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Der Kalenderblattmörder: Kriminalroman
 
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Der Kalenderblattmörder: Kriminalroman [Taschenbuch]

Marek Krajewski , Paulina Schulz
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423210923
  • ISBN-13: 978-3423210928
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 49.594 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Marek Krajewski
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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Krimi des Jahres 2004 in Polen, im Juni 2006 auf der Krimiwelt-Bestenliste: Habe ich ein anderes Buch gelesen? Oder liegt's an der Hörfassung? Kriminalrat Eberhard Mocks zweiter Fall ist erzählerisch wirr und - zumindest für Mock selbst - fast nebensächlich. Der eher unsympathische Säufer versucht nämlich, seine Ehe mit der jungen, schönen Sophie nicht ganz vor die Hunde gehen zu lassen. Nicht so leicht im Breslau der späten 20er-Jahre, das nach Krajewskis Schilderungen von Drogen, Sex und Dekadenz ein noch schlimmerer Moloch als Berlin gewesen sein muss. Vor allem ist es nicht leicht für einen Mann, der Beschattung für sinnvoller erachtet als ein Gespräch, der seiner Liebsten auch mal ordentlich eine reinzimmert oder sie im Rausch vergewaltigt. Und mitten in diesem Sündenpfuhl werden nun auch noch Menschen brutal ermordet, scheinbar ohne System, doch hinterlassene Kalenderblätter machen aus den Gräueltaten eine Serie. Die Aufklärungsversuche führen ins Sektenmilieu, wo es noch mehr Sex, noch mehr Drogen und eine ungeahnte Verbindung zu Mocks Frau gibt. Letztlich mag sich ein Kreis schließen, doch das Interesse am Schicksal aller Beteiligten ist zu diesem Zeitpunkt längst im Strudel des Reißerischen untergegangen. (kab)

Pressestimmen

»Für jedes seiner Bücher hat Krajewski historische Krisenzeiten ausgewählt, die er atmosphärisch eindringlich darstellt. Wobei er in der Zeit vor und zurück springt. Es liegt also nicht, wie gern vermutetet wird, an der Reihenfolge der deutschen Übersetzungen, dass sich Mocks Fälle chronologisch unkonventionell entfalten: Das Breslau der beginnenden Nazi-Zeit ist der Schauplatz von ›Tod in Breslau‹, Krajewskis erstem Roman. ›Der Kalenderblattmörder‹, der beim Chocolatier Schaal seinen Anfang nimmt, führt ins Breslau der sündig-abergläubischen zwanziger Jahre. Breslau nach dem Ersten Weltkrieg ist in ›Gespenster in Breslau‹ der historische Hintergrund, und ›Festung Breslau‹, das auch im polnischen Original so heißt, spielt gegen Ende des Zweiten Weltkrieges.«
Hans-Peter Kunisch, Süddeut­­sche­­ Zeitun­­g 29.01.2009

»Eine anregende Lektüre, auch spannend, aber vor allem faszinierend wegen der schrillen, atmosphärisch dicht gezeichneten Bilder, die das Breslau der 20er Jahre wieder aufleben lassen.«
Oberbayerisches Volksblatt

»Der Pole hat für seine Tetralogie um den rüden Kriminalrat Eberhard Mock, das Breslau der späten Zwanziger- und frühen Dreißigerjahre rekonstruiert. Mit seiner rechercheaufwändigen, sehr detailliert vorgetragenen Darstellung der damaligen Hauptstadt Niederschlesiens leistet Krajewski nicht nur eine atmosphärisch dichte Beschreibung der verruchten Roaring Twenties an der Oder, sondern reanimiert zudem eine dem Untergang geweihte Stadt, deren Würde und Schönheit allmählich von marodierenden Nazis ausgehöhlt wird. Man liest dergleichen mit gepflegtem Gruseln, weil die historischen Folgen bekannt sind.«
Die Welt 03.04.2007

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
1927 in Breslau, das damals noch zu Deutschland gehörte. In der Zeit der Weimarer Republik werden dort Drogen konsumiert, Orgien gefeiert und voller Weltunteragangsstimmung Sekten gegründet. Fast so wie in Berlin, nur ein wenig gemütlicher. Hier kennt jeder jeden, oder hat zumindest eine Vorstellung wer der andere ist. Doch gerade diese Stadt ist mehr als morbid. Es kommt zu einer Mordserie, die nur sehr lose zusammen zu hängen scheint.

Da wird ein NS-Sympathisant und Musiker ermordert. Ein Kommunist zerhackt. Und ein Politiker im Bordell erstochen. Alles was diese Mordfälle gemeinsam haben ist jeweils ein Kalenderblatt am Tatort. Der exzessive und ständig von der Suspendierung bedrohte Kriminalrat Eberhard Mock muss sich mit herumschlagen.

