefan Zweig hat mal wieder ein Meisterwerk abgeliefert. Und er hat drei "Helden" der deutschen Sprache aufs Korn genommen. Er zerlegt die drei Herren, die so nachhaltig in die deutsche Sprache Eingang gefunden haben vor den Augen des Lesers. Menschliche und charakterliche Schwächen - und daran mangelt es wahrlich nicht! - werden haarklein beschrieben und darin erkennt Zweig meist schon die Wurzel des "Bösen" oder das Fundament zum Scheitern.

Hölderlin: Der Held auf den die Mutter und die Tante ihre ganzen Hoffnungen setzen. Ein Tagedieb, der auf seine große Chance hofft und wartet und doch in seiner Isolation gefangen ist und sich nicht aus ihr zu befreien weiß.

Kleist: Der rastlose Tunichtgut, der immer wieder von seinen nervösen Nerven gejagt wird und sich in halsbrecherische Abenteuer und Gefahren stürzt und bis zum Schluss mal ängstlich, mal frech dem Schicksal ins Gesicht lacht - und doch letzten Endes dramatisch vor dem Schicksal kapituliert.

Nietzsche: Der kongeniale und stets missverstandene Philologe, der sich in den Bereich der Philosophie verirrt; stets krank, stets den Wohnort wechselnd, stets von den blitzartigen Nervenschlägen geplagt, stets arbeitsam und unverstanden, von den Kollegen des Fachs immer belächelt und verspottet und gegen Ende verachtet und verhasst.

Zweig skizziert den Weg des Scheitern bis zum Tode einschließlich bei allen drei historischen Figuren: immer ehrlich, immer schattenscharf analysierend, aber nie anklagend. Man schwankt zwischen Mitleid mit den Figuren und Entsetzen über die Unentschlossenheit (Hölderlin) oder die Rastlosigkeit (Kleist) oder die Nervosität (Nietzsche).
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Dichtung&Kritik am 17. September 2003
Format: Gebundene Ausgabe
Ich weiss wirklich nicht, wann ich das letzte Mal ein solch dichtes, nachdenklich-zauberhaftes Buch gelesen habe, so voll Dunklem, voll Zaudern und Erschaudern, voll Ehrfurcht und Leidenschaft fuer Leben und Tod.
Stefan Zweig gliedert Dichter in grundsaetzlich zwei Sphaeren: in die Gesunden, mit dem Leben Verwurzelten, die ihr Haus in Gedanken bauten, wie auch im Leben - und in die Sphaere der Lodernden, Daemonischen, Gehetzten, jener, die ein Leben lang weiterzogen, auf der Suche waren, vielleicht nach Fragen, aber sicherlich nach dem Hoechsten, und dies unter Aufopferung ihres Ichs.
"Jeder schoeperische Mensch erfaehrt so den Kampf mit seinem Daemon, und immer ist es ein Heldenkampf; immer ein Liebeskampf."
"Wie immer hat das Heldenhafte keinen gefaehrlicheren Widersacher als gerade die zaertlich Wohlmeinenden, die das heilige Feuer mit sorglichem Atem niederdruecken zur haeuslichen Herdflamme."
"Nur wer die ganze Hoelle in sich trug, konnte so um Gott ringen."
Ueberreizter Schreiton, Foehnhimmel, halb Stammeln - halb Gebet, ... leere Meilensteine laengst eines mit brennenden Fluegeln durchmessenen Weges, kalte Kulissen, sprachlose Farbe... Stefan Zweig lebt mit den Gestalten, seine Worte beruehren, treffen. In den Wiederholungen wird aus dem Text deutlicher und klarer ein Gesicht erkennbar - und der Leser darf verstehen, dass hier nicht nur vier Gestalten aus der Geschichte zusammentreffen, sondern dass hier das Gesicht eines Lebensweges gezeichnet wird. Ein wunderbares Buch, nicht nur, um Hoelderlin, Kleist und Nietzsche nahezukommen und sie unter einer Idee zu vereinen, auch, um zu verstehen, was manche Menschen treibt, auch das letzte Hemd, den letzten Freund noch der Idee zu opfern.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von kpoac TOP 1000 REZENSENT am 5. März 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Wenn ein Gleichnis Hilfsmittel einer rationalen Aussage ist, dann hat Zweig hier in wunderbarer Weise dieses geschaffen. Das Dämonische zeigt sich da deutlich, wo es beispielhaft Verwendung findet, wo ein Mensch als Repräsentant des Dämonischen vorbildlich gilt. Zweig gelingt es, vorzüglich und vollkommen in die Empfindsamkeit seiner Protagonisten einzudringen. Drei Personen sind es, die dem Gleichnis offensichtlich dienen und doch sind es eigentlich fünf.
Beginnen wir mit den dreien, die ihr Leben der Unterordnung jenseitiger Imperative gewidmet, die sich selbst in den Mittelpunkt ihres Lebens gestellt und sich für den Bereich darüber hinaus entschieden haben. Es sind Hölderlin, Kleist und Nietzsche, die gem. Plutarchs Werk oder Safranskis Frage: „Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?“ herhalten für eine vergleichende Lebensgeschichte. Diese Drei geben sich letztendlich einer überweltlichen Macht hin, die sie aus dem warmen Sein des Lebens hinaus reißt in eine unkontrollierbare Leidenschaft, um in der Verstörung des Geistes oder im selbst gewählten Tod zu enden. Nur im wachen Zustand erkennen sie sich als Besessene einer höheren Macht, als dem Dämon verhaftet.
Mehr wird deutlich im Vergleich mit einer weiteren Person, die Zweig als leise Metapher, als Über-Ich und doch real all den Gemeinsamkeiten der eigentlichen Drei überschweben lässt. Es ist Goethe, der mit Verstand und Macht gegen sich selbst das Dämonische in sich erkennend sich diesem abwendet.
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