Aber er schlägt auch so mal zu. Auch ohne Gund. Er verprügelt, was er nicht sollte, mal Zeugen. Spioniert seiner aristokratischen Freundin nach. Und bedient sich dabe zu allem Überduß auch noch der eigenen Untergebenen.

Fast beiläufig erzählt der polnische Autor Marek Krajewski, der im hauptberuflich klassische Philologie an der Universität von Wrocław lehrt, die Geschichte einer Stadt, die heute nur noch Geschichte ist.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ewald Judt HALL OF FAME REZENSENT TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Marek Krajewski, Altphilologe und Dozent an der Universität Wroclaw, dem deutschen Breslau der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, hat - für einen Polen überraschend - eine Krimiserie mit Kriminalrat Mock im Mittelpunkt in den 20er- und 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts im deutschen Breslau geschrieben. In deutscher Sprache gab es bisher nur "Tod in Breslau" (btb 72831 - "Smierc w Breslau", 1999). Nunmehr liegt auch "Der Kalenderblattmörder" (dtv 24539 - "Koniec swiata w Breslau", 2003) vor. Dieses Buch war 2004 in Polen "Krimi des Jahres". Diesmal wird Kriminalrat Eberhard Mock vorerst nur mit den Ermittlungen am Mord an einem Musiker, Emil Gelfrert, der offenbar bei lebendigem Leib in eine Hauswand eingemauert wurde, betraut. Aus dem Mord wird jedoch bald eine Mordserie als die zerstückelte Leiche von Berthold Honnefelder, eines Arbeitslosen, sowie die des Stadtrats Geißen und der Prostituierten Rosemarie Bombosch gefunden werden. Bei jedem der Opfer findet man ein abgerissenes Kalederblatt, das den Todestag anzeigt. Trotz des Images von Kriminalrat Mock, wie ein Jagdhund mit unfehlbarem Gespür Kriminelle auszuforschen und der Gerechtigkeit zuzuführen, tappen er und seine Mannschaft lange Zeit im Dunkeln. Es dauert langew, bis sich herausstellt, daß nicht nur Todeszeit, sondern auch der Todesort entscheidend für das/die jeweilige/n Opfer war/en und sich daraus ein Zusammenhang mit lange zurückliegenden ähnlichen Morden am gleichen Tag des Jahres am gleichen Ort ergab. Das führt Mock zu historischen Studien in den Bibliotheken Breslaus. Dabei leidet das Privatleben Mocks ganz erheblich. Sowieso nicht feinfühlig - sowohl im Dienst als auch im Privatleben - verläßt ihn seine Frau und er muß den Fall in der morbiden Gesellschaft - prophetische Weltuntergangsjünger, junge Kokainsüchtige, dekadente Aristokraten, gewandte Hochstapler - Breslaus abseits der privaten Troubles lösen. Mit den Mock-Krimis läßt Marek Krajewski die Vergangenheit der viele Jahrhundert deutschen Stadt Breslau, des heutigen Wroclaw, wieder lebendig werden. Doch war die Athmosphäre im Breslau der 20er-Jahre tatsächlich so düster?
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FSK 12. Dezember 2008
Von Polar
Format:Taschenbuch
Dies ist nichts für zarte Seelen. Aber es erwartet einen auch kein Schocker, wie er blutrünstiger nicht sein kann. Die schonungslose Darstellung von Menschen wird nicht jedem behagen. Marek Krajewski hat einfach keine Lust auf Schwarz-Weiß, Gut und Böse. Seine Seelen sind auf beiden Seiten abgrundtief hässlich. Und so gerät der Fall eines Mörders in den Hintergrund, der auf Verbrechen in der Vergangenheit aufmerksam machen will, indem er sich in der Gegenwart an ein Kalenderblatt hält, um durch die Daten darauf hinzuweisen. Krajewski rückt die feine Gesellschaft und ihre abseitigen, sexuellen Spiele in den Brennpunkt der Aufmerksamkeit, lässt einen eifersüchtigern Kommissar seine Freundin überwachen und kann dem Hang nicht widerstehen sich das Vergessen mit Alkohol zu erkaufen. Krajewski zeigt eine Welt abseits moralischer Grundsätze. Orgien, Drogen, selbsternannte Heilsverkünder bevölkern das Bild, indem es irgendwo ein Gesetz gibt, dem Geltung verschafft werden muss. Die Mordfälle sind bestialisch durchgeführt, erscheinen trotz ihrer Kaltblütigkeit jedoch eher wie eine Bühnenkulisse. Kriminalrat Eberhard Mock ist nun einmal Polizist. In ihm spiegelt sich das untergegangene Deutschland am Vorabend der Machtübernahme durch die Nazis. Ein Roman bestens geeignet zur Verfilmung durch den viel zu früh verstobenen Rainer Werner Fassbinder. Dieses Leben glitzert unter verpfändeten Kronleuchtern, wie in Kaschemmen und stickigen Ehebetten. Diese Stimmung eingefangen zu haben, ist Krajewskis Verdienst.
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